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Up To No Good: A Glimpse Of Truth

Die deutschen Flaw
Wertung: 8/10
Genre: New Art Rock
Spielzeit: 48:43
Release: 28.05.2010
Label: Woodhouse Records

Erstmal ein großes Lob an die Promo-Menschen: Ich habe noch nie eine Beschreibung gelesen, die so wenig passt wie die, dass Up To No Good „irgendwo zwischen Linkin Park und Killswitch Engage“ liegen. Wenn der Rap-artige Gesang bei „Forsaken“ einen Vergleich mit ersteren heraufbeschwört, lasse ich mir das ja gerade noch gefallen, aber von Killswitch Engage ist hier tatsächlich weit und breit nichts zu hören.

Glücklicherweise haben die Paderborner nämlich ihren ganz eigenen Stil. Ob dieser mit dem Genre „New Art Rock“ ausreichend beschrieben ist, darf man bezweifeln, Fakt ist aber, dass das Quintett eine der interessantesten deutschen Rockplatten des Jahres liefert – und das, obwohl auf den ersten Blick soviel dagegen spricht. Besagter „Rap“ zum Beispiel. Oder die Tatsache, dass weder Sänger Raphael, noch Sänger und Bassist Frederik mit einer perfekten Stimme gesegnet sind. Ebenso wenig wie mit einer perfekten englischen Aussprache. Oder einfach, dass es so viele gute deutsche Bands gibt, dass man sich fragen muss, warum ausgerechnet Up To No Good so aus der Masse herausstechen.

Beantworten lässt sich diese doch elementare Frage nicht ganz so einfach, dazu muss man die Debütscheibe der Jungs schon mehrmals hören. Auf den ersten Blick lauscht man nur einer weiteren Band, die versucht, sich mit bescheidenen Mitteln aus dem Untergrund-Schlamm nach oben zu kämpfen; spätestens beim zweiten Durchlauf merkt man aber, dass es die Platte gehörig in sich hat. Hier wird Nu Metal, Rock, Alternative und ein bisschen Emocore bunt gemischt und zu einem Brei vermengt, dem man sich kaum entziehen kann.

Dabei startet „A Glimpse Of Truth“ durchaus gewöhnungsbedürftig, nämlich mit einer Mischung aus aggressivem Sprechgesang, Shouts und einem unglaublich ohrwurmigen Refrain („Office“), bevor mit „Until Infinity“ fast Fear Factory-mäßige, epischere Töne angeschlagen werden. Das bereits erwähnte „Forsaken“ geht mit seiner Rap-Einlage und dem klaren Gesang eher in Richtung Flaw als Linkin Park, und dürfte live garantiert einiges in Bewegung setzen. Ebenfalls in eine ähnliche Kerbe schlägt „Other’s Tears“, das ohne Sprechgesang auskommt, dafür aber mit einem großartigen instrumentalen Zwischenstück aufwartet.

Richtig aufs Gas treten die Jungs bei „Resignation“, in dem sogar ordentlich knallende Shoutings Einsatz finden. Dabei schmunzelt man zwar schon das ein oder andere Mal aufgrund des deutschen Akzents, aber hey: Blutengel sind auch keine Helden was die englische Aussprache angeht, und können sich trotzdem über mangelnden Erfolg nicht beschweren. Mit „Demons“ hauen UTNG noch einen Wahnsinns-Ohrwurm raus, „Fake“ atmet anfangs ein wenig Hardcore-Feeling, bevor es in einem epischen Refrain mündet und mit „Innocence“ wird zum Ende hin noch eine Halbballade reinsten Wassers auf den Hörer losgelassen, die glücklicherweise ohne Kitsch auskommt.

Fazit: Up To No Good haben mit „A Glimpse Of Truth“ eine ziemlich abwechslungsreiche Platte geschaffen, die trotzdem wie aus einem Guss wirkt. Mit ihrer Mischung aus melodiösen Einlagen und härteren Parts erinnern sie stark an die Amis von Flaw und könnten gut als deren deutsche Antwort durchgehen. Eine Kaufempfehlung ist das Album allemal und zwar nicht nur für Fans der amerikanischen Alternative Metaller!

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