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(V.E.G.A.): Cocaine

Kann trotz des ein oder anderen Lichtblicks nicht überzeugen
Wertung: 3/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 55:54
Release: 26.05.2006
Label: Debemur-Morti Productions

V.E.G.A. ist für mich die erste italienische Black Metal-Band, mit der ich musiktechnisch zu tun habe. Und da sage noch einer, man lernt nie aus. Wie dem auch sei… Die Turiner formierten sich 1998 und erschufen 2001 ihr erstes Demo, welches im August 2001 unter dem Namen „Cocaine – A Sick Mind´s Hologram“ auf die schwarze Fraktion losgelassen wurde. Dieses folgte aber eher dem Pfad der elektronischen Musik als dem eisigen Black Metal. 

2002 nahmen V.E.G.A. dann ihr erstes Album in Angriff, das eigentlich als Remake des ersten Demos gedacht war, nur dass der Sound verbessert werden sollte und man die elektronischen Spielereien weglassen wollte. Herausgekommen ist dann genau das vorliegende Werk „Cocaine“. 

Dass die beiden Hauptakteure dem Skandinavischen, genau genommen Norwegen, nicht abgeneigt sind und sich ab und an dort aufhalten, hört man dem Album definitiv an. Über weite Strecken herrscht pure Raserei und eine bitterböse Kälte in den Klangfarben des Albums. Man fühlt sich unweigerlich an die Anfangstage des skandinavischen Black Metals erinnert. Das Wortspiel „True Black Metal“ verkneife ich mir mal hier im Gegensatz zum Presse-Info der Promotion-Agentur. Was ist schon „true“?

Nicht von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass „Cocaine“ sicherlich einen gewissen Charme besitzt. Infernalische Raserei trifft auf klirrend kalte Melodien, teils verzerrte Vocals, majestätische oder hypnotische Riffs und elektronische Spielereien. Dass der Sound höhenlastig und wenig Eier im Bassbereich besitzt, liegt wohl an der Natur der Sache für das Genre des Old School Black Metal. 

Songs wie „Lilja” oder “Insex Infect” kann man durchaus anbieten, wenn man der diabolischen Raserei nicht abgeneigt ist. Gerade der zweitgenannte Track kann mit seinen kurzen Auflockerungen innerhalb der Geschwindigkeitsorgien punkten und so für viel Atmosphäre sorgen. 

Das folgende „Perspectives” entblößt sich nach einer kurzen monotonen Phase als Highlight der Platte. Richtig schicke Breaks und ein variables Schlagzeug bilden die Grundlage für ein hypnotisches Riff, welches sich Richtung Ohr schiebt. Feine Sache, ohne Frage. Und auch „Beton#1” ist recht außergewöhnlich geraten, wenn auch technisch weniger anspruchsvoll als sein Vorgänger. Nach einer kurzen schwarzen Raserei treten plötzlich elektronische Loops in den Vordergrund und werden umrahmt von Sprechgesang. Eigenwilliges Teil und dadurch extravagant und eigenständig. 

Das war es dann schon. Nein, die Platte ist nicht zu Ende. Nur die guten Songs sind bereits alle verbraten. Was jetzt noch folgt, ist rasende Monotonie und elektronische Langeweile. Besonders Song Nummer 10 glänzt mit gähnender Langeweile. Ohne Gesang oder max. Sprechgesang und rein elektronisch vorgetragen, könnte man denken, man hat es hier mit einem EBM/Dark Wave-Track zutun. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nach 12 Minuten den Knopf gedrückt habe. Mehr konnte ich davon nicht ertragen. 

So richtig kann ich mir nicht vorstellen, wer genau „Cocain“ kaufen soll bzw. kaufen wird. Leute, die sich dem Old School Black Metal verschrieben haben, werden die elektronischen Spielereien abschrecken. Davon ist auszugehen. Für Personen mit dem Fokus auf EBM/Dark Wave wird die Angelegenheit um einige Grade zu hart sein und zu metallastig. Vielleicht sollten mal diejenigen ein Ohr riskieren, die Gorgoroth´s „Incipit Satan“ im Schrank zu stehen haben. Mehr fällt mir dazu auch nicht ein. Den Musikern anscheinend auch nicht, geben sie doch bekannt, dass sie zu der Platte keine Interviews geben werden, weil die Musik für sich sprechen soll. Na dann will ich jetzt auch mal ruhig sein und abschließend bemerken, dass trotz des einen oder anderen Lichtblicks die Scheibe insgesamt nicht überzeugen kann.

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