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Unit187: Out For Blood

Erfüllt die Erwartungen nicht
Wertung: 4.5/10
Genre: Industrial, EBM
Spielzeit: 48:41
Release: 26.10.2010
Label: Vendetta Music

Fünf Jahre sind eine lange Zeit, um ein Album zusammenzubasteln, möchte man meinen - nicht aber, wenn man Unit:187 heißt, denn die Industrial-Combo hat und hatte denkbar geschäftige Mitglieder: Ex-Bassist Byron Stroud verdient sich seine Brötchen zeitweise bei namhaften Combos wie Fear Factory, Strapping Young Lad oder Frontline Assembly, ebenso wie Kollege und Gitarrist Jed Simon, der zumindest bei den beiden letztgenannten Bands mit Stroud zusammen arbeitete. Unit:187-Keyboarder Chris Peterson hat seine kreativen Fingerchen unter anderem bei Left Spine Down, Decree und – wer hätte es gedacht – Frontline Assembly im Spiel, wo er sich wahlweise auch als Producer einbringt.

So weit, so kompliziert - Sänger Tod Law hat zwar kein ganz so bewegtes Musikerdasein, springt aber gerne einmal als Keyboarder bei den Kollegen von Zimmer’s Hole ein. Bassist und Gitarrist Ross Redhead frönt ausschließlich der Unit:187, während Programming-Meister Johnny Morgan sich ebenfalls schon bei Strapping Young Lad und Fear Factory verdingte. Man könnte also mit Fug und Recht davon ausgehen, dass bei Unit:187 einige der kreativsten Köpfe der Electro-, Metal- und Industrialszene zusammenkommen, um gemeinsam ihr Süppchen zu kochen.

Dafür, dass die Band bereits 16 Jahre und inzwischen vier Studioalben auf dem Buckel hat, ist das hier Gebotene doch recht dürftig. es ist Industrial zum Nebenbei hören, wenn man so will – nichts, was einen von der ersten Sekunde an fesseln oder gar aufrütteln könnte, sondern eher ein solides Beatgemisch mit der etwas gruseligen Stimme von Herrn Law. Zwischendurch werden die eingespielten Samples sogar recht nervig, weil sie einfach nicht zum restlichen Sound passen wollen.

„Sick Obsession“ fungiert als Opener, hat aber irgendwie den Job verfehlt – mehr als gefälliges Kopfnicken geht hier nicht, der Beat ist einfach einmal zu oft verwendet worden und auch die Vocals überzeugen so gar nicht. „Threatened“ macht dann schon etwas mehr her, was aber hauptsächlich daran liegt, dass die neunziger Jahre-Grunge-Electro-Beats die Stimme überdecken. Trotzdem: Es ist ein cooler Song, tanzbar ist er auch allemal.

„DDD“ hat durchaus Ohrwurmqualitäten, auch wenn der Song für so wenig Tiefe ein bisschen aggressiv daherkommt. Der Refrain brennt sich aber ungewollt ins Hirn ein, da kann man den Rest des Albums noch so scheiße finden. Der Spaß am Tanzen vergeht einem jedoch relativ schnell wieder: „Lethal Injection“ (Wie viele EBM-Combos hatten den Titel denn schon vor Unit benutzt?!) plätschert einfach so an einem vorbei; „Kurva“ hat dann irgendwie mit den flirrenden Gitarren was Experimentelles an sich, das dem Stück gar nicht schlecht zu Gesicht steht, auch wenn der Refrain etwas sehr lärmig vonstattengeht. „Sofadermatosis“ bildet den knapp sechseinhalbminütigen Abschluss und macht seine Sache nicht einmal schlecht – sphärische, aber zu Anfang relativ ruhige Klänge und die mit ein wenig Nachhall unterlegte Stimme von Tod Law machen den Song zwar anfänglich eher zu einem Synthpop-Track denn zu einem Industrialstück, aber wir wollen uns nicht beschweren, denn der Song ist der mit Abstand beste des Albums.

Vielleicht hätte man einfach keine so großen Erwartungen an eine Band haben sollen, die sich seit bald zwei Jahrezehnten in der Industrial-Szene hält. „Out For Blood“ ist jedenfall ein eher unterdurchschnittliches Album geworden, bei dem lediglich drei Songs positiv herausstechen – der Rest ist Leergut, das man ebenso gut hätte mit Schweigen füllen können. Einziges wirkliches Highlight ist „Sofadermatosis“, was uns eine Lehre sein sollte: Der Song mit dem blödesten Titel kann durchaus der beste des Albums sein.

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