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Valravn: Koder På Snor

Stimmungsvoller Folk mit elektronischen Elementen
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk
Spielzeit: 47:22
Release: 04.09.2009
Label: Westpark Music

Man kann es nur immer wieder sagen: Wenn es musikalisch Richtung Folk geht, gibt es nichts, das es nicht gibt. Immer wieder entdeckt man Künstler, die ganz eigene Facetten oder Kombinationen mitbringen, deren Qualität allerdings auch genauso unterschiedlich ist.

Valravn sind im Folk mit Sicherheit zu den Exoten, wenn man denn den Begriff unter diesen Umständen noch verwenden darf, zu zählen. Hier trifft (ur)alter, traditioneller Folk aus Dänemark, den Faröer Inseln und Island auf elektronische Samples und Rockelemente – gepaart mit verschiedensprachigem Gesang. Eine eindeutige Genrezuweisung, zur Auswahl ständen Folk, Rock, Punk, Elektronica und eventuell eine Prise Gothic, ist nicht wirklich möglich. Sicher ist jedoch, dass die Musik der fünfköpfigen Kombo qualitativ überaus hochwertig ist.

Den neun Songs auf „Koder På Snor“ merkt man an, dass sie zwar nicht aus völlig verschiedenen Kulturräumen, aber schon von verschiedenen Inseln stammen. Durch sie werden stark verschiedene Stimmungen transportiert, auch die verschiedenen Sprachen haben ihren Anteil daran.

Das Titelstück, das zugleich als Opener fungiert, eröffnet das Album mit ruhigeren, im Vergleich zu manchen späteren Songs aber noch lauten Tönen. Die Wechsel zwischen den verschiedenen, im siebenminütigen Song vorkommenden Teilen, welche mal sehr spitiruell und ruhig, mal etwas angeregter gestaltet sind, verlaufen fließend – es gibt keine Kanten oder abrupte Brüche, die Musik wirkt auf eine gewisse Art und Weise beruhigend.

Der folgende Track, „Kelling“, ist gesangsbetonter als sein Vorgänger: Hier kommen Ausrufe zum Einsatz, die die begleitenden Instrumente zwischenzeitlich zu reinen „Nebengeräuschen“ degradieren, die Hauptarbeit wird hier durch die Gesangsspuren von Sängerin Anna Katrin Egilstrøð geleistet.

Insgesamt bietet das Album eine sehr vielseitige Sammlung von folkloristischen Liedern mit verschiedenartigsten Einflüssen. Neben gesangsbetonten Songs wie eben „Kelling“ ist zum Beispiel auch das komplette Gegenteil vorhanden: In manchen Tracks, etwa „Sjón“ und „Lysabild“, ist der Gesang nur das Beiwerk. Die Band beherrscht etliche Instrumente aus der Welt des Folks – neben der Drehleier seien noch exemplarisch Mandola, Santur sowie die Davul-Trommel genannt –, deren Einsatz das musikalische Erlebnis über alle Maßen prägen.

„Koder På Snor“ sei denjenigen unter den Folkliebhabern empfohlen, die Experimenten nicht abgeneigt sind. Folk im traditionellen Sinne sieht anders aus, wirkt gegenüber dem Werk von Valravn aber teilweise schon langweilig. Dieses in exakte Worte zu fassen, ist dabei nur schwer möglich, reinhören ist deshalb ein Muss. Doch Vorsicht, es besteht die Gefahr, in der westskandinavischen Klangwelt zu versinken...

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