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Untoten: Herrschaft der Vampire (Grabsteinland II)

Jder Titel ist wahrlich eine kleine Meisterleistung
Wertung: 9.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 47:53
Release: 08.11.2004
Label: Grafenwald Verlag

Nach dem ersten Teil "Grabsteinland" im Jahre 2003, folgt nun der zweite Teil der von Greta Csatlos und David A. Line erschaffenen „Grabsteinland“-Trilogie, mit dem verheißungsvollen Titel: "Herrschaft der Vampire".

Tja, wo soll man dieses mal anfangen? Normalerweise bin ich ja kein Mensch, der sich all zu schnell in „Lobpreisungen" hinreisen lässt, aber in diesem Falle MUSS ich es einfach mal tun: Ohne zu lügen habe ich im Gothic Rock Genre bis dato noch nie ein vergleichbares Album gehört, das es so wie dieses schafft, die verschiedensten Musikelemente und Stimmungen in sich zu vereinen, ohne das es dabei jemals überladen, fremd oder unpassend wirkte. Es ist rundum einfach fast nahezu perfekt.

Um aber nun auch etwas genauer zu werden: "Herrschaft der Vampire" versteht es erstklassig, musikalische Elemente aus den Bereichen Dark Wave, Gothic Rock & Metal, Chanson, Klassik und Klangeffekten aus klassischen Gruselfilmen (z.B. Wolfsgeheul und diverse Sprachsamples) zu einer einzigen Einheit zusammenzufügen. Diese könnte wahrlich nicht spannender, düsterer und atmosphärischer sein!

Greta´s Stimme selber ist wie zu erwarten sehr kräftig, vielseitig und einfach schön anzuhören. Auch passt sie sich hervorragend den jeweiligen Geschwindigkeiten der einzelnen (recht unterschiedlichen) Songs an: Also vom ruhigen klaren Gesang bei Balladen, über schnelleres und hektischeres Schreien (bei den deftigeren Stücken), bis zu herzzerreißendem Wispern und Stöhnen.

Auch textlich zeigt sich ein David A. Line wieder in Höchstform: Sollte man doch meinen, dass jenes Ende der Fahnenstange an Textideen bald erreicht sein sollte und man sich lediglich nur noch zu wiederholen beginnt, ist dies hier definitiv nicht der Fall! Eher trifft hier sogar das Gegenteil zu.

Die Texte sind allesamt recht düster und nachdenklich gehalten, aber tragen auch so die erzählte Geschichte jenes zweiten Teils der Trilogie fort und macht somit eine (Weiter-)Entwicklung durch, die sich trotz einiger gelungener Pathos und Klischee –Passagen sehr gut hören und nachvollziehen lassen kann.

An dieser Stelle seien auch kurz die drei Lieder “Raben“, “Die Rückkehr der Wölfe“ und “Als ich unter Wölfen schlief“ hervorgehoben: Bei den “Raben“ konnte man sich ja schon im Vorfeld durch die entsprechende Single vor offiziellem Album Releasetermin ein Bild machen, wie die (zumindest musikalische) Reise ins Grabsteinland weitergehen würde: Nämlich extrem gitarrenlastig, hart, schnell und zugleich dennoch eingängig und melodiös. Die Untoten beweisen hier eindeutig mal wieder, dass ihre musikalischen Ursprünge einfach im deftigen Metal-Genre lagen... “Die Rückkehr der Wölfe“ ist wahrlich eine sehr gelungene und gefühlsstarke Mischung als Ballade und Chanson geworden: Denn gerade hier wird Greta´s kräftige und vielseitige Stimme einem erstmals vollkommen bewusst und man hat beim Hören das Gefühl (sobald man die Augen schließt), als befände man sich direkt inmitten der damaligen Blütezeit des deutschen Chanson... Einfach umwerfend schön!

“Als ich unter Wölfen schlief“ ist im Gegensatz dazu eine sehr feinfühlige, reine Düsterballade geworden, die ordentlich unter die Haut geht und dort pure Gänsehaut verursacht: So sanft, liebevoll und verletzlich hatte man die Untoten bis dato wohl noch nie erlebt.

Aber auch die drei Instrumentalstücke "Sturmvolk", "Jagdzauber (Traum)" und "Hexenwald" wissen in ihrer besonderen und individuellen Art und Weise sehr zu begeistern: Seien es nun Gefühle von Aggression, Panik oder Sinnlichkeit... Jeder Titel ist wahrlich eine kleine Meisterleistung für sich geworden und man kann über mangelnde, musikalische Abwechslung wahrlich nicht klagen!

Unterstützt wird dieser positive Gesamteindruck des Albums noch zusätzlich durch das beiliegende 24seitige Booklet. In welchem nicht nur die Texte aller Songs nachzulesen sind, sondern welches auch komplett von Greta Csatlos selbst illustriert wurde.

Einen kleinen Einwurf gibt es aber dennoch kurz von mir an dieser Stelle: Insgesamt sind laut Trackliste 12 Lieder auf dem Album zu finden... In Wirklichkeit sind es aber 13. Allerdings ist diese Nummer 13 kein Hiddentrack, wie man nun zuerst meinen könnte: Die Auflösung ist im Grunde ganz einfach: Nach dem regulären Lied Nummer 6 "Die Rückkehr der Wölfe" folgt nun nicht wie angegeben als Lied Nummer 7 "Düstergruften", sondern ein kleines (ca. einminütiges) Instrumentalstück, welches eben nicht auf der hiesigen Trackliste erwähnt wurde. Was somit also zur Folge hat, das sich alle nachfolgenden Lieder jeweils um eine Stelle nach hinten verschieben (deswegen auch 13 statt 12 Liedern).

Aber nun gut, das ist eine Sache (und vor allem Kleinigkeit) mit der man angesichts eines so gelungenen Albums wirklich noch verdammt gut mit Leben kann. ;)

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