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Unknown Darkness: New Age Violence

Frischer Wind im Hardcorebereich
Wertung: 8.5/10
Genre: Hardcore, Death Metal
Spielzeit: 21:01
Release: 21.06.2009
Label: Eigenproduktion

Wenn sich eine Hardcoreband gründet, um laut eigenen Angaben „etwas Krach zu machen“, so klingt das zunächst einmal sehr bescheiden. Wenn diese Band dann auch noch drei Jahre benötigt, um ein erstes offizielles Lebenszeichen von sich zu geben, so könnte man sie mit einem Wort charakterisieren, das nun garnicht zur Stilrichtung des Hardcore passt: langsam.

Die Rede ist von der Band Unknown Darkness, die mit „New Age Violence“ ihre erste EP abliefert, die dank Creative Commons–Lizenz zum kostenfreien Download auf der Website der Band bereit stheht. Und um es gleich vorweg zu nehmen: von der erwähnten Langsamkeit ist auf diesem Debut nichts zu hören.

Sowohl der Eingangstrack „Brothers“, wie auch der letzte Titel „Dead Or Alive“ bieten typische Hardcorekost. Während „Brothers“ jedoch einen eingefleischten Hardcorefetischisten nicht unbedingt vom Stuhl werfen würde, aber trotzdem gelungen ist, lässt „Dead Or Alive“ mit seinen melodischen Strukturen durchaus aufhorchen.

Womit wir bei „Take 'Em Down“ wären, einem Track, bei dem etwas ganz anderes gefoltert wird, nämlich die Doublebass. Ist der Hardcore schon von vornherein als eher schnelle Stilrichtung zu bezeichnen, drehen Unknown Darkness hier kräftig am Turboriegel und brettern im halsbrecherischen Tempo drauflos. Hier gebührt Kim, dem Schlagzeuger der Band, großes Lob.

Zu Beginn des längsten Liedes „Freedom The End“ macht die Band keinerlei Anstalten, dieses Tempo zu drosseln. Man möchte schon glauben, die Jungs prügeln sich so ihren Weg durch die EP, doch wird die hohe Geschwindigkeit abrupt unterbrochen. Nun zeigt sich, dass Unknown Darkness auch durchaus ruhige Töne anschlagen können. Mit melodischen Gitarrenklängen und sogar einem kleinen Solo wird aufgetrumpft, bis das Ganze in einen stampfenden, zähen Rhythmus mündet. Hier zeigt Sänger Christian, dass er nicht nur schreien, sondern auch growlen kann. Das Stück endet so überraschend, wie es begonnen hat: hektisch und schnell. Angesichts dieses Machwerks kommt einem ein Wort über die Lippen, das man lange nicht jeder Debut-EP zuschreiben kann: episch.

Einzig „Forced Decision“ fällt etwas arg uninspiriert aus, hier bleibt man fast durchweg im Galopptempo. Etwas Variation oder einige Überraschungen wie in „Freedom The End“ wären hier wünschenswert gewesen, selbst ein Einwurf von Clean Vocals, so sie denn gut gesungen sind, hätte dem Lied gut getan.

Mit „New Age Violence“ haben die Jungs aus dem Rhein – Main – Gebiet durchaus auf sich aufmerksam gemacht. An einigen Punkten hätte man noch etwas feilen können, richtig schlecht ist jedoch keines der fünf Lieder und dies ist eine Leistung, die sicher nicht jedes Erstlingswerk aufweisen kann. Zudem bringen Unknown Darkness auch einige frische Ideen in das doch für aufgebraucht erklärte Genre des Hardcore. Man wird sehen, wie sich die Band weiterentwickelt, doch mit „New Age Violence“ kann sie in diesem Genre durchaus mitmischen. 

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