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Untoten: Schwarze Messe

Nicht so satanisch, wie man meinen könnte
Wertung: 8.5/10
Genre: Dark Wave, Gothic Rock
Spielzeit: 43:23
Release: 01.10.1999
Label: Sonic Malade

"Oh!... Was haben wir denn da wieder schlimmes und verteufeltes?" wird wohl der eine oder andere unbedarfte Betrachter denken, der zum ersten Mal dieses Album der Untoten in den Händen hält: Schwarze Messen? Satanismus?? Teufelsanbetung??? Und das auch noch von einer Band die "Untoten" heißen?!?! Ein vorprogrammierter Skandal demzufolge also? Nein, nein... Gar so schlimm ist es bei weiten nun auch wieder nicht und man kann beruhigt Entwarnung geben, denn insgesamt ist das Coverdesign und der Albumtitel provokanter als der gesamte, restliche Inhalt jener CD. Aber dieses Phänomen hatten wir ja auch schon beim gleichnamigen Buch “Schwarze Messe“ von Untoten und Soko Friedhof Schöpfer David A. Line.

Während der gesamten Spielzeit von 43:23 Minuten zieht sich hier eine ganz besondere Stimmung durch das komplette Album, welches von einer extrem gelungenen Atmosphäre aus klassischen, alten Horrorfilmen und Gruselgeschichten getragen wird. Explizit verstärkt durch den Einsatz dementsprechend eingebauter Sprach-Sampels und Kratzgeräuschen, wie sie vom Abspielen alter Schallplatten her bekannt sind). Die Musik selber bildet hier eine homogene Mischung aus Dark Wave und Dark Electro (inkl. einiger vereinzelten „rockig angehauchten“ Passagen). Textlich gesehen wird aber der geneigte Hörer wohl vergeblich auf verbotene und satanische Textverse warten müssen: Denn die wird er hier (wie zu anfangs bereits erwähnt) nicht finden! Jene Texte sind zwar allesamt melancholisch-düster und spielen gekonnt mit bekannten Pathos- und Klischee-Elementen aus dem Gothic- und Groschenroman-Bereich, aber von Satanismus ist wahrlich nichts zu entdecken.

Oder um es mal ganz einfach auszudrücken: "Schwarze Messe" ist ein sehr gelungenes Kleinod dunkler Musikgeschichte geworden und ein berechtigtes Kultwerk der Untoten, welches einen wahrlich von der ersten bis zur letzten Minute durch seine extrem fesselnde Präsenz und Gruselatmosphäre (welche auch sehr gekonnt durch Gretas leicht geraunten Gesang umgesetzt wird) nicht mehr los lässt. Das Album kann mit insgesamt 10 Songs aufwarten, wobei vier davon lediglich kürze Hörspiele sind (“Die freudlose Gasse“, “Nekrolog“, “Gunshot wounds“ und “Autumnal Equinox“). Jene 10 Tracks erzählen zwar keine zusammenhängende Geschichte (womit also automatisch jeder Song für sich alleine steht, aber dafür weiß jeder auf seine eigene individuelle Art und Weise für sich zu begeistern: Sei es nun bei dem sehr mystischen und voller Friedhofsatmosphäre angehauchten “Tanz der Hexen“ oder beim subtil-aggressiven “Desdemonia“, welches uns in die tiefsten Geisterwelten zu entführen weiß. “Black blood“ ist dagegen eine relativ versöhnliche Gothic Rock Nummer der ruhigen und düster-romantischen Art, um dann anschließend (und nichts ahnend) mit “Church of Littleton“ dann doch noch richtig aufzudrehen.

Ein Album, das wahrlich für jeden etwas zu bietet. Auch wenn sich dieser musikalische Stilmix anfangs vielleicht etwas gewagt anhören mag, so ist er dies aber in Wirklichkeit zu keinem Zeitpunkt! Musik und Texte gehen von Anfang bis Ende immer harmonisch und passend einher und wissen sowohl zu fesseln, wie auch anstandslos zu begeistern und letztendlich zu wohligem Gruseln anzuregen... Und merke zudem immer: Nicht überall wo ein „Symbol des Teufels“ zu sehen ist, ist auch wirklich einer drinnen. Zumeist sollte man darunter -wie in diesem Falle hier - eine sehr gelungene und augenzwinkernde Provokations-Satire verstehen, die ebenso voller Vitalität und Einfallsreichtum strotzt, dass es bei dieser Produktion der Untoten wohl doch irgendwie wieder mit dem Teufel zugegangen sein muss.

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