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V.A.: Brutal Vision Vol. 2

Scheuklappenfreiheit 2015
keine Wertung
Genre: Metal, Metalcore
Spielzeit: 125:38
Release: 27.03.2015
Label: Noizgate Records/Deafground Records

Bielefelds Noizgate Records und deren Schwesternlabel Deafground Records haben es sich zum Ziel gemacht, in regelmäßigen Abständen einen Sampler zusammenzustellen, auf dem die “neue Metal-Generation” vertreten sein soll. Debütieren durfte die „Brutal Vision“-Compilation bereits 2012, damals mit so großartigen Bands wie The Hand Of Glory oder Unleash The Sky. Runde zwei startet Ende 2015 – und man hat expandiert: Statt einer Platte ist diesmal eine Doppel-CD daraus geworden, insgesamt 30 Bands aus dem Label-Lager wurden zusammengetrommelt. Ob das mit der Menge der CDs exponentiell so weitergehen wird, zeigt sich dann spätestens bei der dritten Ausgabe.

Verfolgt man die aktuelle Szene ein wenig und kennt sich am Rande mit den Rostern der beiden Labels aus, weiß man in etwa, was einen auf „Brutal Vision Vol. 2“ erwartet. Ein buntes Kaleidoskop an Metalstilen wird hier serviert, da treffen sich Metalcore, Death, Thrash und mit „Fly High Fall Deep“ von Storage5 zum Finale der ersten CD sogar eine astreine Ballade.

Alte Bekannte zuhauf finden sich auf den beiden Tracklisten, seien es die brachialen Berliner Placenta, Watch Out Stampede aus Bremen oder die Leipziger Keep It For Tomorrow. Einige gute Tracks sind hier vertreten, die der Schreiberin dieser Zeilen bereits beim Rezensieren der entsprechenden Scheiben aufgefallen sind (hier seien nochmals Placenta erwähnt, deren „Schwarze Tauben Steigen“ bereits auf der „Missgunst Und Neid“ zum Anspieltipp wurde), viel spannender ist es aber, sich die unbekannteren Tracks anzuhören.

Bereits auf CD Nummer eins finden sich einige Highlights; sei es die oben erwähnte Ballade, die Jungens von Cyrcus mit ihrem Crossover-Track „Toy Gun In A Knife Fight“ oder auch Burning Down Alaska, die laut eigenen Aussagen „New Wave Hardcore“ verbreiten, dabei aber erfreulich in Richtung Post-Hardcore pendeln und gekonnt Melodien und Aggressionen verbinden.

Trailer Park Sex sind dann wiederum eine Band, über die man viel lesen kann, die aber bislang aufgrund des absolut billigen Bandnamens von mir eher ignoriert wurden. Hiermit entschuldige ich mich ganz offiziell bei den Jungs: „They Live“ knallt nämlich heftig und kommt mit richtig fiesem Geschrei daher.

Die zweite Scheibe im Bunde läuft mit den eher experimentelleren Grey Season und Soulbound doch etwas schleppender an, erst Fall Of Gaia bringen etwas Schwung in die gute Stube und überzeugen mit einem sehr überraschenden Refrain, der eine dicke Gänsehaut und den Finger auf der „Repeat“-Taste hinterlässt. Wahnsinn, was hier für eine deprimierende Stimmung aufgebaut wird.

Grai schlagen dann mit „In The Arms Of Mara“ einen eher esoterischen Weg ein und haben damit sicherlich den Exotenstatus auf der Doppel-CD inne, es bleibt aber Geschmackssache. Mittelalterfreunde finden hier sicherlich einen Appetithappen. We Are Wolf sind dann mit recht klassischem Metalcore unterwegs, der klare Gesang haut dann so richtig rein und beendet eine etwas dröge Durststrecke, denn auf der Mitte der zweiten CD finden sich nicht ganz so viele Leckerbissen. Solide wird hier agiert, aber Highlights muss man doch eher suchen. Ausgerechnet  Ernste Spass Band lockern das Ganze mit „Veganer Kannibale“ im Crossover-Gewand noch mal nachhaltig auf.

Fazit: Mit „Brutal Vision Vol. 2“ ist es den Herren und Damen bei Deafground gelungen, sich aus der Fülle an Bands eine abwechslungsreiche Kombination zusammenzusuchen, bei der es nicht um stures Geknüppel geht, sondern um Vielfalt und Scheuklappenfreiheit. Zum Entdecken geiler neuer Bands eignet sich das gute Stück jedenfalls vorzüglich!

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