Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Vallenfyre: A Fragile King

Nicht unbedingt das, was man erwartet hatte
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 41:48
Release: 28.10.2011
Label: Century Media

Vallenfyre sind eine dieser Bands, bei denen man Großes erwartet, ohne auch nur einen Song gehört zu haben. Das liegt daran, dass die Combo recht hochkarätig besetzt ist. Es spielen auf: Extinction Of Mankind-Bassist Scoot, My Dying Bride-Gitarrist Hamish Glencross, Drummer Adrian Erlandsson, der in seiner Freizeit für At The Gates und Paradise Lost die Felle verprügelt, der scheinbar recht unbekannte Gitarrist Mully und, als Sahnehäubchen sozusagen, Paradise Lost-Gitarrist Gregor Macintosh, der hier außerdem noch singen darf.

Weniger erfreulich als die Bandzusammensetzung sind die Umstände, die überhaupt zur Gründung 2010 führten: Macintoshs Vater verstarb an Lungenkrebs, woraufhin der Musiker seine Tour mit Paradise Lost unterbrach und sich zum Trauern zurückzog. Als sich schließlich als einziger Kanal zur Trauerbewältigung nur noch die Musik bot, wurden einige gute Freunde zusammengetrommelt, um Herrn Macintosh Senior zu gedenken - und heraus kamen Vallenfyre und, an dieser Stelle, das erste Album "A Fragile King", das nach der EP "Desecration" den zweiten Output der Combo darstellt.

Zwar stammt die Truppe aus Großbritannien, die schwedischen Einflüsse, die zumindest Macintosh und Erlandsson mitbringen, sind aber unüberhörbar. Da mischen sich die alten Recken der Göteborger Schule mit rohem Death-Metal-Sound und fast nachdenklichen Gitarrenspuren wie beispielsweise bei "Seeds", in dem oftmals gewisse Strukturen von Paradise Lost durchschimmern. Überhaupt sind diese Songs ohnehin die Interessantesten; "My Black Siberia" zum Beispiel vereint tiefschwarzen Death Metal mit fast gothichaften Gitarrenpassagen, was dem Ganzen nicht nur mehr Abwechslung gibt, sondern auch eine recht eigentümliche, leicht suizidale Stimmung heraufbeschwört.

Leider gibt es im Gegenzug aber auch Stücke wie den Opener "All Will Suffer", der nur durchschnittlichen Death Metal bietet. Danach kommt mit "Desecration" auch noch ein Stück daher, bei dem tatsächlich alles stimmt, vom Gitarren- und Drums-behafteten Intro bis hin zum Refrain. Neben solchen Knüllern wirken durchschnittliche Stücke unglücklicherweise noch fader. "As The World Collapses" verspricht zwar im Titel einiges, bietet aber auch nur düsteren Death Metal, der zwar technisch einwandfrei gespielt wird, aber irgendwie nicht so recht vom Hocker reißen will. Erst das geniale "Seeds" holt den Hörer dann wieder aus der Trance, obwohl der Track extrem schleppend anfängt. Das Tempo wird im Verlauf nicht unbedingt gesteigert, durch Macintoshs Growls kommt aber eine drohende Stimmung auf. Einzig das Gitarrensolo zwischendurch mag so recht nicht passen - der Rest des Songs kann aber überzeugen, erst recht mit der finalen, verzweifelt anmutenden Gitarrenspur.

"The Divine Have Fled" versucht sich noch einmal in etwas vertrackteren Songarrangements und zieht das Tempo ordentlich an, scheint aber zwischendurch irgendwie den roten Faden zu verlieren; letztendlich ist das Lied zu Ende und man weiß beim besten Willen nicht mehr, ob es gut oder schlecht klang. Zum Finale wird noch "The Grim Irony" beschert, das sehr old-schoolig daherkommt und noch einmal die Ehre wiederherstellen kann. Zwar bietet der Song auch nicht gerade erstklassiges Kino, kann aber mit interessanten Gitarren auftrumpfen.

Fazit: Bei dem Line-Up ist von vornerein ein gewisses technisches Niveau zu erwarten, das natürlich auch gehalten wird. Insgesamt gibt es aber zu wenig Abwechslung, man horcht nur selten auf, und wenn doch, sind es meist die Gitarren, die die Aufmerksamkeit des Hörers auf sich ziehen. Auch das Drumming kann einige Pluspunkte gut machen; im Großen und Ganzen hat man von Vallenfyre aber mehr erwartet

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging