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Valborg: Barbarian

Verstörend und fesselnd
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal, Doom Metal
Spielzeit: 51:01
Release: 30.04.2011
Label: Zeitgeister Music

Valborg haben Wort gehalten; im Rahmen der Veröffentlichung von „Crown Of Sorrow“ hatte man bereits erklärt, der Nachfolger „Barbarian“ sei schon aufgenommen und solle 2011 erscheinen – et voilà: Wir schreiben 2011 und „Barbarian“ liegt auf den Plattentellern beziehungsweise in den CD-Schächten bereit, um ergründet zu werden. Es ist die letzte Scheibe einer Trilogie, die mit „Glorification Of Pain“, welches wiederum als offizielles Debüt der Band bezeichnet wurde, obwohl in Wirklichkeit bereits vorher im Jahre 2005 mit „Songs For A Year“ ein Full-Length-Album sowie 2002 eine Split mit Ekpyrosis erschienen waren, begonnen wurde.

Logischerweise knüpft das Trio musikalisch daher auch unmittelbar an den Vorgänger „Crown Of Sorrow“ an; wir bekommen natürlich den einzigartigen, angenehm erdigen, typischen Zeitgeister-Sound zu hören, und dass die Mucke im Vergleich zur vorigen Scheibe nicht wirklich fröhlicher geworden ist, muss wohl nicht näher erläutert werden. Man ist weiterhin ziemlich eindeutig von Celtic Frost und Triptykon beeinflusst (Tom Gabriel Fischer hat für die Bonner Band nur lobende Worte übrig) und setzt auf eine düstere, beklemmende Atmosphäre, diesmal jedoch in doomigerer Manier; wurde auf „Crown Of Sorrow“ vergleichsweise viel geblastet, nimmt man den Hörer auf vorliegendem Werk auf die mahlende Weise für sich gefangen. Fiese, lavaartige Riffs, absolut nihilistisch und tiefschwarz, bestimmen das Geschehen und wirken mindestens so böse wie das Dargebotene auf dem zweiten Part des nun abgeschlossenen Dreiteilers.

Das macht das Ganze allerdings zu einer nicht immer ganz einfachen Angelegenheit; eine nicht unerhebliche Menge des Materials liegt ganz schön schwer im Magen, doch wer solche Musik fabriziert, denkt wohl kaum daran, es den Leuten leicht zu machen; hier heißt es zuhören und Geduld mitbringen.

Die kürzeren Stücke zu Beginn sind noch etwas leichter verdaulich; zwar selbstverständlich düster ohne Ende, aber im Prinzip recht simpel aufgebaut. So sind beispielsweise der Quasi-Opener „Astral Kingdom“ (eingeleitet von einem kurzen Intro, bei dem lediglich Synthieklänge und vereinzelte Bassdrum-Kicks ertönen), „Battlefield Of Souls“ oder „Exterminator“ von unkomplizierten, dafür umso effektiveren Mainriffs geprägt, die im Verlauf des jeweiligen Songs kunstvoll, also sozusagen fast unmerklich, verarbeitet und variiert werden. Dass sie die Fähigkeit, aus wenig viel zu machen, nahezu perfekt beherrschen, beweisen Valborg allerdings nicht zum ersten Mal.

Bei „Amethystine Skies“ fällt neben dem ultrafiesen Gekrächze am Anfang zunächst einmal der unkonventionellere Songaufbau auf: Nach einer sehr prägnanten Gitarrenmelodie schließt sich eine psychedelisch anmutende, von hypnotischen Schlagzeugbeats gekennzeichnete Passage an, die bis ans Ende des Stückes währt. Ähnlich fesselnd ist auch das getragene, sehr ruhige, aber irgendwie bedrohlich wirkende „Dead Flowers On A Demon Grave“. Richtig sick wird es allerdings erst gegen Ende: Die beiden acht und neun Minuten langen, grandiosen Epen „Towering Clouds“ und „Samantha Alive“, die unterschiedlicher nicht sein könnten (erstgenanntes wirkt kalt und düster, letzteres teilweise verträumt, manchmal gar tänzerisch – beide jedoch glänzen einmal mehr durch vorzüglich durchdachte Songaufbauten) werden durch ein völlig gestörtes Gemetzel namens „Iron Dreams“ unterbrochen, das etwas von Freejazz hat, aber in diese trostlos anmutende Welt, die die Band erschaffen hat, doch gut hineinpasst.

Es ist schon eine Kunst für sich, wie Valborg zwar wie erwähnt an den Vorgänger natürlich anknüpfen, die Musik letzten Endes aber durch den mitunter sehr doomigen Charakter doch vollkommen anders geworden ist. Die ganze Scheibe hindurch zieht sich eine hypnotische, faszinierende, völlig gefangen nehmende Atmosphäre, die beim Hörer ein bedrückendes Gefühl hinterlässt – also genau das, was die Band wollte. Zweifellos ist es legitim, diese Formation als die beste Zeitgeister-Combo neben Klabautamann zu bezeichnen.

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