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Vargsheim: Weltfremd

Black Metal mit einigen Überraschungen
Wertung: 6.5/10
Genre: Franconian Black Metal
Spielzeit: 54:48
Release: 13.03.2010
Label: Düsterwald Produktionen

Das Label Düsterwald Produktionen hat sich bekanntermaßen dem rohen, handgemachten Black-, Death- und Folk Metal mit all ihren düsteren Spielarten verschrieben. Die Franken von Vargsheim dürfen sich ebenfalls zur noch recht überschaubaren Düsterwald-Armada zählen, ganz unbekannt ist das Trio schließlich nicht, gehören sie doch mehr oder weniger zum Live-Inventar der schwarzmetallischen Imperium Dekadenz, bei deren Shows sie regelmäßig den Anheizer spielen.

Die 2005 gegründete Combo wartet nun also mit ihrem Erstlingswerk „Weltfremd“ auf, auf dem ganz und gar nicht weltfremder, erdiger, leicht scheppernder Black Metal dargeboten wird. Ursprünglich als „Blutrunst“ gegründet (wobei man sich fragt, wer auf diesen Namen gekommen ist) und mit zwei Gitarristen, einem Schlagzeuger und einem Sänger bestückt, begann das Bandkarussell sich recht bald zu drehen, ein Gitarrist stieg aus und wurde kurzerhand – Gott sei Dank! – durch einen Bassisten ersetzt und der Name „Vargsheim“ geboren; jetzt mit einem konstanten Line-Up um die Brüder Harvst (Bass) und Kaelt (Gitarre), die sich das Mikro teilen. Drummer Naavl komplettiert das infernalische Trio.

Wer jetzt denkt, mit drei Leuten kann man keinen Krach machen, der irrt gewaltig: Auf „Weltfremd“ gibt es Lärm im Überfluss, gepaart mit einem sehr Old Schooligen Coverartwork und einem Sound, dem man anhört, dass er in einem Keller entstanden ist. Klingt das Instrumental am Anfang von „Was Mich Leben Lässt…“ noch nach klassischem Heavy Metal, wird der Rhythmus schon bald zunehmend diffuser und auch der mit ordentlich Hall versehene Gesang scheint von weit her zu kommen. Überhaupt krächzen sich Harvst und Kaelt ziemlich konsequent durch alle Songs.

Eine erste Abwechslung bietet „Nicht Um Zu Sterben“, das um einiges melodischer, ja fast strukturiert daherkommt, sich mit seinen achteinhalb Minuten aber ganz schön in die Länge zieht. Die beiden Sänger klingen dabei wie eine Mischung aus den älteren Lifelover und einem arg wütenden und heiseren Rumpelstilzchen – passt aber ganz gut zum Kellersound, wie ich finde. Immer mal wieder täuschen die Herren den Hörer mit einem stimmungsvollen Intro – wie beim Titeltrack – nur um dann wieder Hass par excellence zu zelebrieren. Von fast doomigen Passagen bis hin zu rasantem Rotz’n’Roll bietet das namengebende Stück fast die ganze Spannbreite dreckigen Metals; bei all dem Geschepper wird man plötzlich von einer überraschend klaren und lauten Gitarre über den Haufen gerannt, die ein sehr cooles Instrumental einfließen lässt.

Der skandinavische Touch der Platte ist von Anfang an kaum zu überhören, und die teils überlangen Stücke werden durch einige Überraschungen aufgelockert – bestes Beispiel hierfür ist das siebeneinhalbminütige „Wolfentod – Vom Kampf Im Dasein“, bei dem gegen Ende auf einmal tenorhafter Gesang und fragile Melodien zum Vorschein kommen.

„Vargsheim“ liefert zum guten Schluss quasi nochmal die Highlights der Platte: Auf fast zehn Minuten gestreckt balgen sich melodisch-melancholische Parts mit hasserfülltem Geschredder, heiseres Gekrächze geht Hand in Hand mit dem erstaunlich klaren, etwas tieferen Gesang des zweiten Sängers. Hundertprozentig überzeugen können die Drei mich allerdings nicht: Zwar ist die Stimmung auf der Platte recht einnehmend und auch die Songs sind zum Großteil spannend arrangiert, nur der mit der Zeit doch recht monotone Gesang macht dem Spektakel einen Strich durch die Rechnung. Wer aber Spaß an rotzigem Black Metal mit deutschen Texten hat, sollte hier unbedingt mal reinhören.

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