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Underøath: Erase Me

Eine gewaltige Enttäuschung
Wertung: 5,5/10
Genre: Metalcore, Screamo, Emo
Spielzeit: 40:10
Release: 06.04.2018
Label: Fearless Records

Wir erinnern uns sicherlich alle an „They‘re Only Chasing Safety“ and „Define The Great Line“, zwei Alben, die den Amis Underøath, die bis dahin ein Underground-Dasein gefristet hatten, zu globaler Anerkennung verhalfen. Auch „Lost In The Sound Of Separation“ fuhr noch ordentliche Erfolge ein, mit dem Weggang des einzig verbliebenen Bandmitgliedes, Drummer Aaron Gillespie, wurde die ganze Sache dann irgendwie schal und die Band legte sich selbst vorerst für unbestimmte Zeit auf Eis.

So richtig lange konnte die Truppe das nicht aushalten: Gute zwei Jahre war zumindest offiziell Funkstille, bereits 2015 fand man sich dann wiedervereint, und worauf die Fans wahrscheinlich mit Bangen warteten, wurde wahr: Ein neues Album ward angekündigt, erschienen ist „Erase Me“ bereits vor gut einem Monat. Gillespie ist wieder dabei, zum ersten Mal seit zehn Jahren – außerdem steht hier das erste Album seit immerhin acht Jahren in den Regalen. Eine lange Zeit im Musikbusiness und erst recht im Metal(core)-Bereich, wo täglich neue Bands wie Pilze aus dem Boden schießen. Als erste Single entschied sich die Band für „On My Teeth“, die, seien wir ähnlich, bei Weitem nicht so überzeugen konnte wie wir es uns gewünscht hätten; obwohl: Deftig gestartet wird schon mal, auch die obligatorische Mischung aus Geschrei und Gesang bringt Fronter Spencer Chamberlain immer noch ordentlich rüber, irgendwo fehlt aber der letzte Funken, der sich einen Weg durch die Boxen bahnen will, aber eher ein Glimmen denn einen Brand auslöst, verliert der Track doch auf der Hälfte plötzlich an Fahrt und versandet irgendwo im Nirgendwo. Sogleich werden wir allerdings herausfinden, dass uns hier einer der stärksten Tracks der Platte begegnet ist.

„Sink With You“ bildet dann einen ganz bizarren Kontrapunkt der Herrschaften, fast an Killing Joke erinnernde Electrobeats werden hier mit viel Geschrei verzahnt, so richtig passen mag das Ganze vorne und hinten nicht, zumal der sehr ruhige Strophengesang wohl als Gegengewicht gedacht war, aber nur einschläfernd wirkt. Fast schon radiotauglich, wenn nicht gar klischeehaft wird es bei „ihateit“, das eher an Alternative Rock der früheren 2000er erinnert, nicht aber an die kompromisslose, Core-Chaos verbreitende Band, die Brecher wie „Breathing In A New Mentality“ oder „In Regards To Myself“ vertonten. Im Jahr 2018 muss man hingegen mit den Augen rollen, wenn Underøath in „Hold Your Breath“ beinah klingen als wollten sie zu alten Ufern aufbrechen, im Refrain aber doch wieder nur relativ belanglos und soft agiert wird.

Tatsächlich kann man auf „Erase Me“ deutlich mehr Enttäuschungen als Begeisterungen aufzählen, was nicht nur immer ein schlechtes Zeichen, sondern in diesem Fall auch noch verdammt traurig ist. Zumal die neue Platte mit dem folgerichtig betitelten „It Has To Start Somewhere“ bärenstark angefangen hat: Chamberlain steigt gleich von Anfang an mit hysterischem Geschrei ein, es wird an allen Ecken und Enden technisch versiert geknüppelt, auch die klaren Momente zwischendurch tragen durchweg zur Atmosphäre des Songs bei. So schade, dass es nicht so weitergehen konnte. Von elf Songs haben Underøath es geschafft, sich bei zweien, höchstens dreien positiv hervorzutun. Der Rest ist im besten Fall solide gemachter Metalcore oder Alternative Rock, im schlimmsten Fall absolute Ausschussware.

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