Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Vainaja: Kadotetut

Ein unheimlich gutes Debüt
Wertung: 8,5/10
Genre: Doom Metal, Death Metal
Spielzeit: 38:29
Release: 23.05.2014
Label: Svart Records

Wer von sich selbst behauptet, die wohl härteste Platte zu veröffentlichen, die je mit finnischen Vocals aufgenommen wurde, verdient zumindest schon mal etwas Aufmerksamkeit. Wer aus dieser Behauptung eine Tatsache macht, verdient Respekt. Mit „Kadotetut“, dem Debütalbum der Band Vainaja, gelingt es dem Trio, eine erdrückende und zerschmetternde Platte zu veröffentlichen, die sich dem Doom und Death Metal verschreibt. Die finnischen Lyrics handeln von historischen Ereignissen des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt von drei Männern der Kirche, welche eine Sekte gründeten, in der sie Menschen opferten, versklavten und lebendig begruben. Liest sich schon mal sehr unangenehm, doch der viel unangenehmere Part erfolgt erst, sobald die ersten Töne aus der Platte erklingen.

Das Intro ist ein atmosphärisches Stück, welches den unwissenden Hörer in eine unheilvolle und grausame Geschichte führt. Kirchenglocken und Vogelgezwitscher leiten die akustischen Gitarrenklänge stimmungsvoll ein. Die kleinen In- und Outros sowie akustischen Passagen, welche immer mal wieder in den Songs auftauchen, verleihen dem Album einen erzählerischen Touch.

Die Geschichte beginnt mit "Vääran Ristin Valtakunta". Bei dem Opener handelt es sich um einen stampfigen Song, dessen bösartigen Vocals des Sängers und gleichzeitigen Bassisten Wilhelm "The Preacherman" Wainaa dem verängstigten Hörer das Blut in den Adern gefrieren lässt. Der anfängliche, müßige und Doom typische Takt verwandelt sich mittendrin in eine Midtempo-Nummer, welche zum Schluss hin immer schneller wird, um in einer unheimlichen Kulisse von schreienden und keifenden Geräuschen zu versinken. Mit "Kahleiden Kantaja" schlägt man dem Hörer die volle Doom-Keule in die Fresse, das darauffolgende "Valon Lapset" gehört mit seiner einprägsamen Melodie und den noch fieseren Growls zu den Highlights des ersten Outputs. Der moderne, fast schon klare Sound könnte bei einigen Hörern sowohl positiv als auch negativ aufgefasst werden. Ich für meinen Teil finde es sehr stimmig und angenehm zu hören. Böse Zungen könnten des Weiteren behaupten, dass sich die Songs vielleicht etwas sehr ähneln, dagegen könnte man jedoch halten, dass Vainaja ihrem Stil treu bleiben und diesen wie einen roten Faden in ihrer Geschichte beibehalten. Überhaupt sollte man stets im Hinterkopf haben, dass einem beim Kauf und Hören des Albums eine Gute- bzw. Schlechte-Nacht-Geschichte erzählt wird und es einfach Sinn macht, sich die Songs auch in genau der vorgegebenen Reihenfolge anzuhören.

Bei "Verinen Lähde" keift einem der werte Vocalist wieder vorbildlich in die Ohren, die stampfenden Drums des Schlagzeugers Aukusti "The Gravedigger" prügeln einen in ein von ihm freigeschaufeltes Grab und ergänzen sich einwandfrei mit den monotonen Gitarrenriffs des Giatrristen Kristian "The Cantor". Gegen Ende des Songs wird die Spannung noch mal aufrecht gehalten, indem fast schon flüsternde Geräusche den derben Sound unterbinden, bevor sie zum Finale noch einmal drauf hauen. "Risti Kädessani" ist ein eher abwechslungsreicher Death-Metal-Song, der besonders im Mittelteil ordentlich abgeht und mit einem keifenden, schwarzmetallischen Schrei abrupt endet. Der vorletzte Song "Viimeinen Tuomio" glänzt mit einem schaurigen Intro, bevor das Gröl-Gewitter mit den schweren Gitarren über die Songlandschaft ausbricht. Der Song klingt so endgültig und verbreitet mit seiner ruhigen, lauernden Stimmung ein unangenehmes Gefühl. Sehr geile Nummer.

Der letzte Song "Kadotettu" schließt den Kreis und knüpft an das Intro an, indem die Kirchenglocken vereinzelt und unaufdringlich im Hintergrund läuten. Die Geschichte endet unheilvoll mit einem langsamen Instrumentalstück sowie einer bedrohlichen Sprechpassage.  Das Outro fasst die Atmosphäre des gesamten Albums sehr gut zusammen. Ein würdiger Abschluss für ein gelungenes Debütalbum.

Vainaja sind eine Band, die man unbedingt im Auge behalten sollte. Das zerstörerische Trio lässt harte Death-Metal-Riffs und schleppende Doom-Momente gekonnt verschmelzen und es macht einfach Spaß, sich bei diesem fiesen Sound zu gruseln. Definitive Kaufempfehlung für die Liebhaber des ultra-bösen Doom, und Death Metal, welche sich auch gerne an ihre Kindheit erinnern, als Mutti ihnen eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hat.

comments powered by Disqus

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17