Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Under The Pledge Of Secrecy: The Convoluted Line

Kranker Mix aus Jazz und Grindcore
Wertung: 7/10
Genre: Experimental Grindcore
Spielzeit: 18:43
Release: 26.08.2008
Label: 5gegen500/Yskalnari Records

Diese CD ist wirklich nicht leicht zu beurteilen und wer ausschließlich auf geordnete Songstrukturen steht und mit experimentellem Krach rein gar nichts anfangen kann, braucht gar nicht erst weiterzulesen, denn er ist hier auf dem völlig falschen Dampfer.

Under The Pledge Of Secrecy aus Aachen spielen eine eigentümliche Mélange aus Grindcore, Death-/Black-Metal und Jazz, die sich durch das Wechselspiel von Wutausbrüchen, in denen völlig gestört herumgebrüllt wird und Blastbeats und schräge Läufe verwendet werden, und unerwarteten, ruhigen Jazzsequenzen manifestiert.

Neben Toleranz und Experimentierfreudigkeit, die zunächst einmal notwendig sind, um überhaupt einigermaßen Zugang zu dieser Scheibe zu finden, muss man das Ganze auf jeden Fall auf sich einwirken lassen und mehrmals hören, um sich ein angemessenes Urteil erlauben zu können. Danach treten auch ein paar mehr Einzelheiten zu Tage und man erkennt zumindest ansatzweise so etwas wie Struktur in den Stücken. Es zeigt sich, dass sich die Jazzparts relativ gut einfügen und dass „The Convoluted Line“ mehr ist als nur pures Chaos.

Was auf jeden Fall schnell deutlich wird, ist das technische Vermögen der Band. Ob man nun auf diese Art Musik steht oder nicht: Technisch wird hier in einer ganz hohen Liga gezockt. Das gilt sowohl für die von enormer Geschwindigkeit geprägten harten Parts, als auch für die jazzigen Teile, die aufgrund der fehlenden Härte nicht so schnell erscheinen mögen, im Endeffekt aber ebenfalls schwer zu spielen sein dürften. Mit Sicherheit dürfte es ziemlich interessant sein, die Mucke von Under The Pledge Of Secrecy mal live zu erleben. 

Die Songs sind alle ziemlich kurz (auch das letzte mit dem Titel „Pursuit Of Certainty“; die acht Minuten Länge täuschen, da hier die Hälfte der Zeit nur Geräusche erklingen), aber um sich hereinzufinden ist es wohl auch besser, keine Zehn-Minuten-Brocken vorgesetzt zu bekommen; es passiert auch so genug in den Tracks. Es handelt sich bei „The Convoluted Line“ außerdem um das erste Lebenszeichen des Aachener Quartetts. Es ist also noch eine Menge Luft nach oben vorhanden. Die Band dürfte vor keiner leichten Aufgabe stehen, ein volles Album mit dieser Art Musik zu füllen, ohne dass man als Hörer völlig überfordert wird.

In jedem Fall aber ein interessanter Anfang, der für Fans von Bands wie The Dillinger Escape Plan sicherlich unverzichtbar ist.

comments powered by Disqus