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Undiluted: The Withering Path

So genießt man Traurigkeit
Wertung: 8,5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 53:41
Release: 30.10.2015
Label: STF–Records

Mit "The Withering Path" hat die Newcomerband Undiluted die kleine deutsche Doom-Metal Szene um ein weiteres Album bereichert, nach dem die Limburger erstmals 2010 mit ihrer Demo "Fading Silhouettes Of The Sun" auf sich aufmerksam gemacht haben.

Schon der erste Titel nennt sich "World's End" und trägt damit einen Namen, den man üblicherweise eher am Ende einer solchen Platte erwartet. Aber Undiluted  machen schließlich keinen "Happy Metal", also wird direkt mit dem Ende der Welt angefangen und schon nach den ersten Sekunden wird einem klar, dass der Song seinem Titel mehr als gerecht wird. Unheilvoll ertönen die ersten Klänge. Traurige Akkorde, unterstützt von sanften Keyboards und langsam schleppenden Drums, zieren das Intro, gefolgt von Hanzi Herrmanns traurigem, leicht gequältem, rauem Gesang, wie man ihn in sehr ähnlicher Weise auch von Jack Frost kennt. Ab hier ist endgültig klar, wo die Reise hingeht, oder vielleicht besser, wo sie endet.

Die Geschwindigkeit bleibt auf dem gesamten Longplayer gemäßigt, die Lieder nehmen sich viel Zeit, sind im Durchschnitt jeweils fast 10 Minuten lang und halten konstant trübe Stimmung. Dezent werden einzelne Parts mit Streichmusik und Keyboards untermalt und gelegentlich bricht der raue Cleangesang in gequälte Schreie aus, wie im zweiten Song "Descending Winters" zu hören ist. Hier kommt man auch in den Genuss von cleanen Gitarrenparts und einem Klavier-Outro.

Das darauf folgende Stück "Drifting" ist definitiv ein Anspieltipp. Ist man dort angelangt, wird es nochmal ein ganzes Stück melancholischer, um nicht zu sagen tieftraurig. Der Hörer, der im Anschluss noch feiern gehen will, sollte hier spätestens aufhören oder einfach seine Pläne über den Haufen werfen und sich dieser faszinierenden Wirkung von musikalischer Kunst hingeben, die Seele baumeln und die Gedanken schweifen lassen, einfach entspannen. Schon die zu Beginn clean gespielten Gitarren verbreiten mit hallendem Klang Endzeitstimmung, die Gesangspassagen sind nun mehr gemäßigt und im Vergleich zu den anderen Stücken sanfter und monoton. Passend zur Stimmung wird hier textlich der Albumtitel aufgegriffen und auch das Artwork mit seinem künstlerischen Herbstwald  passt auf einmal wie angegossen.

Im Anschluss fällt "(The Final...) Dawn Of The Centuries" durch verträumte Bass-Lines und Maultrommel-artige Gitarreneffekte auf. Hier geht die Stimmungskurve dann wieder ein klein wenig nach oben, dennoch bleibt es Düster. Auch nennenswert ist der atmosphärische Männerchor ("From Time Immemorial"), ebenfalls eingesungen von Hanzi Herrmann. Im Abschließenden "Yearning" gibt es dann zum Ende hin noch gesangliche Ergänzung von Gastsängerin Hannah Schoepe, bevor das Album nach sechs Liedern und fast einer ganzen Stunde durchgelaufen ist.

Es liegt auf der Hand, dass "The Withering Path" nicht für die breite Masse gemacht ist. Doom-Fans hingegen sei die Band mit samt ihrem aktuellen Werk stark ans Herz gelegt, welches sicher auch im Gothic-Bereich auf Interesse stößt.

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