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Valborg: Nekrodepression

Viertes Album in vier Jahren – ohne Qualitätsverlust
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal, Doom Metal
Spielzeit: 49:11
Release: 02.11.2012
Label: Zeitgeister Music

Vor Valborgs Produktivität kann man nur den Hut ziehen: „Barbarian“ aus dem Jahre 2011 markierte das dritte Album innerhalb von drei Jahren und alle Releases unterscheiden sich klar voneinander. Trotzdem war problemlos herauszuhören, dass es sich immer um dieselbe Band handelte, und nebenbei bemerkt wies keine jener Veröffentlichungen nennenswerte Schwachpunkte auf. Das gilt auch für die zu besprechende Platte „Nekrodepression“, die den Ein-Album-pro-Jahr-Rhythmus fortführt, sich wiederum vom Vorgänger eindeutig unterscheidet und erneut den hohen Zeitgeister-Standard halten kann. Während man auf „Crown Of Sorrow“ einem guten, progressiv angehauchten Mix aus Black und Death Metal frönte, ging man auf „Barbarian“ teilweise in die etwas doomigere Ecke – der neueste Streich „Nekrodepression“ wiederum behält die doomige Atmosphäre bei, klingt insgesamt aber ziemlich nach old-schooligem, roh gehaltenem, primitivem und vom Punk beeinflussten Todesstahl. Insofern ist die Beschreibung des Labels „roh, brutal und allmächtig“, „Punk und Primitivität“ sowie „Metal und Massaker“ doch recht treffend.

Was die Scheibe hauptsächlich mit ihren Vorgängern gemein hat, ist, dass sie mindestens genauso verstörend und düster geraten ist und damit einmal mehr die Celtic Frost- und Triptykon-Vergleiche heraufbeschwört – doch es gibt immerhin weitaus schlechtere Einflüsse. Die Titel sind alle relativ kurz gehalten (es stechen keine Acht- bis Zehnminuten-Epen hervor), dafür ergeben sie stimmiger denn je ein Ganzes. Man bemerkt die Übergänge zwischen den Stücken teilweise gar nicht richtig, weil die Songreihenfolge sehr schlüssig ist, und es gibt so einige Riffs mit großem Wiedererkennungswert; gerade weil die Basis – im Übrigen wie immer bei dieser Band direkt live eingespielt – eher simpel gehalten wurde. Prägnante, schnell auf den Punkt kommende, aufs Nötigste reduzierte Tracks der Marke „Zyklop“, „Under The Cross“ oder „Massaker in St. Urstein“ setzen sich flugs in den Hirnwindungen fest; aufgelockert werden diese räudig rumpelnden Kurzattacken von ruhigerem, nachdenklich anmutenden Material wie dem kurzen Clean-Gitarren-Instrumental „Kugelblitz“ (das nicht wirklich etwas mit dem brasilianischen Wonneproppen Ailton zu tun hat) oder dem von Synthesizern getragenen, rituellen Charakter atmenden „Taufe“, das quasi die Einleitung zum äußerst hypnotischen „In Ekklesia“ bildet.

Auf der anderen Seite stehen mit „Tempelberg“ und „Kloster“ zwei beinahe Hit-verdächtige Midtempo-Dunkelhymnen, denen etwas mehr Melodik innewohnt, und auch das zunächst lavaartig vor sich hin riffende „Springtime Woman“ besitzt zum Ende hin einige clever integrierte Clean-Gitarren, die gleichwohl für Gänsehaut wie den oben erwähnten Wiedererkennungswert sorgen.

Insgesamt ist „Nekrodepression“ – obwohl in Sachen Instrumentierung und Songwriting wesentlich einfacher gehalten als seine Vorgänger – vielleicht das konsequenteste und logischste aller Valborg-Alben bisher. Der Zugang zu den Songs fällt dadurch, dass die Stücke plus/minus eine ähnliche Länge haben, möglicherweise leichter, doch besonders Hörer, die bis dato noch nicht in die Zeitgeister-Welt eingetaucht sind, werden sich aufgrund der schwermütigen, bedrückenden Stimmung natürlich trotzdem nicht unbedingt leicht tun.

Es nötigt auf jeden Fall Respekt ab, wie die Gruppe es geschafft hat, gleichzeitig punkig, aber anspruchsvoll zu klingen; gleichzeitig roh und ohne unnötige Sperenzchen, aber dennoch musikalisch versiert; gleichzeitig abwechslungsreich, jedoch ohne aufgesetzte stilistische Ausreißer. Auch dass auf „Nekrodepression“ erstmals fast alle Texte auf Deutsch gehalten sind, fällt kaum auf, zumal diese genauso wie die Musik mehr oder weniger aufs Nötigste reduziert sind und ebenso kurz und knackig „in your face“ sind wie die Englischen zuvor. Weiterhin verdient auch das tolle Artwork Erwähnung; das Booklet besteht aus lediglich drei Blättern, bei denen auf der einen Seite Lyrics und Songtitel sowie ein Text über den mit nur 19 Jahren 1991 durch Selbstmord verstorbenen Death-Metal-Sänger Diedrich Hünten steht, dem das Album gewidmet wurde, während sich auf der anderen mittels Auseinanderklappen zeigt, dass das Skelett auf dem Cover nicht nur einen Kopf und Arme, sondern auch einen Rumpf und Beine besitzt.

Es bleibt also, wie eingangs bereits angedeutet, bei der erfreulichen Feststellung, dass man bei Zeitgeister den eigenen Ansprüchen auch weiterhin gerecht wird und ausschließlich Produkte auf den Markt schmeißt, die in jeder Hinsicht etwas zu bieten haben – dass auch die Produktion der Scheibe wieder einmal vom Allerfeinsten, sprich: gleichermaßen erdig und organisch wie klar und differenziert, geraten ist, muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Nur auf den Hidden Track hätte zumindest meine Wenigkeit verzichten können – diese Praxis ist und bleibt absoluter Käse.

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