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Unredd: Second Self

Zu wenig Leidenschaft, zu wenig Druck, zu viele bekannte Komponenten
Wertung: 6/10
Genre: Modern Metal
Spielzeit: 45:33
Release: 08.05.2020
Label: Bleeding Nose Records

Die Konstanzer Modern-Metal-Truppe Unredd hat bereits im Mai ihr zweites Album veröffentlicht und folgerichtig „Second Self“ betitelt – nicht allzu kreativ, möchte man meinen, aber es kann auch nicht jede Band poetische Titelgebungen ihr Eigen nennen, zumal immerhin die Tracklist der genannten Scheibe etwas vielschichtiger ausfällt; Titel wie „The Phoenix Theory“ oder „Human Madness“ lassen ja schon mal auf Chaos und Zerstörung hoffen.

Das versuchen die fünf Herrschaften dann auch tapfer ins Akustische umzusetzen, so ganz gelingen mag das aber nicht, was mitunter auch daran liegen könnte, dass die Facetten des Modern Metal nun doch schon ein bisschen ausgelutscht erscheinen – es scheint diesem Genre ein ähnliches Schicksal zu blühen wie seinerzeit dem Metalcore, wobei dieser sich ja wieder zu erholen scheint. Doch wir schweifen ab: Unredd haben die Grundzutaten parat und können sich nicht nur einer ambitionierten Instrumentalfront rühmen sondern auch eines deftig austeilenden Sängers, der sich mit heiterer Gelassenheit die Stimmbänder zersägt. Druck kann die Truppe also mit den elf bestehenden Songs durchaus aufbauen, allein es fehlt der Aha-Effekt. Tracks wie „Vultures“ und „All Ends Begin“ gehen mehr oder weniger nahtlos ineinander über, wenn man nicht genau aufpasst, und die üblichen Modern-Metal-Strukturen werden zwar durchaus sehr solide, aber leider nicht begeisternd dargeboten.

Bereits der Opener und Titeltrack stürmt zwar zornig durch die Boxen, kann die Aggressionen aber schon nicht auf ganzer Länge halten und die eingeschobenen sägenden Gitarren klingen zwar richtig cool, bremsen aber noch zusätzlich ein wenig. Auch düster-unheilvolle Melodien („The Phoenix Theory“) halten die Begeisterung nur über kurze Strecken aufrecht. Besonders schade ist das, wenn man sich den gesamten Albumverlauf anschaut – immer wieder tauchen gut durchdachte und intelligent eingefügte Instrumentalpassagen auf, die überzeugen können („Vultures“), so richtig zünden kann der Sound des Konstanzer Quintetts dann aber doch nicht. Gerade Songs wie das unheilvolle „Human Madness“ mit seinen fast schwarzmetallisch anmutenden Instrumentalparts und den fiesen Shouts punktet schon ordentlich, es mangelt aber dann doch zu sehr an Leidenschaft als dass man sich den Songs jetzt in Dauerschleife zu Gemüte führen wollen würde.

Im letzten Drittel legen Unredd dann aber noch mal vor, was sie eigentlich können und präsentieren mit „Marla Singer“ eine ziemlich deftige Abrissbirne – auch hier wird gegen Ende eher gebremst durch deutlich ruhigere Instrumentalparts, das reizen die Jungs dann aber gottlob nicht allzu lange aus, sondern vertrauen auf ein brachiales Drumgewitter. In die oberen Ränge rettet das die Platte aber nicht: Zu wenig Leidenschaft ist hier spürbar, obwohl die Musiker technisch versiert scheinen. Stattdessen werden teils durchgekaute Modern-Metal-Komponenten nochmals aufbereitet, was zu einer deutlichen Zähigkeit bereits beim zweiten Durchlauf führt.

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