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Vendetta: Brain Damage

Re-Release des Albums mit Bonusmaterial
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 41:54
Release: 20.07.2007
Label: Metal Axe Records

Da sich die alte Thrash Formation Vendetta wieder zusammengefunden hat und im August 2007 mit „Hate“ endlich wieder eine neue Scheibe unters Volk schmeißt, wurde es höchste Zeit, ihre beiden Erstlingswerke zu re-releasen. Somit darf sich die Thrash Gemeinde auf das 1987er Werk „Go And Live…Stay And Die“ und die hier vorliegende „Brain Damage“ freuen, welche aus dem Jahr 1988 stammt.

Ich muss zugeben, dass die Band damals immer wieder auf meinem Einkaufszettel auftauchte, aber mangels des gefüllten Geldspeichers anderen Bands weichen musste. Umso gespannter war ich nun auf die Wiederveröffentlichung. Und das absolut zu Recht. „War“ beginnt erstmal mit einer leicht funkigen Eröffnung, bevor der Thrash losbricht. Klar, heute würde man die Musik als Old School Thrash bezeichnen, aber die Scheibe gibt es ja auch schon 19 Jahre. Man hat es geschafft, den Sound der späten 80er beizubehalten und so hört sich das Album ziemlich unverfälscht an. Vendetta schaffen es aber durch einige Breaks und differenzierte Melodien, einen gewissen progressiven Charme zu integrieren. Das könnte auch durchaus der Grund gewesen sein, warum die Band in den späten 80ern nicht erfolgreicher war. Heute freut man sich, dass es etwas abwechslungsreicher zur Sache geht.

„Brain Damage“ beginnt sehr ruhig, was aber nur die Ruhe vor dem Sturm ist, denn das Tempo wird immer mehr gesteigert. Tolle Riffs und gelungene Breaks sorgen für einige fliegende Haare. Daxx und Micky an den Gitarren zeigen so mancher anderer Band, wie man zeitlosen Thrash zelebriert. Die Produktion von Harris Johns ist für damalige Verhältnisse sehr gut geraten. Selbst für die heutige Zeit ist sie noch als in Ordnung anzusehen.

„Conversation“ geht etwas kompromissloser zur Sache. Ein absolut gelungener Nackenmuskulaturzerstörer. „Precious Existence“ geht dann einen deutlich gemäßigteren Weg. Dementsprechend ruhig beginnt er auch. Akustische Impressionen, welche aber auf mich einen etwas gehetzten Eindruck machen. Nicht schlecht, aber irgendwie nicht ganz zu Ende gebracht. Die Gitarren hauen aber zwischenzeitlich einige richtig tolle Melodien raus. Der Song ist dann eher nicht im Thrash, sonder eher in der New Wave Of British Heavy Metal angesiedelt.

Krachen lässt es die Band dann wieder mit „Never Die“. Die Nackenmuskulatur wird wieder auf Betriebstemperatur gebracht. Im Vergleich zu den anderen Songs der Band geht es hier schon fast schlicht zu. Das soll sich dann auch erst beim „Love Song“ ändern. Wer hier aber eine Ballade erwartet, liegt absolut falsch. Ein cooles Riffing mit einigen Klangexperimenten steht hier bevor.

Ohne Unterbrechung geht es dann mit „Fade To Insanity“ weiter. Heiner`s Bass dudelt vor sich hin, bis sich die „Freude Schöner Götterfunken“ Melodie ( 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven ) herauskristallisiert. Dann wird`s thrashig. Tolles Instrumental, kann man da nur sagen. Tolle Melodien werden metallisch dargeboten und wissen mehr als zu überzeugen. Das Ganze wird gerade auch durch Samson`s treibendes Drumming weiter angeheizt und entwickelt sich trotz aller Komplexität zu einem Melodieohrwurm. Grosse deutsche Metalkunst!

„Dominance Of Violence“ rockt etwas heavier daher. Das Ganze dann sogar mit einer klaren politischen Aussage. Jawohl, ein klares Nein zur Gewalt. Ja, das Thema des Terrorismus war damals schon bekannt und nicht erst seit George Bush.

Irgendwie belustigend kommt im Anschluß an „Dominance Of Violence“ der Song „Metal Law“. Hier geht`s dann doch wieder um „Power, destruction, mayhem, killing all that we can und we will attack you“! Aber dies wird zweideutig auf das Stageacting gemünzt. Grins, egal, der Song weiß zu gefallen und beschließt den eigentlichen Part der CD. Als zehnten Song gibt es dann noch mal „War“ als Live Version. Der Bass ist nicht mehr ganz so verspielt und dafür deutlich härter. Nicht schlecht, die Version.

Fazit: Eine richtige Entscheidung von Metal Axe Records, diese Scheibe noch einmal zu veröffentlichen. Vielen Fans der damaligen Metal Szene dürfte die Band durch die Maschen geschlüpft sein, zumal Ende der Achtziger auch eher derbere Thrash Kost im Rampenlicht stand. Für die damalige Zeit war die Band vielleicht etwas zu verspielt. Dies ist aber auf keinen Fall negativ zu sehen, denn die Bandmitglieder beherrschen ihre Instrumente und so kommt ein bisschen mehr Abwechslung in die Mucke der Band, was vielleicht damals eher hinderlich war und nur ein kleines Publikum begeistern konnte. Schade, aber heute stehen die Zeichen stark auf Sieg, wenn es die Band schafft, auf ihrem demnächst veröffentlichten Reunionalbum den Spirit von damals wieder einzufangen und mit einer zeitgemäßen Produktion in neue Dimensionen vorzustoßen.

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