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Ursus: Fuerza Metal

Ein speedig-thrashiger Rumpelgenuss
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 34:37
Release: 30.09.2011
Label: Pure Steel Records

Kolumbien gilt zwar nicht gerade als Hochburg für stählernde Sounds, doch gerade in der Kultur- und Hauptstadt Bogotá tobt eine heftige Metalszene, aus der schon vor etlichen Jahren Ursus entsprungen sind. Mit „Fuerza Metal“ (spanisch für Kraft/ Gewalt und halt Metal) legen sie sogar schon ihr zweites Full-Length-Album und gleichzeitig ihren Einstand bei Pure Steel Records vor. Jetzt haben die Labelmacher nicht immer gerade ein glückliches Händchen bei der Auswahl ihrer Bands bewiesen, doch mit dem kolumbianischen Thrash-Quartett stehen sie dann doch wieder eher auf der Sonnenseite – was so ein bisschen Karibik doch ausmachen kann.

Schon alleine das Artwork, welches sicherlich heutzutage nicht mehr wirklich vom Hocker haut, weist darauf hin, wo sich die Dame und die drei Herren wohl fühlen: Mucke im Stile der Achtziger, immer recht straight vor den Latz geknallt, denn sie leben eher von der starken und einfachen Riffgewalt als von technischen Glanzleistungen. Der Sound spielt da natürlich keine unwichtige Rolle: Schon fast antiquiert – Fans würden sagen: authentisch – bollern sie munter drauflos und kommen ein wenig dumpf wie schon damals G.B.H. herüber; die Becken scheppern schön, wobei die Drums durchaus mehr Wums vertragen könnten und Schlagwerkerin Diana eher songdienlich als filigran die Kessel versemmelt. Pluspunkte können Ursus mit der Stimme von Felix einheimsen, denn er bellt mit einem Touch Hysterie und faucht wie ein wild gewordener Jaguar. Wahrscheinlich werden die meisten sich am spanischen Gesang stören, doch genau damit setzen sie sich ein wenig von dem sonstigen Thrash-Segment ab.

Über das Intro „El Rugido“ legen wir lieber den Mantel des Schweigens, denn hier wird nicht wie versprochen gebrüllt, sondern mehr zum schlechten Wetter geknurrt. Das anschließende „Patria Grande“ knallt da schon eher, ein schönes Frühphasen-Thrash-Speed-Stück mit gehöriger Hardcore-Kante – es wird einfach sehr deutlich, wie nahe doch Punk und Metal verwandt sind – irgendwie kommen da auch Vergleiche mit Uganga auf, die letztes Jahr für einige Shows ihren brasilianischen Hafen verlassen hatten (Sarcófago dürfte vielen Fans noch eher ein Begriff sein). 

„Infamia Tauricioa“ bietet genauso wie „Fuerza Metal“ eine Reise in die Vergangenheit, Warhammer können genauso als Referenz herhalten wie Metal Inquisitor (die aber schon zu glatt produziert sind). Der Rumpelfaktor ist dermaßen hoch, dass sich sogar die meisten Thrashbands von damals an Ursus die Zähne ausbeißen würden. Ein wenig Abwechslung bringen sie mit „Marioneta De La Guarra“ ins Spiel – zuerst schippern sie eher im balladesken Kahn durch die Bucht, gondeln dann gemächlich im Midtempo, bevor sie dann doch noch mit deutlich mehr Knoten die Lauscher durchpflügen, ehe sie dann abrupt wieder mit balladeskem spanischem Flair austrudeln.

Bei allem Jammern auf hohem Niveau muss die Band allerdings einen Kritikpunkt ganz besonders abarbeiten: Die „Ahahaha“-Parts in „Pueblo Sin Memoria“ oder auch schon am Anfang kurz in „Patria Grande“ sind einfach nur nervig und schief.

Kolumbien kann also auch anders – nicht nur die Welt mit einem Scheißdreck an Drogen verseuchen, sondern mit einer ordentlichen Thrash-Dosis eher für berauschte Headbang-Einheiten sorgen. Ursus wollen also kompromisslos nach vorn preschen, wobei sie mit „Fuerza Metal“ ganz sicher auf dem richtigen Weg sind – natürlich ist auf dem Pfad zum Metal-Olymp die Weste nicht schneeweiß, denn ein paar Stockflecken machen sich dann doch unschön breit, aber Fans von Achtziger-inspiriertem Thrash Metal finden hier eine Perle lateinamerikanischer Kurzweil – roh und speedig, da gilt es also, die Vorurteile gleich mal in die Tonne zu kloppen und ein paar Kröten für „Fuerza Metal“ zusammenzukratzen – ein speedig-thrashiger Rumpelgenuss bietet dann aber genug Entschädigung.

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