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V.A.: Metalliance Volume 1

Starke, abwechlungsreiche, leicht proglastige Zusammenstellung
Wertung: -/10
Genre: Diverse
Spielzeit: 48:40
Release: 24.04.2015
Label: Hands Of Blue Records

Die Frage, ob man denn bei dem heutigen Angebot im weltweiten Netz – legal oder nicht ganz so erlaubt – überhaupt noch eine Zusammenstellung braucht, muss jeder für sich beantworten. In den meisten Fällen dürfte da ein ganz großes Nein durch den Szenewald schallen. Die KollegInnen von Powermetal.de jedenfalls lassen sich da nicht beirren und veröffentlichen anlässlich des 15-jährigen Jubiläums – herzlichen Glückwunsch dazu – mit „Metalliance Volume 1“ eine erste Zusammenstellung, die schon mit ein paar geschickten Schmankerln durchaus auf der Interessenskala nach oben schnellt.

Den Auftakt liefern die Texaner und Ober-Prog-Thrasher Watchtower mit dem bisher nur auf der Rock-Hard-Heft-CD 2010 gelandeten „The Size Of Matter“. Ursprünglich sollte der Track ja nur ein Appetithappen auf ein drittes Full-Length-Album darstellen, doch bisher ist außer dieser Nummer nicht mehr viel passiert. Ganz im Gegenteil, seitdem Alan Tecchio nicht mehr mit von der Partie ist, tut sich bei den Texanern auch nichts mehr. Mit diesem Song aber heizen sie die Erwartungen auf ein neues Album an, denn der Fan darf hier das zu erwartende Ron Jarzombek-Riff-Feuerwerk nicht nur erhoffen, sondern bekommt es auch geliefert. Zwar kommt Alan nicht mehr zu seinen früher so geliebten Höhen, aber seine Gesangsleitung ist hier noch immer allererste Sahne und sorgt beim thrashigen Prog für eine harmonische Zusammenführung von Anspruch und auch ein wenig Eingängigkeit.

Anschließend gehen die kanadischen Seventh Sin ausgeprägt gemäßigter, vor allem auffällig eingängiger zu Werke. Auch sie steuern eine besondere Nummer bei, wurde doch „Sign Of The Wolf“ zwar schon 2013 veröffentlicht, aber nur als Single-Track, was somit nur eine übersichtliche Verbreitung erfahren haben dürfte. Ein wenig Prog, ein wenig Hard Rock im metallisierten Grundgerüst, ein paar Keyboards drängen sich zu Beginn und zum Ende hin besonders in den Vordergrund (und verbinde nur ich da das weihnachtliche Bimmeln mit Disney World?), verlieren sich im Song aber weitestgehend, auch wenn die Grundmelodie immer wieder hindurchschimmert.

Godslave gehen dagegen mit dem schönen Wortspiel „Vodcarnivore“ schön straight in Old-School-Thrash-Manier in die Vollen. Ursprünglich auf der auf 222 Einheiten limitierten Split-CD „Thrashed Volume III“ mit Torment Tool gelandet, wird hier fernab von Stumpf ist Trumpf eine schöne Mischung aus guter Laune und heftigem Riffing vorgelegt, was die Saarbrückener dann auch gut repräsentiert. Etwas aus der Raritätenkiste steuern auch die Senioren der Franzmänner Killers bei, denn laut beiliegender Information ist „Histoire D'un Homme“ lediglich als Hintergrundmusik einer DVD-Reportage verwendet worden. Euro-Metal-Fans werden an dem klassischem Heavy-Metal-Stück nicht nur wegen des französischen Gesanges ihre wahre Freude haben, sondern vielmehr auch wegen des simplen, aber auch sehr griffigen Riffings. Eher ein Geheimtipp dürften auch noch die Holländer Terrafyght sein. Mit „Superstorm“ haben sie bisher eine EP veröffentlicht, aus den dann auch das vorliegende „Lost Pride“ isoliert wurde. Hard Rock mir angeprogter Schlagseite, der allerdings nicht so wirklich aus dem Quark kommt und sicherlich noch nicht das ganze Potenzial der Band widerspiegelt – durchschnittlich.

Wer es ein wenig aufgedrehter mag, der darf sich nun auf die Prog-Frickeleien aus dem Hause Memento Waltz freuen, wo der Bandname durchaus auch die eine oder andere richtige Assoziation weckt. Natürlich muss man sich erst einmal an dem gewöhnungsbedürftigen Frontmann Lord Goblin herantasten und auch die verschachtelten Songstrukturen verinnerlichen, dann aber wird der gute Underground-Ruf der Italiener mehr als bestätigt - allerdings gilt auch: Nische, ick hör dir trapsen. Die Leipziger Dark Suns setzen das um, was eigentlich alle Bands machen sollten, wenn sie einen Song covern. „Something In The Way“, im Original von Nirvana, kommt hier inkl. Trompetenunterstützung als melancholische Ballade, die sehr ruhig sicherlich zu DER Überraschung der kompletten Compilation mutiert.

Als weiteres Highlight entpuppen sich die völlig unbekannten Level Fields mit Alan Tecchio am Mikrofon. Wer mosern will, dass der Kerl auf der CD gleich zweimal vertreten ist, verliert gleich allen Wind aus den Segeln, denn die speedige Metal-Nummer hat mit Prog nichts am Hut, ballert eher straight daher und erinnert auch kein bisschen an den Poverty's No Crime-Hintergrund. „I See Black“ heißt die aktuelle Single der australischen Progger Mechnical Organic, die ansonsten auch als freier Download im Netz herumgeistert. Die Truppe mit immerhin drei ex-Vauxdvihl-Mitgliedern schleppt sich schwermütig mit schweren Gitarren durch den Song, die Proganteile sind jederzeit nachvollziehbar und schrecken nicht ab und gerade die eigenwillige Gitarrenarbeit ist als hervorragend einzustufen – anhören ist Pflicht.

So richtig außergewöhnlich kommt dann „Clouds Of Magellan“ daher, singt hier doch Tension-, Ballistic und ex-Deuce-Röhre Tom Gattis auf Klingonisch. Star-Treck-Liebhaber dürften zwar verwundert sein, wird diese Sprache doch im Film als eher sehr hart und kriegerisch dargestellt, hier im Song aber überwiegt der hymnisch gleichmäßige, fast schon deprimierende Gesang. Klar, der monotone Rhythmus wird nicht viele Freunde finden, zumal man vergeblich Parallelen zu Wardogs sonstigen Leistungsstand sucht, aber der schon fast Film-taugliche Soundtrack offenbart seine ganz eigene Magie.

Vielleicht ein wenig proglastig, das kann gut sein, aber dafür gespickt mit Überraschungen, über die man auch nicht so beiläufig auf YouTube & Co. stolpert. Lohnenswerte Compilation für kleines Geld, also zackig in den Webshop der Kollegen und das Dingen ordern. Dafür bekommt man dann auch eine gepresste CD mit ordentlichem Booklet, welches über jede Band auf Deutsch und Englisch Auskunft gibt. Da kommt also noch ein Fleißsternchen dazu.

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