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Unterschicht: Dreckig Und Laut

Brav sind sie allerdings nicht
Wertung: 8/10
Genre: Industrial
Spielzeit: 73:50
Release: 04.11.2011
Label: Danse Macabre

Das Schiffshorn ertönt und als Nächstes leise Klänge und etwas, was als Hubschrauber interpretiert werden kann – ganz leise schleichen sich Unterschicht an, so dass man nach einer Minute und 20 Sekunden beinahe zusammen fährt, als sie den elektronischen Knüppel rausholen. Das ist das „Intro“ des insgesamt neunzehn Tracks langen Albums der nordischen Formation Unterschicht.

Das was der Hörer da zu Beginn gehört hat, kommt so dann auch nicht mehr vor. Die Beats nehmen den Hörer ab sofort mit auf die Reise in die Welt mitreißender Melodien, brachialer Basedrums und verzerrten Vocals. Hier bleibt nur eins: die Tanzbeine heben und nicht mehr aufhören. Denn das schaffen die Jungs, die sich im zweiten Tracks als „Die Unterschicht“ brav vorstellen.
 
Brav sind sie allerdings nicht, weder die Musik, die tatsächlich als dreckig bezeichnet werden kann, noch die Lyrics sind als das zu bezeichnen. Aber wer will das denn auch hören? Was die Szene will, sind ehrliche Texte und diese bekommt sie geliefert. Gerade der dritte Track „Systemfehler“ zeigt die Welt, wie sie in manchen Köpfen existiert: das Leben bestimmt durch die dargestellte Welt im täglichen Fernsehprogramm. Dass das lange nicht die Realität ist, haben einige da draußen scheinbar vergessen. Untermalt wird dieses Thema durch treibende Bässe, die eiskalt daher kommen. Abgehackt und in einem musikalischen Teufelskreis machen Unterschicht hier deutlich, was sie von der heutigen Gesellschaft halten.
 
Absolut herrlich dann der nächste Track „Topmodel“. Es wird abgerechnet mit Heidi Klum und ihrer menschenverachtenden Show im Abendprogramm. Aufgezeigt wird, wie Frau Klum die Mädchen eiskalt zerstört, damit die Quote stimmt. Musikalisch wird hier hinter den Lyrics zurück gesteckt. Quietschend untermalt hat man Klums dämliches Gesicht immer vor Augen.
 
Die „Industrial Goth“ bekommen ihr Loblied an fünfter Stelle des Albums „Dreckig Und Laut“. Eiskalt läuft es einem dann bei dem Track „Massenpanik“ den Rücken herunter. Thematisch wenden sich die Industrial Elektroniker der Loveparade 2010 und dem finsteren Ende zu. Die Lyrics sind Original-Nachrichtenstimmen und enden mit der Nachricht, dass das das Ende der Loveparade gewesen sei und dass dies die einzige gute Nachricht daran ist. Hier wird abgerechnet mit Polizei und Veranstalter und dies wird unterlegt mit finsteren industriellen Rhythmen und einem Takt, der dem Martinshorn sehr nahe kommt.
 
Die Band widmet sich aber nicht nur politischen und sozialen Themen, sondern auch dem Sex und wird hier auch im Ausdruck deutlich. „Und Nun Sex“ und auch „Schlampe“ sortieren sich dem Thema zu.
 
Musikalisch ist es sicher nichts neues, was die Jungs hier bringen. Aber sie schaffen es ein offenes Ohr zu finden mit ihrer Art harte Takte, Basedrums und harte Keys mit auffällig ehrlichen Texten zu versehen. Sie reißen jederzeit mit und die Tanzflächen dürften voll werden.

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