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Vader: Tibi Et Igni

Toppt sogar den starken Vorgänger mühelos - Must-have für Death-Metal-Fans!
Wertung: 9.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 42:06
Release: 30.05.2014
Label: Nuclear Blast

Mit dem kryptisch betitelten „Tibi Et Igni“ („For You (And Only You) And Fire“) haben Vader eine zweistellige Anzahl an Studioalben erreicht und können in ihrer langjährigen Geschichte somit ein weiteres kleines Jubiläum feiern. Ob es sich bei der zehnten Platte tatsächlich um das „bei weitem härteste Album“ der Bandgeschichte handelt, wie im Promoschreiben behauptet, sei dahingestellt, Fakt aber ist, dass die polnische Abrissbirne den sehr gelungenen Vorgänger „Welcome To The Morbid Reich“ noch einmal toppt, sich dabei äußerst vielfältig präsentiert und mal eben eine der besten Langrillen ihrer Karriere aus dem Ärmel schüttelt.

Schon die recht typischen Anfangsnummern sind auf unglaublich hohem Songschreiber-Level angesiedelt: Das Intro von „Go To Hell“ hört sich zwar ein wenig nach Cradle Of Filth an, dies allerdings soll gar nicht etwa spöttisch oder negativ gemeint sein: vielmehr wird so gut Stimmung aufgebaut, bevor einem mit dem eigentlichen Song ordentlich Blastbeats und Schädelspalter-Riffs um die Ohren gedonnert werden. Auch „Where Angels Weep“, das nur knapp über zwei Minuten lang geraten ist, reißt wahnsinnig mit und peitscht nach vorne wie ein Sturm, genauso wie das mit groovigem, an Metallicas „Seek And Destroy“ erinnernden Mittelpart ausgestattete „Armada On Fire“ oder später das mit einem treibenden, supersimplen, aber äußerst effektiven Chorus versehene „Abandon All Hope“.

Das mittig platzierte „Hexenkessel“ hingegen wartet mit einem Synthie-lastigen Intro auf, dessen Melodie die Jungs anschließend im todesmetallischen Gewand bearbeiten, wobei man mit leicht vertrackten Rhythmen, aber auch vielen melodischen Momenten operiert. Und wieder zeigt sich in eindrucksvoller Manier das schwindelerregend hohe songschreiberische Niveau, auf dem Peter und seine Spießgesellen sich befinden und von dem so manche Genrekollegen sicherlich nicht einmal zu träumen wagen – sowohl leicht progressiv als auch eingängig; so klingt reifer und erwachsener Todesstahl!

„The Eye Of The Abyss“ besitzt ebenfalls ein ausgiebiges Intro, das durch die erhabene Orgel fast sakrale Züge annimmt, um schließlich zur wohl komplexesten und epischsten Komposition der kompletten Scheibe zu werden, bei der die natürlich exzellenten technischen Fähigkeiten der Truppe besonders zum Tragen kommen, aufgelockert durch etwas langsamere Momente, die durch großartige Sololicks versüßt werden.

Die zwei letztgenannten sind mit Sicherheit die beiden auffälligsten Songs, zeigen sie doch am deutlichsten, wie vielfältig Vader agieren können und dass sie auch nach so langer Zeit immer noch ein paar kleine Überraschungen auf der Pfanne haben, ohne die grundsätzliche Härte vermissen zu lassen. Auch das sich logischerweise am Ende der CD befindliche „The End“ ist recht ungewöhnlich: Melancholisch und schleppend und in der Strophe mit gesprochenem Text versehen, während es im Refrain zu gegrowlten Ausbrüchen kommt, fügt sich das Ganze dennoch erstaunlich gut ins Gesamtbild ein. 

Unbedingt erwähnt sei auch das vom im Madrider Prado ausgestellten Schauergemälde „Der Triumph des Todes“ von Pieter Bruegel dem Älteren (1525 – 1569) inspirierte „Triumph Of Death“, das eine sehr starke Thrash-Schlagseite besitzt und einen künftigen Livestandard markieren muss. Denn wer hier nicht augenblicklich seine Rübe in Propellermodus versetzt, dem kann eigentlich nicht mehr zu helfen sein – absoluter Killertrack, der auch von seinen sehr cool eingebauten Spannungspausen lebt.

Es ist ja immer so eine Sache mit Jubiläen, oftmals können sie die Erwartungen doch nicht ganz erfüllen, bei Vader dagegen ist alles mehr als nur im grünen Bereich. Die Polen liefern mit „Tibi Et Igni“ ohne Zweifel eines ihrer stärksten Alben überhaupt ab, das sich facettenreich, spielfreudig und hervorragend produziert darstellt und sowohl vom musikalischen als auch technischen Niveau meilenweit über der Konkurrenz thront. Allein die zahlreichen Gitarrensoli lassen immer wieder mit der Zunge schnalzen, mal abgesehen von der Masse an Killerriffs, die auf der Platte zu finden sind. Death-Metal-Lunatics müssen bei diesem Meisterwerk zugreifen!

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