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Untoten: Herz der Finsternis (Grabsteinland III)

Pures Kopfkino und Musikfilm in einem
Wertung: 9.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 53:33
Release: 04.11.2005
Label: Grafenwald Verlag

Was einst gegen Ende des Jahres 2003 ganz still und leise mit dem “Grabsteinland“ begann und seinen Mittelpunkt darin ein Jahr später in der Fortsetzung “Herrschaft der Vampire“ fand, endet nunmehr in diesen kalten und dunklen Wintertagen... Und zwar direkt und unmittelbar im “Herz der Finsternis“.

Dass die Untoten nicht umsonst schon seit Jahren als eine der „Kultformationen der schwarzen Szene“ bezeichnet werden (ihnen „böse Zungen“ aber auch immer wieder viel und gerne „Kitsch, Pathos & Klischees“ in den Texten vorhalten), stellen sie auch mit dem Abschluss jener “Grabsteinland - Trilogie“ wieder beeindruckend unter Beweis!

“Herz der Finsternis“ knüpft rein textlich gesehen nahtlos an seine beiden Vorgänger an und führt uns weiter in eine Fantasie- und Horrorwelt voller Mystik, Zauber, Anmut, Dunkelheit, Kampf und Tod. Die Schlacht ums Grabsteinland neigt sich dem Ende zu... Aber nicht ohne ein Wiedersehen zu verzeichnen mit ach so bekannten und lieb gewonnenen Figuren und Helden wie den Wölfen, dem Raben „Niemals, Niemals“, des jungen Mädchens und sowie letztendlich auch dem kleinen Tod.

Sämtliche Düstergruften, Friedhöfe, Wälder und Jahreszeiten hinter uns lassend, führen uns Greta Csatlos (Gesang) und David A. Line (Texte und Kompositionen) ein letztes Mal in ihr utopisches Märchenland und lassen es dementsprechend noch mal richtig krachen:

“Herz der Finsternis“ ist mit Sicherheit eines der pathetischsten und ohrwurmlastigsten Gothic-Rock Stücke auf dem Album und läutet im Grunde den Start jenes Abschlusswerkes der Trilogie ein: Melodiös, treibend und unnachahmlich intensiv von Greta intoniert. Sicherlich (wenn man es so sagen will) gleich einer der potenziellen „Hit-Songs“ des Albums!

Eher besinnlich und träumerisch geht es bei “Des Raben Flug“ daher: Was beim Vorgängeralbum “Herrschaft der Vampire“ der Song “Als ich unter Wölfen schlief“ in Sachen „gothischer Ballade“ war, ist hier nun eben genannter. Am besten die Augen beim anhören schließen und sich von jenen schwarzen Himmelsbegleitern treiben lassen: den Raben.

Recht verspielt geht es musikalisch bei “Hexenfieber“ zu. Rein atmosphärisch mit einer Art Hörspiel-Schauermär vergleichbar und musikalisch an fröhlichen Klängen nicht sparend, gibt es hier ein Wiedersehen mit dem „kleinen Mädchen“. Im passenden Kontext dazu erleben wir im Anschluss an das “Hexenfieber“ die “Dämonenwelt“: sicherlich musikalisch gesehen der härteste Song auf dem Album, mit schönen, kräftigen und knackigen Gitarrensounds innehaltend.

“Du bleibst was du warst“ ist (wie schon “Des Raben Flug“) eine grandios zu Herzen gehende und gelungene Düsterballade. “Wintermärchen“ tritt nur augenscheinlich in dessen Fußstapfen, um dann völlig überraschend mit lauten, monumentalen und treibenden Düster-Rock Klängen fortgesetzt und beendet zu werden.

Aber auch die Liebhaber der superben Chanson-Songs aus den beiden Vorgängeralben müssen hier nicht leer ausgehen: “Vollmondengel“ und “Niemals, Niemals“ wissen diesbezüglich voll und ganz zu überzeugen und würden beim Hören (bestimmt nicht nur bei „Außenstehenden“ und „Nicht-Szene-Kennern“) vermuten lassen, dass die Untoten wohl nie etwas anderes in ihrer musikalischen Karriere gemacht haben als Chanson! Einfach phänomenal gut!

Ebenso werden aber auch die Freunde instrumentaler Klänge bei diesem Werk nicht zu kurz kommen: denn mit den vier Titeln “Irrlicht“, “Mit dem Wind“, “Ankunft“ und “Epilog“ wurden uns hier musikalisch (sowie thematisch) so unterschiedliche, wie aber auch zugleich schöne Lieder präsentiert, die jene Reise durch das Grabsteinland faktisch in kleine „Kapitel“ unterteilt und zugleich weiter strickt.

Und ja... Zum Abschluss dürfen wir alle gerne (und berechtigterweise) das eine oder andere Tränchen vergießen: denn hier endet unsere abenteuerliche Reise durch das Grabsteinland.

Tja, was soll man da noch groß sagen? Insgesamt 16 Songs mit einer Laufzeit von 53:33 Minuten, die pures Kopfkino und Musikfilm in einem sind! Und ich möchte auch nicht übertreiben, wenn ich sage, dass “Herz der Finsternis“ eines der wirklichen großen Highlights des ausgehenden Jahres 2005 ist! An dieser Stelle ein dickes und berechtigtes Lob an Greta und David!

Zum Abschluss sei aber noch folgendes kurz gesagt und angerissen:

+ Im nächsten Jahr wird dann wohl auch die von David A. Line geschriebene Novelle “Grabsteinland“ seinen Weg in die Herzen der Fans (und nicht nur derer!) finden (Auszüge davon gibt es ja bereits schon in den Booklets der Album-Trilogie nachzulesen).

+ Zudem planen und arbeiten die Untoten bereits schon an ihrem nächsten Werk (ein Musical), dessen Inhalt wohl der ungarischen “Blutgräfin“ Elisabeth Báthory gewidmet werden soll bzw. sich mit ihrer Person und Lebensgeschichte auseinandersetzt.

+ Das 24seitige (in rot-schwarz als dominierende Farben gehaltene) Booklet und Artwork der CD ist (wie auch zumeist) von Greta Csatlos selbst gestaltet und entworfen worden (sowie mit Fotos von Greta und David im passenden „Grabsteinland-Look“ ergänzt worden). Als kleines Schmankerl gibt es zusätzlich auch noch darin enthaltene Zeichnungen von Greta zu betrachten, die schon in ihrem aktuellen Kunstbuch “Ein schwarzer Engel aus Berlin“ bereits passende Verwendungen (und ein zu Hause) gefunden haben. Ein wahrlich graphischer und optischer Traum... Passend zu einem wirklich grandiosen und hervorragenden Album!

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