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Undergang: Misantropologi

Deutlich zu begrenzt in seinen Möglichkeiten
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 28:27
Release: 23.06.2017
Label: Dark Descent Records

Die Dänen Undergang machen nicht nur mit ihrem auf den ersten Blick etwas merkwürdigen Bandnamen gleich klar, wo der sprichwörtliche Hammer hängt, auch der Albumtitel „Misantropologi“ macht unverständlich klar: Hier geht es böse zu, da kann man sich gut eine halbe Stunde lang von den Annehmlichkeiten der Welt verabschieden und gesittet dem Hass gegen die Menschheit frönen.

Tatsächlich holzen sich die Herrschaften schon seit ziemlich genau zehn Jahren durch das Unterholz, Studioalbum Nummer vier steht jetzt in den Startlöchern bereit, mit Funebarums Sam Osborne hat man direkt einen neuen Bassisten am Start und mit D. Torturdod einen Sänger am Haken, der sich auf den zehn neuen Tracks markerschütternd tief grunzend und erschreckend souverän die Luftröhre kappt und die Lungenflügel zum Einstürzen bringt. Auch das Albumcover lässt an Blut und Gedärmigkeit (mit einer Prise Weltkultur) kaum zu wünschen übrig – wir stürzen uns also ins mörderische Getümmel.

Wer jetzt große Experimente erwartet, der kann sich eigentlich gleich wieder in die Ecke verziehen, denn Undergang betreiben Stilpflege und schauen kaum über den Tellerrand des (Brutal) Death Metal. Hier und da trauen sich die Dänen an einige düstere Melodien heran, beispielsweise beim überraschend schleppenden „Tvangsfodret Pigtråd“, ansonsten wird hier ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne geballert.

Man muss den Dänen lassen, dass sie hier soundtechnisch ganze Arbeit geleistet haben: Schon der Opener „Efter Obduktionen“ knallt ordentlich und mit einer dicken Prise Sludge’n’Roll durch die Boxen, und obwohl Undergang sich mit dem Sludge-Anteil schon ein bisschen außerhalb der klassischen Death-Metal-Genregrenzen bewegen, kann man die einzelnen Songs doch nicht so recht voneinander trennen, findet man kaum Highlights und auch die kurze Spielzeit trägt nicht dazu bei, dass man sich eher an einzelne Songs erinnert. Lediglich Teile fallen positiv ins Gewicht, wie beispielsweise das melodische Intermezzo bei „Skåret I Småstykker“ oder die deftige Drumeinlage in „Lymfatisk Drænage“. Technisch sind die Dänen also ziemlich weit vorne mit dabei, die Aufmerksamkeit generieren können sie aber auf lange Sicht nur schwerlich.

Zwar sind Undergang weit davon entfernt, als melodisch durchzugehen, aber gerade solche Versatzstücke wie im eigentlich recht rasanten „Væskende Sår“ lockern das sonst undurchdringliche Gepolter zumindest ein bisschen auf. Und mit dem eingangs erwähnten „Tvangsfodret Pigtråd“ haben die Herren dann tatsächlich noch eine düstere Perle im Ärmel, bevor das Disgrace-Cover „The Chasm“ dann deutlich tiefer gestimmt und wesentlich giftiger klingend einen recht ordentlichen Abschluss bildet.

Undergang sind zwar technisch versierte Musiker, begrenzen sich aber selbst sehr deutlich in ihren Möglichkeiten. Immer wieder blitzen Arrangements auf, die zumindest der Langeweile abhelfen, insgesamt ist „Misantropologi“ aber ein „nur“ durchschnittlich gutes Album geworden.

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