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Vainglory: Vainglory

Unbedingter Anspieltipp für alle Genrefreunde
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Metal, US - Power Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 66:21
Release: 20.04.2007
Label: MTM Music

Nicht schlecht habe ich gestaunt, als mir die ersten Töne des selbstbetitelten Debüts der US – Amerikaner von Vainglory um die Ohren wehten. So etwas hatte ich trotz des schon daraufhin deutenden Promoblattes beim besten Willen nicht erwartet. Die rein instrumentale Mischung aus Melodic Metal, US – Power Metal und Thrash Metal war allerdings nicht der Grund meines Staunens. Vielmehr war es die schier unglaubliche Stimme von Frontfrau Kate French, die mich sofort fesselte. Eine so starke, frische und einzigartige Metalstimme habe ich schon lange nicht mehr gehört. Kate singt wirklich wesentlich kraftvoller, rauer und aggressiver als so manch einer ihrer männlichen Genrekollegen, doch behält sie dabei stets eine deutliche Weiblichkeit. Es ist nicht einfach, dies zu beschreiben. Ich sage nur soviel: Das sollte man als Metalfan unbedingt einmal gehört haben.

Natürlich macht eine gute und außergewöhnliche Stimme allein noch lange kein gutes Album, aber da Kates Mitstreiter Corbin King (Gitarre), J.M. Youngblood (Gitarre), Chris Banja (Bass) und Dan Lynch (Schlagzeug) eine enorm starke Instrumentalfraktion darstellen, ergeben Vainglory ein äußerst beachtenswertes Gesamtbild. Von nicht minderer Wichtigkeit ist auch die Tatsache, dass ihr Debüt mit zahlreichen richtig guten Songs ausgestattet ist.

So zum Beispiel legt der Opener „Walking Dead“ nach einem kurzen „Militär – Intro“ gleich furios los und die knallharten Riffbretter und Drums wissen die Frontfrau perfekt einzusetzen. Schon nach wenigen Sekunden zeigt Kate, wozu sie alles in der Lage ist und der antreibende Refrain lässt ebenfalls wenig Wünsche offen. Gleiches gilt im Übrigen für das interessante Gitarrensolo. Sogar noch einen Hauch besser gefällt mir das folgende „Burdened“, bei welchem es die perfekte Stimme und der eingängige Refrain sind, die die Highlights dieses tollen Songs darstellen. Stark ist zudem das ausgeklügelte Riffing des Songs, welches mich etwas an die typische Gitarrenarbeit eines Jon Schaffers (Iced Earth) erinnert.

„The Only Way I Know“ startet mit tief pumpenden Gitarren und einem dezenten Chor, bis Kate punktgenau mit ihrer Stimme einsetzt. Der sehr moderne Song pendelt zwischen Aggressivität und Eingängigkeit, ist gut, bleibt aber etwas hinter den beiden Vorgängern zurück. Die Abstriche sind allerdings nur minimal. Etwas größer sind sie dann schon bei „Face Of Death“. Wieder einmal sind die Gitarrenriffs, Hooklines und Soli großartig, doch der Refrain wirkt eher ausgelutscht und zu berechenbar, was den positiven Fragmenten von „Face Of Death“ etwas die Luft aus den Segeln nimmt.

Das Motorradintro von „Midnight Hellfire“ überrascht wenig, der Song allerdings umso mehr. Hier zeigen sich Vainglory aus einer sehr rockigen Perspektive, die von wilden Gitarreneffekten getragen wird. Der Song stampft, brodelt vor Wut und hat typischen 80er Metalcharme. Sehr interessant! Bei „Undying Love“ werden erstmals auch Akustikgitarren und Keyboards für ein atmosphärisches Intro ausgepackt, bis der Song dann richtig rockt, wobei immer wieder ruhigere Passagen serviert werden, die von Kate dementsprechend sanft und einfühlsam gesungen werden. Besonders hervorheben möchte ich zudem den guten Refrain. „Undying Love“ wirkt zwar auf den ersten Blick etwas konfus strukturiert, doch die Einzelheiten ergeben von Durchgang zu Durchgang mehr Sinn.

Nun werden in „Decapitation Attack“ dann auch die Wünsche derjenigen berücksichtigt, die auf richtig guten Instrumental – Metal mit verspielten Gitarren stehen. Viel mehr gibt es zu diesem Instrumental eigentlich nicht mehr zu sagen. Läuft bei mir nicht in Dauerrotation, ist aber richtig nett und musikalisch hochwertig ausgefallen. Beim guten „Act Of God“ erklingen dann richtige Thrash – Riffs, die Stimme von Kate ist immer noch grandios und der Refrain ziemlich mitsingkompatibel.

Als weitere Höhepunkte sind der Titel- / Bandsong „Vainglory“ und „Endlessly“ zu benennen, welche alle typischen Bandattribute genau auf den Punkt bringen und sehr gelungene, recht hymnische Refrains besitzen. „Blackened Soul“ ist dagegen wieder eine Ecke moderner ausgefallen, bietet nun nicht wirklich etwas Neues und wirkt eher unspektakulär. Zudem kann sich „Blackened Soul“ nicht in den verwöhnten Gehörgängen manifestieren. Das machen Vainglory beim finalen „My Living Hell“ schon wieder besser, auch wenn mir im Vergleich zu vorherigen Songs etwas die Abwechslung zu offensichtlich abhanden gekommen ist. Der Refrain ist allerdings nicht übel.

Fazit: Vainglory veröffentlichen ein ziemlich interessantes Debüt, das stark produziert ist und mit einigen richtig guten Songs versehen ist. Was fehlt, sind allerdings zwei bis drei waschechte Übersongs, die dafür gesorgt hätten, dass aus dem guten Album ein richtig starkes werden würde. Aber was jetzt noch nicht ist, dass kann in Zukunft ja noch werden. Allein wegen Kates außergewöhnlicher Stimme ist „Vainglory“ aber ein unbedingter Anspieltipp für alle Genrefreunde.

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