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Unleashed: As Yggdrasil Trembles

Da wird weitaus mehr erzittern als nur der Weltenbaum
Wertung: 9.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 45:34
Release: 19.03.2010
Label: Nuclear Blast/Warner

Das schwedische Kampfesbattalion Unleashed zieht wieder in zu schlagende Schlachten, diesmal mit dem nach Jubiläum schreienden, weil mittlerweile schon zehnten Longplayer namens „As Yggdrasil Trembles“.

Im Jahr des Herrn 2010 gehen Johnny und seine Mitstreiter scheinbar weitaus düsterer zu Werke als man es noch von ihrem Vorgängeralbum "Hammer Battalion" in den Ohren hatte. Und so gewähren uns die Schlachtenbummler mit den eindrucksvollen ersten Klängen des Openers „Courage Today, Victory Tomorrow“ einen ersten Eindruck der diesjährigen Kriegshymnen. Trotz all der vehementen Härte in den Stücken ist es auch hier wieder ein Phänomen, wie es die Schweden verstehen, ein Gitarrensolo einzuflechten, das seinesgleichen sucht.

Drastisch ziehen die Recken mit „So It Begins...“ das Tempo an. Und was noch vielmehr auffällt, ist die Erzeugung einer beeindruckend bedrohlichen Stimmung. Davon könnte sich so manche böse rüberkommen wollende Band gleich mehrere Scheiben abschneiden; es zeigt aber auch den unantastbaren Erstliga-Status der Band. 

Das Mainriff des Titeltracks “As Yggdrasil Trembles” zeigt sich über jeden Zweifel erhaben. Dieser Midtempostampfer eignet sich herrlich dazu, angemessen dem Heer der Headbanger beizutreten. Ein mehr als würdiger Titelsong, der das Zeug dazu hat, eine neue Unleashed-Hymne zu werden. 

Wohl als Dank für die jahrelange Treue der deutschsprachigen Fans haben sich die Schweden daran gemacht, den Refrain des bis auf das fast schon doomige Zwischenstück pfeilschnellen Songs „Wir Kapitulieren Niemals“ in deutscher Sprache auf CD zu bringen. Kommt nur beim ersten Hören etwas befremdlich rüber, Johnnys Kampfansagen in deutscher Sprache um die Ohren geballert zu bekommen. Ich kann mir allerdings nur zu gut vorstellen, was in den Moshpits deutscher Locations abgehen wird, wenn die Herren dieses Stück spielen. 

Spannend ist der Einstieg zum nächsten Stück „This Time We Fight“: Ein urtypischer Unleashed-Hammer, denn hier wird ganz klar Stimmung gemacht, bevor man wieder alle so sehr geliebten Trademarks des echten, wahren schwedischen Death Metals um die Lauscher geballert bekommt. Im Gegensatz zu all den Pseudo-Kriegs- und Schlachtensongs von Manowar nimmt man den Schweden jede Strophe hundertprozentig ab. Aber lasst uns nicht über andere Bands lästern, und viel lieber dieses Album hier genießen. Ein neuer Lieblingssong meiner Wenigkeit!

Irgendwie groovy kommt “Master Of The Ancient Art” rüber, auch wenn die Bezeichnung “groovy” im Zusammenhang mit dem Death Metal der Schweden dem ein oder anderen vielleicht etwas befremdlich vorkommen mag. Doch unabstreitbar steht fest, dass die Schweden nicht nur „master of the ancient art“ sind, sondern einfach die beste Band dieses Genres. 

“Chief Einherjar” ist danach wieder einmal ein schnellerer Klopper, muss ja auch nochmal sein, dass das Kind von der Leine gelassen wird. Tschüss Nackenbewegungsfreiheit in den nächsten Tagen. Aber das interessiert momentan nicht wirklich, denn man ist bemüht, mit dem Schädel dem unbarmherzigen Rhythmus zu folgen. Als Melodiefan freue ich mich über das ausgeklügelte, sehr gute Gitarrensolo. 

Schnell den Flüssigkeitsverlust ausgeglichen, denn ohne Erbarmen geht es Fullspeed weiter mit „Return Fire“, einem weiteren Einheizer für all diejenigen, die sich bei einem Livegig mitten ins Schlachtengetümmel stürzen … äh, ich meine natürlich im Moshpit abgehen wollen. Und all den Headbangern da draußen sei angeraten, schonmal eine Packung Schmerzmittel bereitzustellen, denn wenn man hier so richtig abgeht, dürfte der ein oder andere hinterher über nicht zu wenig Nackenping klagen. Sagt hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Mit gewaltiger Vehemenz dringt “Far Beyond Hell” aus den Boxen und man ist gewillt, den Lautstärkeregler bis zum Anschlag aufzudrehen. Gar ein wenig Richtung Thrash Metal driftet danach das Stück „Dead To Me“ und ist daher auch prädestiniert für wilde Moshpit-Action.

Machtvoll drückt danach „Yahweh And The Chosen Ones” aus den Boxen. Dieser Song gehört zu denjenigen, weshalb viele diese Band einfach nur lieben: Mächtig, drückend und einfach nur typisch Unleashed. Hier findet man zudem verfremdete Vocals, die sonst in keinem Stück dieses Albums zu finden sind. Unvergleichlich klingt auch hier wieder das Sechssaiter-Solo. 

Auch der Rausschmeißer-Song „Cannibalistic Epidemic Continues“ drückt einen noch einmal gewaltig in den Sitz, wenn man nicht sowieso schon moshend oder headbangend unterwegs ist.

Fazit: Unbestritten sind und bleiben Unleashed die absolute numero uno in Sachen Death Metal. Beeindruckend, wie man jahrelang seinem Stil treu bleiben kann und sich dennoch nie selbst kopiert.

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