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Van Canto: Break The Silence

Rakkatakka die Vierte
Wertung: 8.5/10
Genre: A Capella Metal
Spielzeit: 43:00
Release: 23.09.2011
Label: Napalm Records

So schnell verfliegt die Zeit. Van Canto haben praktisch kaum richtig für Wirbel mit ihrem ungewöhnlichen Metalsound gesorgt, schon bringen die Sänger samt Sängerin und Schlagzeuger ihr viertes Album auf den Ladentisch. Die Messlatte liegt hoch, nachdem der Vorgänger „Tribe Of Force“ sogar in die Albumcharts eingestiegen war.

Aber genug in der Vergangenheit gestöbert - widmen wir uns der aktuellen Veröffentlichung. Der neue Longplayer hört auf den adretten Namen „Break The Silence“ und soll die Band mit neuem Selbstwertgefühl und aktuellem Können repräsentieren. Beides ist zutreffend. Van Canto betreten die imaginäre Bühne mit Songs, die experimenteller sind als alles zuvor dagewesene. Die Coversongs gibt es noch, mit drei von zehn Titeln sind es aber nicht viele. Die Band konzentriert sich nach und nach mehr auf Eigenproduktionen, was dem Sextett durchweg gut zu Gesicht steht. Wer das Glück hatte, die Band heuer live zu sehen, der konnte sich dort schon von dem überzeugteren Auftreten der Gruppe ein Bild machen. Dabei hat sich zu „Tribe Of Force“ nicht so viel verändert, aber die Nuancen geben den Ausschlag. Allein die Coversongs könnten kaum unterschiedlicher sein. Zum einen geben Van Canto „Primo Victoria“ von der schwedischen Band Sabaton mit tatkräftiger Unterstützung deren Frontmann Joakim zum Besten. Der zweite nicht selbst geschriebene Titel ist ein Klassiker von Alice Cooper. „Bed Of Nails“ ist ein sehr attraktives Coverstück, zuletzt nahmen sich Children Of Bodom dem Song an. Der beeindruckendste Titel, der nicht aus der bandeigenen Feder stammt, ist das Manowar-Cover „Master Of The Wind“. Die erstgenannten beiden Titel sind gut gelungen, aber „Master Of The Wind“ gibt dem Song eine ganz neue Ausrichtung und unterstreicht die Stimmung des Stücks ganz dick.

Jetzt drängt sich zwangsläufig die Frage auf, was die Gruppe abliefert, wenn sie nicht covert. Die Antwort hierauf ist nicht ganz so einfach. Van Canto haben ihren Horizont sehr weit ausgedehnt. Musikalisch steht ihnen das sehr gut, allerdings ist es eingangs stellenweise nicht so einfach, einige wenige Stücke ins Gehör zu bekommen. Der Opener „If I Die In Battle“ und das darauffolgende Stück „The Seller Of Souls“ dürfen getrost als zwei der stärksten Stücke der Scheibe angesehen werden. Nicht nur, dass die Songs recht flott daherkommen, auch die Melodien können begeistern. Anders verhält es sich mit den Titeln „Dangers In My Head“ und „Black Wings Of Hate“. Die beiden Titel müssen sich erst ins Gehör schrauben, bevor sie als flüssige Einheit wahrgenommen werden. Die Titel sind nicht minderwertig, sie brauchen nur etwas, bis sie ihre volle Blüte entwickeln. Anders verhält es sich mit „Spelled In Waters“. Der Titel erinnert irgendwie an Blind Gaurdian, wobei dieser Vergleich schon weit an den Haaren herbeigezogen ist. Den Höhepunkt erlebt die CD mit dem einzigen deutschsprachigen Titel der Scheibe, „Neuer Wind“. Die kraftvolle Nummer bereichert das Album ungemein und stellt eine weitere Facette der Band dar. Dieses Experiment hat funktioniert.

Die Ausnahmegruppe Van Canto liefert mit ihrer vierten Scheibe einen neuen Meilenstein im Bereich A-Capella-Metal. Gemessen mit dem Vorgängeralbum kann keiner CD ein besonderes Plus oder Minus eingeräumt werden. Viel zu unterschiedlich sind beide Silberlinge zueinander. Wer die Band mag, der kann getrost zugreifen. Alle anderen sollten sich den Rundling kurz anhören, bevor sie ihn sich in den Einkaufswagen legen. Da man immer schwer sagen kann, wer zum Stammklientel der Band gehört, sollte sich jeder Interessierte die Zeit nehmen, um die Scheibe anzutesten.

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