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V.A.: The Cult Of Necrodeath

Weitere überflüssige Huldigungsmission
Wertung: 4,5/10
Genre: Black Metal / Thrash Metal / Heavy Metal / Death Metal
Spielzeit: 59:21
Release: 10.11.2017
Label: Black Tears

Ist schon ein paar Jährchen her, da erwartete man schon fast tagtäglich die Nachricht, dass wieder einer dieser Cover- / Tributscheibchen herauskommt, und nur selten hatten sie dann auch wirklich musikalische Relevanz. Klar, Bands aus der zweiten oder dritten Reihe können so Aufmerksamkeit erhaschen, die tributete Truppe selbst rutscht auch wieder ohne großes Zutun in den Fokus, und dennoch bliebt immer wieder die Frage, was es denn bringt, wenn eine Thrash/ Black Thrash/ Death Thrash-Band einen Song lediglich nachspielt und so gar nicht die Farbe für den eigenen Stempel findet – und schon tauchen die CDs nach kurzer Zeit – wie auch hier – in der Günstig-Grabbelkiste auf.

Den Auftakt liefern die italienischen Death Thrasher von Death Mechanism, die sich „At The Mountains Of Madness“ vom seinerzeitigen Debütalbum „Into The Macabre“ von 1987 vorknüpfen. Na klar, sauberer produziert, was sich gegenüber dem Original insofern bemerkbar macht, dass auf den Drums schon deutlich weniger Hall zu finden ist, aber eben auch eng an der Vorlage angelehnt, sehr eng sogar, sodass die Nummer natürlich noch immer eine richtig geile frühblackthrashige Angelegenheit bleibt, der Coversinn aber abhanden bleibt. Die Black Metaller Malignance aus Italien lassen dann ein bisschen mehr Hoffnung aufkommen: Zum einen verpassen sie „Mater Tenebrarum“ (auch auf dem Debütalbum) einen deutlich diabolischeren Schwarzanstrich und auch der kurze sakrale Part im Mittelteil kommt viel intensiver, aber auch sie bleiben ansonsten eng am Original. Die eher im klassischen Heavy Metal unterwegs musizierenden Damnation Gallery haben sich dagegen den Track „At The Roots Of Evil“ vom 99er Scheibchen „Mater Of All Evil“ ausgesucht. Das Original klingt allein schon von den Gitarren schärfer, der ruhige Backgroundchor von Damnation Gallery tönt schlapp, ansonsten versucht Frontmann Scarlet dann doch wieder zu sehr, genauso kreischend wie die originale Vorlage zu klingen – enttäuschend.

Die Thrasher Killers Lodge, ebenfalls aus Italien, bleiben dann beim 99er Album, kümmern sich allerdings um den Opener „The Creature“ und entschärfen das Original dann zum eher gemäßigteren Groove-Thrasher und sind somit die ersten auf der Compilation, die ihre eigenen Wurzeln einflechten. E-Force rund um den ehemaligen Voivod-Shouter Eric Forrest kümmern sich anschließend um „Master Of Morphine“ („100% Hell“, 2006) und wirken eine Spur aggressiver, können aber am Ende auch nicht die eine oder andere Überraschung einbauen. Fog dagegen machen wieder einen zeitlichen Schritt zurück und krallen sich „Red As Blood“ von der „Black As Pitch“-Scheibe – aber hier wie schon bei anderen Bands auch, streifen sie dem Song eben kein neues Kostüm über, außer dass sie eine Spur gemäßigter zu Werke gehen.

