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V8 Wankers: Got Beer?

Benzin im Blut, Rock’n’Roll im Arsch, Punk im Kopf
Wertung: 9/10
Genre: Punk’n’Roll
Spielzeit: 54:06
Release: 26.04.2013
Label: Steamhammer/ SPV

“Got Beer?” wollen die V8 Wankers wissen. Aber – verdammte Axt – irgendwelche Wixxer haben da wohl eher zugeschlagen und alles an Alk vernichtet, was hier an Vorräten gebunkert lag. Das kommt davon, wenn es in Offenbach nur die Bierakademie, aber keine ordentliche Brauerei zu geben scheint. Zumindest Frontmann Lutz Vegas scheint auch der einen oder anderen Whiskeyverköstigung nicht abgeneigt, denn wo sonst kommt diese geil versoffen raue Stimme her? Ein bisschen Jello mit ganz viel Rotz.

Endlich lassen die Hessen von dem etwas glatten „Iron Crossroads“-Pfad ab, treten wieder in die oberprolligen Säuferstapfen und hauen glatt 15 nicht immer ganz jugendfreie, allerdings absolut trendlose Punk’n’Roll Songs auf das Tableau, bis auch der letzte Mainbesucher kapiert, dass hier einmal mehr der Arschtritt ganz oben anzusiedeln ist. Dabei pendeln sich die Asi-Rocker ganz gerne auf Hüftniveau ein, bieten sich aber nicht für weitergehendes Niveaulimbo an.

Schon traditionell wird selbst dem pornorösen Glammer etwas Platz gelassen und mit dem fett rockenden „She’s Nitro“ der vielleicht kommenden Pornoqueen Leno Nitro ein hartes musikalisches Denkmal gesetzt. Jaja, die V8 Wankers sind doch hoffentlich bekannt dafür, dass man nicht jedes Wort zur sehr in den Fokus stellen sollte, vielmehr setzen sie auch heuer immer wieder auf die unbändige Rockkraft und den mitgrölbaren Enthusiasmus. Und wie man mitgrölen und sich perfekt mit dem proletischen Bürgertum auseinandersetzen kann, zeigen sie in dem Uptempohammer „Got Beer?“ mit entsprechender Wies’n-Bierzeltatmosphäre, ganz sicher nach dem drölften Mass unter den Augen draller Bedienungen.

Es wird gespielt, was gefällt, auch wenn vielleicht das eine oder andere Riff bekannt vorkommt. So kann man „Long Spoon“ locker mal auch einigen AC/DC-Fans vorspielen. Zumindest der Anfang von „The Enemy“ schafft sich bei eben jenem Klientel genauso ein paar wohlwollende Worte, wobei „We’ll Fight Them All“ auch genauso in einer Deep Purple-Bar gespielt werden könnte.

„Road Hog“ ist ein benzingetränkter, schneller Punk’n’Roller mit sattem Groove, wo alle Zündkerzen senkrecht stehen, in „St. Elmo“ bauen sich noch sachte ein paar Gitarrenspuren ein, die entfernt an Peter Wells von Rose Tattoo erinnern, und bei „Yeah She’s A Bitch“ – toll asiger Titel übrigens, der durchaus ins Konzept passt – sorgt Simone Wenzel im Refrain für die passende kurzweilige Hintergrundbeschallung. Mehr in den Vordergrund rutscht sie dann bei „Drowned In Tears“, ein Song mit sanftem D.A.D.-Flair.

Ist doch klar, was jetzt kommt: Pilsken auf, „Got Beer“ auf elf aufdrehen, von der Uschi von nebenan die High Heels in den Brustkorb rammen lassen, während man im Geschwindigkeitsrausch auf dem Moped über die Piste heizt – Benzin im Blut, Rock’n’Roll im Arsch, Punk im Kopf: eine brandgefährliche Mischung, was uns die V8 Wankers da aus Offenbach übers Land schicken – Achtung Suchtgefahr. Da passt es wie Arsch auf Eimer, dass Uwe Lullis wieder rechtzeitig auf dem Produzentensessel Platz genommen hat – er scheint aus ihnen genau das herauszukitzeln, wonach dem Fan giert, verwixxt und zugenäht.

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