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Urn: Soul Destroyers

Long live Old School
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 46:33
Release: 30.05.2008
Label: Dynamic Arts Records

Der Gehörnte himself in Kriegsmontur samt rotem Stringtanga. Das Cover der Finnen Urn spricht schonmal seine eigene Sprache. Nun ja, was soll ich als weibliches Wesen dazu sagen? Man ahnt, dass es hier keine technische oder gar moderne Metalmucke um die Lauscher geben wird.

Aber gut, wollen wir uns lieber der Musik der Finnen zuwenden. Bereits seit 1999 wütet die Band, bestehend aus Sulphur (Vocals, Bass), Blackvenom (Gitarre, Backing Vocals), Hellwind Inferion (Drums) und walzt mit ihren Kompositionen alles platt, was nicht rechtzeitig Deckung gefunden hat.

Und nun ist das Jahr 2008, und die Herren bringen über das finnische Label Dynamic Arts Records nach „Dawn Of The Devastation“ aus dem Jahre 2006 ihren nunmehr fünften Output raus. Zur Mucke ist zu sagen, dass die Herren, die aus der Legion des Black Metal stammen, sowohl traditionellen Thrash Metal ihr Eigen nennen als auch des öfteren mal gerne in Venom-Scheiben reingehört haben dürften.

Desweiteren steht soundtechnisch Nostalgie ganz oben auf dem Plan der Musiker. Pur, ohne technische Schnörkel, wenn man mal vom auf Sulphurs Stimme gelegten Hall absieht, zielt alles darauf ab, den Spirit der guten, alten Zeit wieder aufleben zu lassen. Hier bekommt man nochmal eindrucksvoll vor Augen beziehungsweise vor Ohren geführt, aus welcher Art von Musik die heutige Szene ihre Wurzeln gezogen hat, denn diese drei Musiker zelebrieren die gute, alte Zeit regelrecht.

Feuer prasselt, dazu schreiende Menschen und infernalische Stimmen; ja, man könnte meinen, man befände sich im Wohnzimmer des Gehörnten. Diesem gelungenen Intro folgt das schrammelnde Eingangsriff von „Lifeless Days“ und zurück geht es in der Zeit in die guten, alten Achtziger, in denen die Geburtsstunde dieser Mucke begründet liegt. Einen punkig angehauchten Rhythmus macht man hin und wieder in „(Bringer Of) Pain, Agony and Death“ aus. Herrlich anzuhören sind hier diese heulenden Gitarren.

Auch zu gefallen weiß die Gitarrenarbeit in “Black Steel Worship” – richtig schön düster und bedrohlich. Tja, solch eine Stimmung kriegt man auch ohne großartigen Einsatz eines möglicherweise noch nervenden Keyboards hin, mein Kompliment hierfür. Starkes, beeindruckendes Teil. “Strike Of Conqueror” kommt dagegen ein wenig unspektakulärer um die Ecke; der Song weiß irgendwie nicht so mitzureißen wie es die anderen bislang gehörten verstanden haben.  “In Darkness, The Fire” ist wieder so ein richtig geiler Old School-Kracher vor dem Herrn und entschädigt für den eher lauen Vorgänger.

Besonders im Ohr hängen bleibt, man vermutet das zunächst gar nicht, die melodische Arbeit der Gitarrenfraktion in „Legions United“, die man bis zu diesem Stück auf der Scheibe so noch gar nicht zu hören bekommen hat. Da sagt man nur „Hail“! In „War And Victory“ meint man, einen etwas komplexeren Songverlauf zu vernehmen, was bislang, wenn man mal „Legions United“ außen vor lässt, doch eher Mangelware war, denn man frönte in den ersten Songs doch eher dem weniger anspruchsvollen Black / Thrash Metal.

„Blood Of The Desecrators“ bringt etwas mehr Farbe ins Spiel, will heißen, durch das melodische Eingangsriff wirkt das Ganze interessant und es macht Freude, dem Ganzen weiter zu lauschen. Nun heißt es, Lautsprecher bis an die Schmerzgrenze aufreißen, denn der entfesselte „Decibel Hellstorm“ steht an, um alles sich ihm in den Weg stellende hinweg zu fegen. Die Gitarren erschaffen hier eine wahrhaft düstere Stimmung, gut gemacht.

Den Titelsong „Soul Destroyers“ haben sich die Jungs bis zum Ende der CD aufgehoben. Ein wunderbar stimmungsvolles Intro läutet dann das letzte Gefecht ein, das sich eher im Midtempo abspielt. Ein würdiger Titelsong, weil songwriterisch ziemlich gut durchdacht und weil er den Hörer in seinen Bann zu ziehen weiß. Mein Kompliment an die Jungs, dass sie ihr Ding so konsequent durchziehen und sich und ihrer Linie treu gebleiben sind und bleiben.

Fazit: Long live Old School. Old School-Liebhaber und Venom-Fans dürften ihre wahre Freude an diesem Release haben. Horns up!

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