Die erste wirkliche Überraschung liefern die in Metallerkreisen wohl völlig unbekannten Barche A Torsio, einem Folk-Duo aus dem Großraum Genua. Mit Akustikklampfe und rauem Schreigesang sorgen sie für die wohl größte Überraschung auf der CD. Wobei eine Sache völlig offen bleibt: Welchen Song spielen sie da? Angegeben wird der Titel „A-e Reixi Do Mà“, was wohl katalanisch ist...womit die Fragen nicht kleiner werden. Endlich aber jemand, der sicherlich die Erwartungen einfach nicht so erfüllt wie befürchtet. Auch bei Cadalso stochert man ein wenig im Dunkeln, sind das hier doch nicht die spanischen Deather und auch die im Booklet angegeben Homepage existiert nicht. Egal, das Duo hat sich mit „Thanatoid“ einen Song aus der Frühphase der Italiener geschnappt („Fragments Of Insanity“, 1989). Allein produktionstechnisch ballert der Song schon deutlich mehr und die deutlichere Schwarzmetallfärbung bekommt der Nummer ebenfalls gut. Der nächste Versuch geht dann an die italienischen Black Metaller Hörnhammer, die sich auf „The Flag Of The Inverted Cross“ („Into The Macabre“, 1987) stürzen, leider nicht exklusiv, veröffentlichte das Ein-Mann-Projekt den Song schon auf dem eigenen zweiten Album „Visions Of Storm“. Dennoch: Alleselbstmacher Geddon schneidet ein wenig die Kreator-Einflüsse ab und kitzelt mehr das Hellhammer-Feeling heraus – lohnt sich reinzuhören.

Die moderner ausgerichteten Death Thrasher Path Of Sorrow basteln an „Smell Of Blood“ („Draculea“, 2007) herum und verleihen dem doch ein wenig zu glatten Original mehr Roh- und Rotzigkeit, bleiben aber wie oben schon bei den anderen auch nah an der Genua-Vorgabe. Klassischer Heavy Metal steht bei Septem auf dem Programm, die sich um „Process Of Violation“ („Black As Pitch“, 2001) kümmern – und endlich wieder eine Band, die ihren eigenen Stiefel durchzieht, Frontmann Daniele Armanini gar nicht erst auf „böse“ macht, sondern normal singt. Gut, zwischendurch wird auch mal gegrowlt, passt aber. Viel schöner ist es den Italienern aber gelungen, die schleppende Vorlage mit einem Hauch von Power Metal zu umhüllen – Risiko, welches sich auch gelohnt hat.

Sachen gibt es, da kann man sich nur überrascht die Augen reiben: Necrobreath. Hier versteckt sich eine Cover-Tributband aus Indonesien, die ein kleines Necrodeath-Programm intus hat, nun sich an „Eucharistical Sacrifice“ austoben darf und ihre Sache richtig gut macht, aber: Was soll so ein Coverband-Quatsch denn? (Lieber Redax-Cheffe, darf ich hier nicht auch mal Kackenscheißdreck schreiben? Anm. d. Verf.) Für den Song gäbe es hier acht Punkte, für die Idee dahinter allerdings wieder zehn Abzüge. Schizo gehören neben Bulldozer und Necrodeath zu den Speerspitze des italienischen (Black) Thrash Metal und zusammen mit Necrodeath hatten sie ja auch schon an dem „Mondocane Project One“ anno 1989 gearbeitet. Hier ballern sie ihre Version von „Enter My Subconscious“ („Fragments Of Insanity“, 1989) in die Runde und allein die Tatsache des gemeinsamen Werdegangs birgt einen Großteil an Berechtigung, peppen sie die Nummer mit deutlich mehr Dynamik auf und sorgen mit den tankardschen Vocals auch so hierzulande für höheren Wiedererkennungswert. Necrodeath selbst gebührt dann die Ehre, die Compilation nach gut einer Stunde abzuschließen. Fernöstliche Klänge und Instrumentierung, schleppende Riff-Attacken und die bös fauchenden Vocals, fertig ist ein exklusiver Beitrag, der so auch sehr gut zum aktuellen Album „The Age Of Dead Christ“ passen würde.

Eine Compilation mit Coversongs muss einfach viel mehr bieten als das lediglich möglichst korrekte Nachspielen von Songs – da kann man lieber beim Original bleiben. Auf Konzerten wäre das vielleicht noch immer eine schöne Würze, so aber entpuppt sich „The Cult Of Necrodeath“ einfach als weitere überflüssige Huldigungsmission. Drei Nummern, die herausstechen, sind dann schlichtweg zu wenig, um hier bestehen zu können. Komplettisten dürften sich freuen, an der Masse geht das Dingen aber locker vorbei, da das Original allemal deutlich spannender bleibt.

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