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Under That Spell: Apotheosis

Polternder Start mit interessanter Entwicklung
Wertung: 7.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 45:43
Release: 15.01.2010
Label: War Anthem Records

Von Pagan Black Metal zu Black Metal ist es nur ein Katzensprung. Das dachte sich wohl auch Gitarrist und Songwriter Dionysos. Er stieg kurzerhand bei Helrunar aus und gründete Ende 2008 die Black Metal-Band Under That Spell. An Motivation scheint es dieser Band nicht zu mangeln, denn sie halten sich nicht mit Demos auf, sondern bringen gleich „Apotheosis“ als ihr Debüt-Album auf den Markt – und das war eine gute Entscheidung, denn das Album kann sich durchaus sehen bzw. hören lassen.

In „Apotheosis“ kombinieren Under That Spell verschiedene Black Metal-Stile. Hartes Geknüppel, fast ausschließlich aus Doublebass bestehend und mit geqäulten Schreien verziert, kriegt man genauso zu hören wie moderneren melodischen Black Metal, aber auch romantisch anmutende Gitarrenmelodien lässt diese Band nicht aus. Ihre Vielseitigkeit wird in diesem Album sehr deutlich, wie auch ihr Geschick, die verschiedenen Ideen passend zu verbinden.

Der Sound im Allgemeinen ist sehr gitarrenlastig und meist undeutlich gehalten, was einen gewissen Beitrag zur Stimmung leistet.

Nach einer kurzen, als Intro dienenden Geräuschkulisse, knüppeln Under That Spell  erst einmal mit erbarmungsloser Doublebass das Schlagzeug in Grund und Boden, um zu zeigen, wer hier das sagen hat. Was erst mit einem hämischen Grinsen gut beim Hörer ankommt und auf schön fiesen Black Metal einstimmt, wird durch ihre unendliche, abwechslungsarme Länge bald zur nervtötenden Marotte.

Diese seelenlose Prügelei wirkt sehr statisch und behindert die Entfaltung des Albums. Leider behalten Under That Spell dies auch noch in den unmittelbar folgenden Liedern bei.  Nachdem sich die Band aber durch besagtes „auf die Kacke hauen“ eingespielt hat, lösen sie sich hörbar davon und schaffen im Folgenden eine vielseitige, interessante Musik, die mehr Tiefgang beweist. Der Rest des Albums ist viel ausgewogener und verspricht durch ein paar einschlägige Melodien und Einfälle im Gedächtnis zu bleiben.

Die Songs von „Apotheosis“ setzen sich meist aus simplen, aber ausreichenden Melodien zusammen, die auf einer passenden, geschrammelten Grundlage präsentiert werden. Ab und an überraschen Under That Spell mit sehr verspielten und romantischen Klängen zweier Akustikgitarren, die bei Liedern wie „I Am The Prophet“ oder Their Last Creation“ den Abschluss bilden. Dies wirkt jedoch nicht deplatziert, sondern weckt eher das Interesse und gibt der Stimmung des Albums, die sonst vorherrschend aus Qual besteht, noch einen Hauch von Melancholie hinzu. Diese Variante des Black Metals  ist angesichts der musikalischen Vergangenheit von Bandgründer Dionysos aber nicht sehr verwunderlich.

Besonders auffällig ist das Lied „Black“, welches sich durch seinen eingängigen Rhythmus als hartnäckiger, aber gern gehörter Ohrwurm entpuppt und dadurch einen absoluten Favoriten des Albums darstellt.

Zudem sollte auch „The Final March“ hervorgehoben werden. Bei diesem Song wird noch einmal die Antriebskraft der Drums zurückgefahren, so dass Under That Spell durch diese gedrosselte Geschwindigkeit mehr Möglichkeiten gewinnen, ihre Kreativität auszuspielen. Dies gelingt ihnen auch sehr gut, so dass man sagen muss, dass ihnen ein langsamerer Rhythmus besser zu Gesicht steht als derbe Drum-Prügel. Anhand dieses Songs zeigt sich am besten, wie sich die Band innerhalb des Albums entwickelt und sich letztendlich selbst findet. Als Debüt-Album, trotz anfänglicher Schwächen, sehr bemerkenswert. Ich bin zuversichtlich, dass man von Under That Spell noch einiges hören wird und erwarte schon gespannt das zweite Album, das mit Sicherheit nach dieser augenscheinlich getanen Entwicklung sogar noch besser ausfallen wird, als „Apotheosis“ es schon tut.

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