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Vargnatt: Durch die Stille

Da wäre noch mehr drin gewesen
Wertung: 7/10
Genre: Ambient Black Metal
Spielzeit: 28:49
Release: 02.02.2012
Label: Karge Welten Kunstverlag/Wolfsgrimm Records

Oh, du teuflicher Black Metal, der du uns quälst und erzürnst mit deinen Ein-Mann-Combos, die meinen, sie trügen die Befähigung in sich, alle Instrumente selbst spielen zu können! Mancherorts gefeiert als alleinige Herrscher über ihr Kunstprojekt, sind diese Solisten doch oftmals nichts als Opfer des eigenen Narzissmus und der Unfähigkeit Außenstehener, ihnen zu sagen, dass sie keineswegs so genial klingen wie sie glauben.

Hin- und hergerissen ist man oftmals zwischen der Bewunderung für den Künstler und dem Gedanken, dass womöglich das Hinzuziehen weiterer Musiker nicht die schlechteste Option gewesen wäre. Das Ambient-Black-Metal-Projekt Vargnatt (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, bereits aufgelösten Truppe) beschwört ähnliche Überlegungen herauf. Nach zwei Demos, „Wintergrab“ und „Nur ein Traum“ mit Namen und beide aus dem Jahr 2007, wird Allrounder Evae in BM-Kreisen angeblich als Insidertipp gehandelt – das mag auch alles sein, dennoch kommt man auf der aktuellen, fünf Tracks umfassenden Scheibe „Durch die Stille“ nicht umhin, auszurufen: „Gesang oder Instrumente, entscheide dich!“ Denn beides zusammen scheint der Mann aus Jena nicht hundertprozentig auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Dabei bieten gerade Stück wie der Opener „Geist In Ketten“ oder das monströse, geradezu fantastische „Traum von einer Jugend“, dessen Text dem Gedicht „Schöne Jugend“ von Gottfried Benn aus dem Jahr 1912 entspricht, wunderbare Klangkaskaden – nur, sobald das Geschrei, oftmals im Hintergrund, einsetzt, gerät das Instrumentalgerüst ein wenig ins Wanken. Nun kann Evae natürlich Bass, Drums, Gitarre und was ihm sonst noch so Spaß macht, beherrschen, so gut er will – gerade im Black Metal ist aber zumindest der richtige Tonfall beim Schreien mindestens ebenso wichtig. Der Sänger klingt zwar nicht gerade nach einer Katze im Mixer, aber auch nicht nach der gequälten Seele, die er vermutlich darstellen will – was umso ärgerlicher ist, da er instrumental und in Bezug auf die Songarrangements wirklich ein ausgesprochen gutes Händchen hat.

Schlicht und effektvoll stampft beispielsweise das Zwischenstück „Erwachen“ als eine Art düster-morbiges Hafenlied durch die Boxen. Da passen auch die unartikulierten, an Depressive-Suicide-Black-Metal erinnernden Schreie nahezu perfekt dazu, was man vom finalen, etwas holprigen „…mit dem Sturm“ leider nicht unbedingt behaupten kann. Bei dem über sieben Minuten langen Stück rauscht es ganz gewaltig, dafür sind die Rhythmen aber wirklich cool – nur fügt sich, wieder mal, das Geschrei nicht so richtig ins Gesamtbild ein. Bei knapp der Hälfte der Spielzeit schleicht sich dann eine ruhige Gitarren- und Basspassage ein, wieder ein Beweis für das instrumentale Können des Künstlers, aber zum Tipp erhebt dieser Part den Song leider trotzdem nicht.

Im Endeffekt ist es natürlich wie immer Geschmackssache, aber ich bin der Meinung, Evae hätte aus „Durch die Stille“ noch wesentlich mehr rausholen können – vielleicht durch den Einsatz anderer Musiker, vielleicht auch durch einiges Können. In jedem Fall bringen die Vocals das sonst recht einheitliche Bild streckenweise eher zum Wanken, als dass sie es untermauern – als Instrumentalalbum hätte die EP durchaus neun Punkte oder mehr einfahren können, so bleiben durchschnittlich gute sieben Punkte übrig.

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