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Underwell: Plan Your Rebirth

Von "Post-Hardcore" ist wenig zu spüren
Wertung: 5/10
Genre: Post-Hardcore, Alternative Metal
Spielzeit: 38:15
Release: 05.11.2012
Label: Wormholedeath Records

“Never judge a book by its cover” ist ein Satz, den man sich immer und überall zu Herzen nehmen sollte. Beispielsweise beim neuen Album der Italiener Underwell. Von außen mit eindrucksvollem Cover schön anzusehen, bleibt doch Inhalt doch hinter den Erwartungen zurück, die man hat, wenn man dieses Artwork mit dem Genre Post-Hardcore verbindet.

Der italienische Fünfer, dessen Sänger den sympathischen Namen Marshmallow trägt, schmeißt mit „Plan Your Rebirth“ das erste Full-Length-Album auf den Markt. 2006 gegründet, hatte die Truppe zumindest in ihrer Heimat schon zwei Jahre später mit der selbstproduzierten EP „The Reverse Engineering Of A Dream" erste Erfolge zu verzeichnen. „Plan Your Rebirth“ kam nun auch schon Ende 2012 heraus, hat aber anscheinend eine Weile gebraucht, um zu uns herüberzuschwappen.

Fangen wir vorne an: Soundtechnisch kann man bei der Scheibe wirklich nicht meckern. Ein bisschen mehr Druck auf Drums und Bass hätte schon sein dürfen, ansonsten klingt die Mischung aber recht transparent. Post-Hardcore ist das, was das Quintett hier liefert aber nicht so hundertprozentig, eine Prise Alternative Metal spielt in jedem Fall noch mit hinein. Melodien schwirren zuhauf vorbei und viele davon lassen den Hörer auch richtig mitgehen, setzen sich im Kopf fest und wecken beim erneuten Hören leicht nostalgische Gefühle, insgesamt hat man aber schon beim ersten Durchgang (und auch noch beim sechsten und siebten) die Ahnung, dass hier irgendetwas fehlt.

Dabei gibt auch Marshmallow eigentlich alles – zwischen aggressivem Gesang, cleanen Vocals und Geschrei trifft der Mann vor allem in den klaren Passagen nicht immer den Ton, was zwischendurch sehr unangenehm auffällt, die härteren Stile beherrscht er aber durchgehend. Nur fehlt das Feuer, die Hummeln im Arsch, die einen auch längerfristig als Hörer mitgehen lassen – dabei hat zum Beispiel „A Shadow Of The Night“ einen wirklich guten Drive, im Klargesang schmiert dem guten Mann aber schon mal die Stimme ab, was natürlich auf einer Platte (und im besten Fall auch live) niemals passieren darf.

Generell ist die Band besser damit beraten, wenn sie ihren Fronter von klar gesungenen Parts fernhält. Gerade Songs wie „Bye Bye Black Bird“ kommen mit ihrem aggressiven Einstieg wesentlich besser an als „A Shadow Of The Night“, richtig Lust auf mehr wird aber auch hier nur streckenweise verbreitet.

„Round 3“ sprengt dann als erstes den Knoten (trotz der kurzen Ausfälle im klaren Gesang) und weiß mit ordentlich Biss und schönen Leadgitarren zu überzeugen. Melodien haben die Italiener generell ganz oben auf der Liste, auch wenn diese die Songs nicht immer retten können – man nehme nur das folgende und finale „The God’s Anxiety“, das einen schönen Refrain für sich beanspruchen kann, ansonsten aber eher vorbeirauscht.

Underwell haben sich bei „Plan Your Rebirth“ nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Für ein Debütalbum sind die Songideen an sich zwar ausgereift, stimmlich kann Marshmallow aber wie erwähnt oft nicht das leisten, was der Track von ihm fordert. Auch die Instrumentalfraktion wirkt zwischendurch eher lahmarschig als feurig, obwohl sowohl Gitarre als auch Drums die Stücke oftmals über die rote Linie retten. Somit bewegt sich die Scheibe gerade mal im Mittelfeld.

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