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Unleashed: Hammer Battalion

Dieser Meilenstein setzt Maßstäbe
Wertung: 9.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 44:34
Release: 06.06.2008
Label: Steamhammer/SPV

Seit nahezu unzähligen Jahren, 17 an der Zahl, um genau zu sein, liefern die Schweden mit ihren Veröffentlichungen eine Glanztat des Death Metal nach der anderen. Spätestens, wer die Jungs live zocken sieht, wird danach wie ein Besessener in den Plattenladen laufen, um sich den kompletten Backkatalog der Schweden zuzulegen.

Warum? Na, ganz einfach: Diese Power, die von dieser geilen Frontsau Johnny (man verzeihe mit diesen Ausdruck) und seinen Jungs von der Bühne ausgeht, kann man nur als phänomenal bezeichnen. Zuletzt gesehen habe ich die Schweden auf dem Rock Hard Festival 2005 (ich weiß, das ist schon viel zu lang her). Dort hinterließen die Death Metal-Urgesteine erstens nichts als begeisterte Seelen am Rhein-Herne-Kanal und auch grenzenlose Begeisterung meinerseits.

Umso gespannter war ich auf den Nachfolger des 2006´er „Midvinterblot“ namens „Hammer Battalion“. Und diese Scheibe beinhaltet wieder alles, was ich auch schon an der Liveperformance der Jungs so schätze: Die Schweden gehen keinerlei Kompromisse ein; unbeirrbar verfolgen sie ihren Weg und nachdem ebendiese Ziele anvisiert sind, gibt es kein Zurück mehr. Und eben auch kein Halten, denn das Material trifft vollstens ins Schwarze – wie ein unfehlbarer Treffer eines Scharfschützen.

Es ist mir schon lange keine Scheibe mehr unter gekommen, auf dem sich ein Highlight in dieser erschreckend hohen Frequenz an das andere reiht. Dieses kompromisslose Plattwalzen ist schon beängstigend. Wuchtige Arrangements reihen sich hier an richtig gute Gitarrensoli, die harmonisch in die Songs eingearbeitet wurden und bei denen man daher auf keinen Fall sagen kann, dass sie innerhalb der Songs als Fremdkörper wirken. Mir als Melodiefanatiker treiben diese Soli, wie z.B. in „Carved In Stone“ regelrecht die Freudentränen ins Gesicht. Klar sollte jedem sein, dass großartige oder gar revolutionäre Neuerungen nicht das Ansinnen der Band sind und seien wir mal ehrlich: Wer will das auch überhaupt von Unleashed?

Was an Änderungen dennoch wie eine Art Feinjustierungen auszumachen ist, wäre folgendes: Hier und da findet sich ein Thrash-Rhythmus wieder; die Gitarrensoli sind wie schon gesagt besser in die Gesamtklangbilder eingefügt als auf vorherigen Releases und sie zeigen erstaunlich mehr Melodieenvielfalt. Als Kontinuum ist schönerweise diese Dominanz geblieben, die von den Songs ausgeht sowie diese drückende Power.

Mächtig drauflosdonnernd gibt „The Greatest Of All Lies” die Marschrichtung für die kommenden knapp 45 Minuten vor, in denen eine düster-drückende Atmosphäre vorherrschen wird, soweit seid ihr jetzt schonmal vorgewarnt. Bar jedes Kompromisses wird hier vom Leder gebolzt, dass jedem die Freudentränen in die Visage steigen und vom gnadenlos durchgeführten Headbanging wieder aus derselbigen hinwegbefördert werden. Thrashig angehaucht kommt dann „Long Before Winters Call“ daher, welches besonders durch die Gitarrenführung im Refrain eine besonders düstere Klangfarbe erhalten hat.

Auf dem Fuße folgt nun mein erstes allerliebstes Highlight der Scheibe: „Your Children Will Burn“. Ich sag nur „Destruction, Hatred, Terror …“ Unheimlich schnell fesselndes Stück, das alles niederwalzt, was damit in Berührung kommt. Und die Nackenmuskeln schreien vor Übersäuerung.

Ich erwähnte es ja bereits, das Ding mit der Unbarmherzigkeit, mit welcher die Songs dieses Killeralbums voranschreiten und nichts als verbrannte Erde hinterlassen. „Hammer Battalion” ist ein erstklassiges Beispiel für diese Vorgehensweise. Und absolut nicht von dieser Welt ist, welch ein überirdisch geiles Gitarrensolo die Jungs in diesen Dampfhammer hineingeklöppelt haben.

Unleashed sind eine Macht, eine absolute Wand, und genau das stellen sie mit dem eher langsameren, aber keineswegs weniger mächtigen „This Day Belongs To Me“ vollstens klar. In dem treibenden „Marching Off To War” kommt man dann wieder in den Genuss eines wahrlich meisterhaften Gitarrensolos. „Entering The Hall Of The Slain” verfügt über diesen harten, genialen Drive, welcher süchtig machenden Ingredienzien beinhaltet.

Besonders gut heraus kommt Johnny´s geniale Stimme in „Black Horizon“ und auch im folgenden „Carved In Stone“, welches DER absolute Killersong dieses Albums schlechthin ist – ich frage mich, wie man ein derart geiles Gitarrensolo in einen schon so grandiosen Sond einbetten kann, sodass dieses Zwischenstück dann dennoch ein Highlight ohne Gleichen darstellt. Absolut perfekt gemacht.

„Warriors Of Midgard” knüppelt dann ohne Gnade weiter, auch wenn es direkt zu Beginn ein ganz kurzes Zwischenstück mit Akustikgitarren gibt. Mit dem Start von „Midsummer Solstice“ fragt man sich so langsam, was denn nun noch großartig kommen soll und während ma nsich dies fragt, wird man auch schon von dieser überwältigenden Leistung hinweggefegt. Da fällt einem nur noch eines zu ein: Hammer!

Noch einmal pfeilschnelle Gitarrenarbeit gibt es dann in „Home Of The Brave“, das wiederum auch eine leichte Thrashschlagseite abbekommen hat, ganz wie auch der Rausschmeißer „I Want You Dead“, zu dem mir nur noch eins einfällt: Nein, das wollen wir nicht. Wir wollen diesen und die anderen geilen Songs live on stage gezockt sehen; wir wollen unsere Matten kreisen lassen und euch abfeiern; euch, die wahren Meister des Death Metal.

Aber das Einzige, was an dieser geilen Scheibe zu bemängeln wäre, ist die recht magere Spielzeit von lediglich knapp 45 Minuten. Die sind zwar von der ersten bis zur allerletzten gefüllt mit Killermaterial, aber trotzdem ist das doch ein bissel wenig, wenn man sich gerade mal so richtig schön warm gebangt hat. Bleibt also nur das Betätigen der Play-Taste.

Fazit: Ich kann es nicht anders sagen, als dass dies schlichtweg ein Überalbum ist. Ich kann und will auch gar nicht meine Begeisterung über diese Veröffentlichung zügeln. Dies ist ein todsicheres Must-Have der Meister des Death Metal, welches ins Mark trifft und keinem fremd sein darf, der Death Metal liebt.

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