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VA: Stay Brutal

Etwas krude Mischung, aber interessante Bands
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 75:53 + 77:44
Release: 16.04.2010
Label: Sony Music

Der erste Blick fällt beim Erwerb einer CD naturgemäß aufs Cover und das sieht hier verdächtig bekannt aus. Wer im ersten Moment an Callejon oder Heaven Shall Burn denken muss, dem sei Recht gegeben, denn für das Coverartwork des ersten „Stay Brutal“-Samplers zeichnet sich kein Geringerer als Bastian Sobtzick verantwortlich, der auch für genannte Metalcore-Recken seine Kreativität fließen lässt.

Allein aufgrund der Frontgestaltung könnte man sich nun dem Gedanken hingeben, hier ginge es um Deathcore, Metalcore und Hardcore, aber nicht nur Liebhaber dieser Genres kommen hier auf ihre Kosten, sondern auch Metalheads, die sich für die etwas ältere Schule begeistern können: Neben Jungspunden wie Bring Me The Horizon oder Annotation Of An Autopsy geben sich auch die Death Metal-Großmeister Cannibal Corpse sowie die Grindcore-Urgesteine Napalm Death und die Essener Thrasher Kreator die Ehre.

Abgesehen davon, dass diese Mischung auf beiden Scheiben etwas krude wirkt – oder hätte jemand von euch Immortal und Caliban zusammengepackt? -, sind die angekündigten „unveröffentlichen Tracks“ wie beispielsweise „Manifest“ von Through The Eyes Of The Dead größtenteils entweder auf den aktuellen, teilweise noch nicht erschienenen Alben der Bands zu hören oder, wie im Falle der Traditionalisten Holy Grail (die übrigens selbst bei dieser Bandauswahl ordentlich aus dem Rahmen fallen) bereits auf früheren EPs erschienen. Ob der Slogan „exclusive/unreleased“ nun kapitalistische Gründe hat oder ob bei der Zusammenstellung des Samplers einfach noch nicht bekannt war, dass einige der Songs später erscheinen würden, sei mal dahingestellt.  

Nichtsdestotrotz gibt es auf der Doppel-CD eine deftige Auswahl auf die Ohren: Neben Maroon, die mit ihrem Song „Stay Brutal“ dem Titel gemäß direkt die Marschrichtung angeben und gleich mit zwei Songs auf dem Doppelalbum vertreten sind, findet sich von den Viking Metallern Amon Amarth über die deutschen Exportschlager Neaera bis hin zu den amerikanischen Comedy-Thrashern Austrian Death Machine – übrigens einem Soloprojekt des As I Lay Dying-Sängern Tim Lambesis - alles, was das Herz begehrt und die Nackenmuskulatur überanstrengt.

Tatsächlich fällt beim direkten Vergleich der alten Schule – in diesem Falle zum Beispiel Behemoth oder Nile – mit den neueren Gruppen à la Landmine Marathon erst auf, wie ähnlich sich die Stile teilweise sind und wie professionell einige der jüngeren Bands ihren Vorgängern nacheifern. Hier teilen sich fiese Black Metal-Krächzer wie „These Ties That Bind“ von The Funeral Pyre die Bühne mit den Old Schooliger agierenden Goatwhore, die Grinder von Landmine Marathon spielen in trauter Zweisamkeit neben Kreator, die mit „Hordes Of Chaos“ den Titeltrack ihres aktuellen Albums abliefern.

Wem jetzt der Kopf schwirrt von all den Namen und Titeln, dem wird es beim Hören der 36 (!) Songs nicht besser gehen. Die Macher von „Stay Brutal“ haben sich wirklich alle Mühe gegeben, die brutalsten Old Schooler, die heftigsten Moshparts und die vielversprechendsten Neulinge auf zwei CDs zu versammeln. Selbst für Kenner dürfte hier noch das eine oder andere Schmankerl dabeisein – erst recht, da der Sampler jetzt als Serie geplant werden soll. Wir sind gespannt auf die nächsten 36 Nackenbrecher.

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