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Vader: Necropolis

Stagnation im grünen Bereich
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 33:32
Release: 21.08.2009
Label: Nuclear Blast

Vader sind wohl eine der konstantesten Death Metal-Bands, die es gibt. Sie liefern immer gute Platten ab und spielen überall, wo es eine Streckdose gibt. Dieses Vorgehen kann natürlich auch schnell zur Übersättigung führen, aber bisher sind die Polen damit ganz gut gefahren. Dabei hat Frontmann Piotr „Peter“ Wiwczarek erst kürzlich seine gesamte Band neu besetzen müssen und befand sich damit in einer ähnlichen Situation wie Peavy von Rage anno 1999. Die „neuen“ Vader veröffentlichten darauf die mit Neueinspielungen alter Tracks aufwartende Best-of „XXV“ und meldete sich ein Jahr später mit dem neuen Studioalbum „Necropolis“ zurück.

Seien wir ehrlich: Bei einer Band wie Vader sollte man keine großen Überraschungen mehr erwarten. Sie haben ihren eigenen, charakteristischen Stil aus Death Metal mit leichten Thrash-Einflüssen schon längst gefunden und jeder weiß, wie eine neue Platte von ihnen klingt. Es entscheiden lediglich Kleinigkeiten, ob ein neuer Longplayer „nur“ gut oder erste Klasse ist. „Necropolis“ zählt klipp und klar zur ersten Kategorie. Im Gegensatz zu ihren ganz alten Alben haben Vader auch diesmal wieder die Vorzüge des Bremspedals entdeckt und gehen beispielsweise beim Opener „Devilizer“ betont groovig zu Werke. Das funktioniert auch alles schön und gut, aber ein richtiger Hassbatzen wie das 2000er Werk „Litany“ wäre auch mal wieder etwas. Großen Anteil an den damaligen Geschwindigkeitsorgien hatte der ehemalige Drummer „Doc“, der zuerst aufgrund von Krankheiten und Alkoholproblemen die Band verlassen musste und mittlerweile schon seit vier Jahren verstorben ist (R.I.P.).

Seitdem spielen die Polen einen etwas gemäßigteren Stil, der auf dem großartigen „Revelations“ direkt nach „Litany“ bereits seine Perfektion erfuhr. „Necropolis“ im Jahr 2009 krankt an der fehlenden eigenen Identität der Songs, die man kaum auseinander halten kann. Für sich genommen sind „Never Say My Name“, „Dark Heart“ oder „Rise Of The Undead“ klasse Nummern, am Stück wirken sie ein wenig ermüdend. Da freut man sich doch, wenn man sich alter Zeiten besinnt und bei „Blast“ (Nomen est Omen) und „Anger“ alles zerlegt, was nicht schnell genug in Deckung geht. Ganz stark ist auch das mit einem Slayer-Riff aufwartende „When The Sun Drowns In Dark“.

Zwei Coverversionen werden uns dann auch noch spendiert. In ihrer Geschichte haben Vader immer wieder durch tolle Versionen von Fremdkompositionen aufhorchen lassen, allen voran „Freezing Moon“ von Mayhem, welches ich sogar als besser als das Original erachte (Hassmails bitte direkt an mich). Auf „Necropolis“ hat sich das Quartett „Black Metal“ von Venom und „Fight Fire With Fire“ von Metallica vorgenommen. Beide Versionen sind gewohnt gut geworden, haben aber auch beide einen Makel: Der Opener des „Ride The Lightning“-Albums der Metallicats kommt leider ohne das kultige Akustikintro und ein wenig langsamer (!) daher, während es bei dem Venom-Cover im Schlagzeugbereich hapert . Nicht, dass wir uns falsch verstehen, Pawel "Paul" Jaroszewicz ist ein absoluter Könner hinter der Schießbude, aber Venom mit gutem Drumming gehen einfach überhaupt nicht. Die Kompositionen des legendären Rumpel Trios wirken ohne das technisch nicht gerade überragende Schlagzeugspiel von „Abaddon“ irgendwie seelenlos. Ich weiß, ich bin ein Erbsenzähler.

Fazit: Man kann nicht jeden Tag zum Italiener gehen, egal wie gut es schmeckt. So ähnlich verhält es sich auch mit Vader, die ihren Weg gehen und diesen wohl niemals mehr verlassen werden. Stagnation im grünen Bereich, sozusagen.

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