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Uriah Heep: Celebration

Zwei neue Songs und zeitgemäß klingende Neueinspielungen alter Klassiker
keine Wertung
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 62:21
Release: 02.10.2009
Label: earMUSIC (edel)

Eine Band, die nicht totzukriegen ist: Uriah Heep, neben Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath eine der ganz großen Legenden des klassischen Hard Rock, wird Ende des Jahres 40 Jahre alt. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass eine gewisse Melissa Mills in der unsäglichen Musikzeitschrift „Rolling Stone“ 1970 über das Debüt „Very ’eavy... Very ’umble“ schrieb, sie müsse „wohl Selbstmord begehen, wenn es diese Gruppe schafft“.

Keine Ahnung, wie es um den Gesundheitszustand dieser Dame bestellt ist, Uriah Heep jedenfalls erfreuen sich weiterhin eines hohen Bekanntheitsgrades und werden anlässlich ihres Jubiläums auch bald wieder auf deutschen Bühnen zu sehen und zu hören sein (siehe hier). Und im Gegensatz zu so manchen Kollegen, die teilweise nur noch ein Schatten ihrer selbst sind, machen die britischen Altrocker, von denen mit Gitarrist Mick Box nur noch ein Gründungsmitglied am Start ist, auch anno 2009 noch jede Menge Spaß.

Fans werden natürlich geteilter Meinung darüber sein, ob es tatsächlich ein guter Einfall war, die alten Klassiker neu aufzunehmen, aber an sich finde ich persönlich die Idee, anlässlich dieses beeindruckenden Jubiläums alte Stücke im neuen Gewand zu präsentieren, gar nicht so übel. Mal abgesehen davon weiß ja jeder, der die Band in der letzten Zeit mal live gesehen hat sowieso, wie Stücke wie „Lady In Black“, „Stealin’“, „Look At Yourself“ oder „Easy Livin’“ heute in etwa klingen. Auf alle Fälle ist „Celebration“ ein knackig produziertes, erfrischendes Album geworden, dem man nicht anmerkt, dass es alte Männer um die 60 Jahre eingespielt haben. Die Spielfreude ist stets spürbar und insbesondere die grandiose Leistung von Sänger Bernie Shaw, der inzwischen auch schon über zwanzig Jahre Heep-Frontmann ist, macht einen sprachlos. Wahnsinn, was der Kerl noch für eine Power hat und wie er immer noch ziemlich problemlos die hohen Töne kriegt.

Alle Nostalgiker, die dennoch sagen werden, dass die Neueinspielungen niemals an den Charme der Originale herankommen, kann ich sehr gut verstehen und auch ich ziehe es vor, die Songs in ihrer ursprünglichen Version zu hören, doch wird mir wohl jeder zustimmen, wenn ich behaupte, dass das Ganze zumindest keine Peinlichkeit geworden ist.

Außerdem haben Uriah Heep mit „Only Human“ und „Corridors Of Madness“ noch zwei brandneue Stücke mit auf die CD gepackt, die sich gut ins Gesamtbild einfügen. „Only Human“ ist eine recht simple, straighte Rocknummer, eher unspektakulär, aber sicher nicht schlecht, während das geil groovende „Corridors Of Madness“ den deutlich stärkeren, weil vielseitigeren Song darstellt.

Was die Songauswahl angeht, gibt es nicht allzu große Überraschungen, natürlich sind – wie bereits erwähnt – die Megahits „Stealin’“, „Look At Yourself“, „Easy Livin’“ und logischerweise „Lady In Black“ dabei und auch sonst darf man sich über unsterbliche Evergreens wie das grandiose, progressive „July Morning“, die halbakustische Gänsehauthymne „The Wizard“, den markigen Heavy-Rocker „Gypsy“ (der allererste größere Hit von Heep) oder das luftig-leichte „Free Me“ freuen. Ich persönlich finde zwar, wenn man schon so eine Aktion durchzieht, dass es mal gar nicht geht, auf „Return To Fantasy“ zu verzichten, aber bei den unzähligen Klassikern, die diese Band geschrieben hat, kann natürlich kaum auf die Wünsche jedes einzelnen Fans eingegangen werden. Mal abgesehen davon erwähnte ich ja bereits, dass ich auch eher zu der Fraktion gehöre, die die Originale vorzieht.

Zweifelsohne stellt „Celebration“ trotzdem eine gelungene Compilation dar, die man sich immer mal wieder anhören kann und die dank des brillanten Sounds absolut zeitgemäß klingt. Man hätte natürlich beispielsweise auch ein Livealbum mit einem gigantischen Konzert mit Special-Setlist oder ähnlichem herausbringen können (aber vielleicht kommt so was ja noch; außerdem ist auf der Deluxe-Version von „Celebration“ noch eine DVD mit dem Auftritt vom diesjährigen Sweden Rock enthalten), aber es ist definitiv auch ganz interessant, mal zu hören, wie die alten Klassiker heutzutage im Studio klingen. In jedem Fall wird deutlich, dass die Jungs, ähem, wollte sagen: Rockopas, mit Spaß an die Sache herangegangen sind und so bewiesen haben, dass man sie noch längst nicht abschreiben sollte. Eine Bewertung der Scheibe macht bei nur zwei neuen Songs allerdings wenig Sinn, daher verzichte ich darauf. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, was er von den Neueinspielungen hält.

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