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Unlight: Sulphurblooded

Riesenschritt in die richtige Richtung
Wertung: 9.5/10
Genre: Black Metal / Thrash Metal
Spielzeit: 46:40
Release: 24.09.2010
Label: Massacre Records

In Berührung gekommen mit der schwarzmetallischen Musikkunst der drei Süddeutschen von Unlight ist die The-Pit.de-Redaktion Anfang des letzten Jahres, als die Vorgängerscheibe „Death Consecrates With Blood“ zur Rezension in die Redaktionshallen flatterte.

Schon damals konnte die Band zumindest insofern überzeugen, dass für die Langrille sieben von zehn machbaren Punkten drin waren. Doch was ist nun mit dem aktuellen Werk „Sulphurblooded“? Kommt da ein Schritt vorwärts auf uns zu, stagnieren die thrashigen Schwarzmetaller oder bewegen sie sich gar rückläufig?

Den knackig-flotten, thrashig mehr als angehauchten Titeltrack “Sulphurblooded” gibt es gleich vorneweg und mit ihm erstens eine eindrucksvolle Kostprobe des Könnens der Gitarrenabteilung. Das thrashige Riffing tritt vollstens Arsch – das macht tierisch Spaß und bereitet somit auch schon den ersten Anspieltipp des Longplayers - sehr geil, muss man schon unverblümt so sagen.  

Achtung, jetzt wirds episch: “Dead All Things Will Be [Part I]” besticht einerseits mit getragenem Tempo, andererseits geht einem die verzerrte Stimme, die da verkündet “Dead all things will be...” durch Mark und Bein. Man hat förmlich vor seinem inneren Auge, wie diese Worte von dem Wesen auf dem Albencover vorgetragen werden. Und was folgt dann? Es folgt das wohl genialste Gitarrensolo des Albums. Das ist ganz großes Kino! 

Eingangs des ebenfalls recht thrashlastigen „Sic Transit Gloria Mundi“ fängt ein Baby an zu wimmern und zu weinen und dann hört man das Meckern einer Ziege. Man möchte sich nicht ausmalen, was dann als Nächstes passiert, also lauscht man lieber der Musik. Die Doppelgitarrenläufe sind schon etwas ganz Feines. Es ist beispiellos, wie hier die genialen Gitarrenläufe mit der für den Black Metal typischen beklemmenden Atmosphäre und den Thrash Metal-Rhythmen gepaart werden – sehr stark gemacht, Jungs!

Herausragend kann man die Gitarrenarbeit in „Pale Rider - Pale Horse“ bezeichnen.Trotz aller Grimmigkeit wird zu keiner Zeit die Melodieführung außer Acht gelassen. Außerordentlich gut passt auch in diesem Teil wieder die Kombination von Black und Thrash Metal. Der ruhige Zwischenpart bekommt glatt einen Extrapunkt: Die Gitarre klingt herrlich melodisch und ist trotz der zu verbreitenden hoffnungslosen Stimmung wunderschön. 

Assoziationen zu den Siegener Deathmetallern von Sarx(RIP) – Gott oder wer auch immer hab sie selig – steigen in den Kopf auf, als dieses technisch überaus versierte Mainriff von “Become An Opponent” erklingt. Und dann präsentieren die Jungs das dann auch noch mehrstimmig. Das ist nämlich ganz großes Kino und zeigt eindeutig das technische Können der Band. 

Ein wenig zerfahrener, aber nicht minder vehement, bahnt sich “Sound Forth The Trumpet...That Shall Never Call Retreat” seinen Weg durch die Boxen. Bemerkenswert wäre hier, wie mit den verschiedenen Tempi gekonnt variiert wird. Trotzdem hat dieses Teil leider nicht die Durchschlagskraft, die den schon Gehörnten…äh, sorry, den Gehörten, innewohnt. 

“Invictus” ist das erste von zweien auf diesem Album in deutscher Sprache vorgetragenen Stücke, das sich durch seine erstklassig inszenierte düstere Stimmungslage auszeichnet. Sehr schön zu hören ist auch hier die Gitarrenarbeit, die noch einmal explizit erwähnt und auch gesondert gelobt werden muss – Wahnsinn! 

Es folgt die Fortsetzung von “Dead All Things Will Be [Part II]”: Natürlich im gleichen Rhythmus gehalten. Hier hätte man sich lediglich noch eine Steigerung zu dem furiosen ersten Teil gewünscht. Doch eine weitere Steigerung zu dem grandiosen ersten Teil bleibt leider aus. Unterm Strich bleibt ein gutes, wenn auch nicht überragendes Stück – aber das ist Meckern auf hohem Niveau. 

Der Rhythmus von “By The Seventh Spell - A Blackthrash Symphony” zwingt den Hörer förmlich dazu, sich vollends zu verausgaben. Man hört ein verteufelt infernalisches Teil, das zudem durch Variabilität und Melodie glanzvoll aufgewertet wird. Aber hey: Warum lässt man dieses schöne Stück so brutal heraus faden? Schade…

Sehr schön zum Tragen kommen im letzten Stück „Deine Waffen Zu Meinen Füßen“ wieder die Thrash Metal-Elemente. Wow, welch eine Gitarren-Riffwand und dieses verteufelt geniale Solo (Hochachtung hierfür) – ein erstklassiger Abschluss.

Fazit: Einen ganz großen Schritt nach vorn haben die Jungs mit „Sulphurblooded“ gemacht. Unlight´s Musik charakterisiert diese unverkennbar nach keiner anderen Band als Unlight klingende erstklassige Mixtur aus bissigem Black Metal mit Thrash Metal, die man nur als gelungen beschreiben kann. Da bekennt man sich gern als absoluter Fan der Band. 

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