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VA: Brutal Vision Sampler Vol. 3

Ein Einblick in den abwechslungsreichen Labelroster - zumindest auf CD 2
keine Wertung
Genre: Core, Metal, Rock
Spielzeit: 143:25
Release: 10.11.2017
Label: Noizgate Records

Das gar nicht so kleine, dafür aber feine Label Noizgate Records steht mittlerweile nicht nur für handfesten Metal und Hardcore, sondern mischt in allen härteren Genres mit; untermauen kann der Trupp das mittlerweile mit der dritten Ausgabe des Brutal Vision Samplers, dieses Jahr konnten die Musikbegeisterten aus sage und schreibe 316 Bands auswählen, welche gemeinsam mit den bereits festgelegten Noizgate-Schützlingen auf der vollgepackten Doppel-CD zu hören sein dürfen.

„Core in the name of love“ – in Zeiten wie diesen ein Motto, das man sich gerne mal auf die Flagge schreibt, entsprechend unmetallisch ist auch das Artwork gestaltet, man zeigt sich in Pastellfarben, mit Hippie-Attitüde und hat trotzdem deftige Teilnehmer wie WeAreWolf und Burden Of Life mit an Bord. Dass sich die härtere Gangart und die Nächstenliebe nicht ausschließen, wird hier mal wieder eindrucksvoll bewiesen.

Spannend sind neben den vom Social-Media-Publikum gewählten Bands natürlich vor allem die bisher unveröffentlichten Beiträge der Labelcombos. Los geht’s aber erstmal mit alten Bekannten, denn Watch Out Stampede eröffnen mit ihrem Kracher „Fingers Crossed“ vom letzten Album „SVTVNIC“ den bunten Reigen standesgemäß mit ordentlichen Breakdowns; wer sich allerdings mit dem Klargesang nur wenig anfreunden kann, sollte einen kurzen Zwischenstopp bei den Mönchengladbachern NIOR machen, die mit „Nightwalker“ eine richtige Abrissbirne mit an den Start bringen. Überhaupt ist CD Nummer eins hauptsächlich der Core-Fraktion vorbehalten, wobei man sich bei manchen Bands wirklich fragt, warum ein eigentlich astreiner Knaller mit Klargesang – man kann es nicht anders sagen – verunstaltet wird.

Dafür kredenzen uns die guten And There Will Be Blood ihren „Obitus“-Opener „Hell Is Open“, der seinem Namen alle Ehre macht, und auch die Recklinghausener Devotion halten sich trotz Melodieteppich tapfer mit deftigem Geschrei über Wasser. Mit der neuen ALL WILL KNOW-Single „Dead World“ findet sich dann das erste Appetithäppchen auf dem Sampler; sollte der Song ein Aushängeschild für das kommende Album „Infinitas“ sein, darf man sich auf jeden Fall auf jede Menge Melodie, aber auch ordentliches Geschrei gefasst machen.

Gerade auf der zweiten CD finden sich dann einige neue Tracks, unter anderem die neue MAJOR ERD-Single „#blindflug“, bei der man nichts gegen deutsche Texte haben darf; ein ziemlich düsterer, etwas kruder Track, der einen aber trotz anfänglicher Skepsis immer mal wieder zum erneuten Anhören nötigt – auch hier aber ein fettes Nein für den Klargesang. Auch Burden Of Grief haben sich mit ihrem neuen Song  „Goddess Of The River“ eingeschmuggelt, episch-progressiv wie eh und je kann man die Regensburger hier hören; als einzige (!) Sludge-Band haben Alligator Rodeo ihren neuen Track „Freight Train“ ausgepackt, einen ziemlich lärmigen, angepissten Siebenminüter, und was soll ich sagen: Allmählich mausert sich der Detmolder Dreier zum Sludge-Liebling.

Ausgerechnet ein Pop-Song lässt dann nochmal positiv aufhorchen, hat Noizgaterin Debby doch mit „Beliefs“ einen eigenen Track beigesteuert – mit schöner, warmer Stimme wird hier ein erwartungsgemäß eindringlicher Song vorgetragen, der zwar musikalisch eher aus dem Rahmen fällt, aber qualitativ doch nochmal ein Schippchen obenauf legt.

Eine schöne Mischung findet man hier vor allem auf der zweiten CD – wer sich eher für Core interessiert, ist mit CD eins sicherlich besser aufgehoben. Insgesamt gibt es mit dem dritten Brutal Vision Sampler aber wieder eine runde Sache zu erwerben, die einen guten Einblick in den Labelroster ebenso wie in die derzeitige deutsche Core-Szene bietet – da liegt aber auch das einzige Manko: Core kann durchaus noch abwechslungsreicher dargeboten werden, zumal die immer ähnliche Songstruktur mit Geschrei zu Beginn und (teils recht abschreckendem) Klargesang im Refrain langsam den Reiz verliert. Dennoch: Wer seinen Musikgeschmack im härteren Bereich breit fächert, wird hier sicherlich die ein oder andere Perle finden.

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