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Vanden Plas: Christ 0

Opulentes, musikalisch anspruchsvolles und tiefsinniges Werk
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 67:25
Release: 31.03.2006
Label: InsideOut Music GmbH

Nunmehr vier Jahre sind seit dem Erfolgsalbum “Beyond Daylight“ von einer der wohl wichtigsten, deutschen Progressive-Metal Band ins Land gezogen. Die Rede ist hierbei von niemand geringeren als dem seit 1995 agierenden Pfälzer Quintett Vanden Plas um Songwriter und Sänger Andy Kuntz. Von vielen schon lange für Tod geglaubt, schlug die Meldung über ein neues Album der Band natürlich ein wie eine Bombe: Wie würden sich Vanden Plas wohl nun im Jahre 2006 präsentieren und erklingen? Würde evtl. das Mitwirken der Musiker in den vielen Theater-Engagements der letzten Jahre wohl Einfluss auf die aktuelle Produktion genommen haben? Um gleich die letzte Frage an dieser Stelle klar und deutlich zu beantworten: Ja! Vanden Plas klingen auf “Christ 0“ voluminöser, hymnischer, härter und zugleich reifer denn je!

Doch beginnen wir erst mal mit dem eindeutig-zweideutigen Titel des neuen Klangwerkes. “Christ 0“ basiert inhaltlich auf dem berühmten Roman “Der Graf von Monte Christo“, von niemand geringerem als Alexandre Dumas. Verpackt ist jene Grundstory allerdings in einer adäquaten und zeitgenössischen Neuvertonung, die sich nun mehr mit dem Phänomen der Schizophrenie auseinandersetzt. Sozusagen u.a. auch eine moderne, musikalische Aufarbeitung der Psychothriller Kultklassiker “Angel Heart“ (1987, mit Robert De Niro) und “Das Schweigen der Lämmer“ (1991, mit Sir Anthony Hopkins). Also im Endeffekt eine wahrhaft fulminante und akribische Herausforderung an die Jungs von Vanden Plas und den 40-köpfigen Klassikchor des Pfalztheaters in Kaiserslautern.

Um aber nicht noch länger weiter unnötig die Spannung hochzuhalten, sei gesagt, dass vorliegendes “Christ 0“ Album wohl mit zu den besten Werken der Prog-Metaler gehört! Schon alleine der titelgebende Eröffnungstitel “Christ 0“ fegt einem mit seinen extrem ausgefeilten Melodiebögen, knalligen Gitarrenriffs und einer wirklich sagenhaften Orchesterdarbietung nur so um die Ohren, dass es knallt! Gefolgt wird “Christ 0“ vom ungewohnt Heavy Metal-lastigen und aggressiv anmutenden Song “Postcard to God“, welcher die Musiker sehr konsequent und druckvoll darstellt. In die selbe Kerbe schlägt übrigens auch das fulminante “Somewhere alone in the Dark“ und kann seine Hörer nur mit wahrhaft großen Augen (und noch größeren Ohren!) zurücklassen.

Dass es aber auch gerne mal (zumindest ein bisschen) ruhiger und komplexer zugehen darf, zeigen Nummern wie das Gänsehaut fördernde “Fireroses Dance“ oder die kongenialen Monumentalwerke “Wish you were here“ (neun Minuten) und “January Sun“ (zehn Minuten Spielzeit). Als einen Clou der ganz besonderen Art und Weise kann man nur jene Neuinterpretation “Gethsemane“ vom klassischen Andrew Lloyd Webber Musical “Jesus Christ Superstar“ bezeichnen: Rhythmisch treibende Keyboardklänge, sanfter Gitarrensound und Andy Kuntz´ durchdringender Gesang gehen hierbei eine Symbiose ein, die wahrhaftig nur noch als unglaublich zu bezeichnen ist.

Ergo bleibt einem letztendlich gar nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich in den nächsten Plattenladen zu stürmen, um sich dieses opulente, musikalisch anspruchsvolle und tiefsinnige Werk zu ergattern.

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