Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Unlight: Antihelion

"Antihelion" beglückt
Wertung: 9,5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 46:31
Release: 04.11.2016
Label: War Anthem Records

Unlight aus dem schönen Klettgau bescheren uns bereits seit beinah 20 Jahren schwarzmetallische Ergüsse der feinsten Sorte und die Band hat es dennoch bisher geschafft, sang- und klanglos an mir vorbeizuschleichen. Da musste ein neuer Partner her, der zumindest einen Teil der Jungs noch "von früher" kennt – ein altes Unlight-Shirt ist mittlerweile bei mir gelandet, wenn die Truppe qualitativ so weitermacht, dürfte das gute Stück bald einiges auf diversen Internetportalen einbringen.

Was die Baden-Württemberger und Schweizer auf ihrer aktuellen Platte „Antihelion“ abliefern, ist nicht nur schwärzer als schwarz, es beweist auch einmal mehr, dass Black Metal durchaus klasse produziert sein und gleichzeitig dem Genre treu bleiben kann – ein Spagat, den viele BM-Minimalisten noch immer nicht wahrhaben wollen. Auf einer knappen Dreiviertelstunde ballert der Vierer, von denen Sänger und Gitarrist Blaspherion als einziges Gründungsmitglied aus dem Jahr 1997 übrig geblieben ist, aus allen Rohren, füttert den Hörer mit bitterbösem Gesang und in den beiden die Tracklist einrahmenden Stücken „Ekpyrosis“ und „First Son Of Satan“ zum Teil auch mit wahnsinnig schönen melodischen Parts und bietet mit „Der Aether schwerer Erde“ ein etwas pathetisches deutschsprachiges Lied, das natürlich durch die Art des Gesangs und die deutschen Texte ein wenig an Eisregen erinnert. Und trotzdem: Unlight fahren ihren eigenen Stil, ohne Kompromisse.

Dabei markiert „Antihelion“ bereits das siebente Full-Length-Album (ich schäme mich, wirklich!), entsprechend hatten die Herrschaften also Zeit, ihren Stil zu vervollkommnen. Perfekt platzierte Tempowechsel machen Songs wie „The Bone Trumpet“ (allein der Titel verdient Applaus) sicherlich auch live zu einem absoluten Kracher, „To Sear The Heavens“ pumpt die Stimmung dann mit einer dramatischen Leadgitarre auf, kaum ist das Tippen möglich, weil man nicht stillhalten kann – abgesehen von der bombastischen instrumentalen Aufmachung lassen auch die Vocals keine Metal-Wünsche offen, hier kann man eigentlich überhaupt nicht meckern (was insofern schade ist, da ich gerne meckere) – „Antihelion“ beglückt. Punkt.

Das mag bei einer Black-Metal-Band ein bisschen merkwürdig klingen, aber nach den ersten (und auch den weiteren) Durchgängen von „Antihelion“ ist man schlichtweg glücklich. Eine solche Platte ungehört zu lassen, wäre Blasphemie. Die Band bisher noch nicht gekannt zu haben, eigentlich auch.

comments powered by Disqus