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Untoten: Eisenherz

Untoten nun dreisprachig
Wertung: 9/10
Genre: Gothic
Spielzeit: 69:39
Release: 26.10.2012
Label: Von Grafenwald Records (Soulfood)

„Eisenherz“ ist nun schon Album Nummer 21 der Berliner Band Untoten. Die Band, die aus der Gothic-Szene einfach nicht mehr wegzudenken ist, überrascht diesmal mit einem gleich dreisprachigen Album. Erstmals singt Greta auf Spanisch und kann mit Texten in der Sprache ihrer Wahlheimat überzeugen. Der Titel „Eisenherz“ mutet erst mal widersprüchlich an, Eisen als etwas Kaltes, Hartes trifft auf das Herz, was im allgemeinen für die Liebe und das Leben steht. Genauso konträr auch das Artwork des Covers, hart und raumgreifend steht die Band im Vordergrund, wie aus einer anderen Zeit; dann erst fällt der Blick auf die die Ödnis der Landschaft und die Engel im Hintergrund.

Genug nun, jetzt muss die CD ran und wenn es auch unüblich ist, muss dies direkt zu Beginn gesagt werden: Hiermit haben die Untoten mal wieder gezeigt, wo der Hammer hängt; gezeigt, dass sie nichts verlernt haben und ein klasse Album hergezaubert mit sage und schreibe 16 Titeln. Genau aus diesem Grund soll nun auch nicht Song für Song auseinander genommen werden, sondern die Highlights (wenn das auch schwierig ist) als Beispiel dafür gelten, dass dieses Album nun wirklich in keinem gescheiten Gothic-Regal fehlen darf.

Mit jähen Flügelschlägen und einem ankommenden Gewitter beginnt das Album die Stimmung herzustellen, dafür reichen tatsächlich auch die 31 Sekunden des Intros „Die Schwarzen Vögel“. Gefolgt vom Titelsong „Eisenherz“, welches eines der Glanzstücke des Albums ist. Gretas Stimme holt einen ab, wo die Vogelschwingen einen verlassen haben, sie trifft einen ins Herz und durch die Keys wird dennoch das Kalte des Eisens mit in die Stimmung übertragen. Schon hier fleht man, parallel zur flehenden Stimme Gretas, dass dieser Song niemals zu Ende gehen mag. Tut er dann jedoch nach exakt 5 Minuten und 55 Sekunden. Nun ist man vollkommen angekommen und klebt in den Fängen der Berliner Untoten, die es trotz mallorquinischer Sonne schafften, diese Stimmungen zu zaubern. Der nächste Song „I Am Luzifer“ ist wieder rein instrumental und passt irgendwie nicht so recht zum Titel und dann wieder doch. Erwartet man mit dem Titel etwas Aggressives, Lautes, kommt Satan auf sanften Tönen daher.

Rockige Töne verbunden mit elektronischen Beats kommen dann mit „Morgenstern“ in die Ohren, der Takt greift, treibt einen nach vorne, man möchte tanzen und der irren Kälte hier somit entfliehen. Stimmlich denkt man erst, was ist denn da los? Greta macht hier einmal mehr deutlich, was sie gesangsmäßig drauf hat, irre tief singend führt sie den Hörer durch den Song, der damit noch um einiges dunkler wird.

Interessant und nicht mehr aus dem Kopf gehend ist auch „Ich Folge Dir“ und bei jedem erneuten Hören knallt einem die Emotion, die hier transportiert wird, wieder vor die Birne. Es ist wirklich wie die Textzeile sagt: „Ich folge dir egal wohin […] die Hölle, sie begleitet dich!“ Die Band schafft hier etwas, was so vielen anderen Bands in der schwarzen Szene abgeht. Sie fesseln nicht nur mit der Stimme der Sängerin, dem Text, nein, hier steht alles dermaßen im Einklang, dass es nicht auseinanderzureißen ist. Der Song ist ein ruhiger Part der Platte, aber ausruhen ist schlicht nicht möglich, zu sehr sind durch die Symbiose aus Stimme und Spiel die Nerven gespannt.

Nicht unbeachtet werden darf auch der erste spanische Text, den Greta schrieb. „Te Veo“ („Ich sehe dich“). Die Geschichte einer Liebenden, die überall ihren Liebsten sieht, wird hier aufgrund des Feuers der spanischen Sprache und der ächzenden Stimme Gretas wieder in den Widerspruch gebracht. Man leidet mit, man fiebert mit und spürt einerseits die Glückseligkeit der Liebe, dann aber auch die Verzweiflung der Selbstaufgabe.

Dieses spanische Feuer, diese Leidenschaft und der Gegensatz des Kalten wird dann auch noch mal im Song „Mein Letztes Wort (mi ultima palabra)“ deutlich, denn hier trifft die deutsche harte Sprache (das Eisen) auf die warme, feurige spanische Sprache (das Herz). Wird hier im Spanischen noch von Liebe gesprochen, übernimmt dann David die traurigen Textzeilen in deutscher Sprache.

Ein durchweg formvollendetes Album mit tollen Texten, einer ineinander greifenden Musikalität und nun in drei Sprachen zauberten die Untoten hier her. Diese CD wird wohl tiefe Laserfurchen davon tragen.

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