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Under Burning Skin: Perspective

Geht sicher nicht jedem unter die Haut, aber vielen gut ins Ohr
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Rock/Indie
Spielzeit: 52:51
Release: 16.01.2009
Label: Snoopzone

Mit „Perspective“ veröffentlicht die Erfurter Formation Under Burning Skin bereits ihr drittes Album und knüpft damit stilistisch an die Vorgänger-CDs „Bitter Chord“ und „Autumn Again“ an: Nach wie vor wird dem Hörer melancholischer Melodic- bzw. Adult-Oriented Rock geboten; ein Genre, in dem sich die Band hörbar wohl fühlt und dem sie auf Albumlänge treu bleibt. Größtenteils im langsameren Midtempo-Bereich angesiedelt und mit ordentlich Hall auf Stimme und Gitarren erzählen 13 Songs vom Leben und der Liebe, beziehungsweise deren Schwierigkeiten. Neu ist hier zwar gar nichts, Under Burning Skin verpacken die Thematik aber gekonnt in ihr eigenes Soundgewand.

Einen der stärksten Songs der Platte hat man direkt an den Anfang der Tracklist platziert: „Leave Me Alone“ setzt in der Strophe auf dynamisches Wechselspiel zwischen ruhigem, durch Effekte leicht verfremdetem Gesang und peitschenden Gitarren um im Refrain mit fast schon geshouteten Vocals über verzerrten Riffs auszubrechen.

Auch der folgende Track „Belief In Me“ kann durch seine schwebende und doch treibende Atmosphäre überzeugen; nach dem durch den Filter gejagten Intro hätte ich mir aber persönlich statt übermächtiger Keyboards, die zwar den Pathos des Songs unterstützen, ihn aber auch ziemlich glatt schmirgeln, lieber etwas fettere Gitarren gewünscht. Das Spiel mit der Elektronik ist – wie so oft- auch hier ein zweischneidiges Schwert: einerseits sorgen Synthesizer und Verfremdungseffekte für jede Menge Atmosphäre; andererseits glätten sie den Gesamtsound teilweise sehr stark, was einem Song wie „Exceeding Greed“ leider etwas von der Wut und Verzweiflung nimmt, die ihm mehr Authentizität verliehen hätten.

„Haunting Voices“ kann vom Härtegrad her deutlich punkten; hier hat man die richtige Balance zwischen erdiger Rauheit und Abgehobenheit wirklich gefunden, allerdings frage ich mich was in den Strophen mit dem gerapten Gesang schief gegangen ist, der in Betonung, Artikulation und Akzent an die Karikatur eines Japaners, der versucht, Englisch zu sprechen, erinnert. Im Refrain kehrt der Gesang dann zum gewohnten Level zurück; es sei jedoch angemerkt, dass die leicht nasale Klangfärbung von Daniel Schwuchow sicherlich nicht jedem zusagen wird – ich persönlich empfinde sie nicht unbedingt als angenehm; das ist aber klar Geschmacksfrage.

Trotzdem: Vor der Leistung, die er im ruhigsten Song „You Belong To Me“ im Duett mit Gastsängerin Melanie Paterski bringt, muss man wirklich den Hut ziehen: Speziell die in Kopfstimme gesungenen Passagen unterstreichen den Charakter des Tracks so gekonnt, dass er zu einem der Besten - wenn nicht gar zum besten - Titel des Albums avanciert. Die Tatsache, dass man hier bewusst ruhig zu Werke geht, hebt ihn zudem aus der Masse hervor.

Zu Beginn sprach ich davon, dass die Band ihrem Stil auf Albumlänge treu bleibt. Das ist einerseits positiv zu werten, sorgt es doch für Wiedererkennungswert und Geschlossenheit des Werks. Andererseits lässt „Perspective“ auf Dauer etwas die Abwechslung vermissen und erscheint in seiner Gesamtheit schon fast zu einheitlich. Instrumentierung, Dynamik, Gesangslinien und Stimmung unterscheiden sich von Song zu Song nur geringfügig; der Faktor „Beliebigkeit“ erhält dadurch leider einen recht hohen Stellenwert.

Fazit: Schwelgerischen, melancholischen, teilweise pathetischen Alternative Rock – das bieten Under Burning Skin auf „Perspective“ dar. Nicht mehr aber auch nicht weniger, denn abgesehen vom erwähnten Mangel an wirklicher Abwechslung lassen sich nicht viele wirkliche Schwächen ausmachen. Wem das Album letztlich zusagt ist natürlich - wie immer – Geschmackssache; wer melancholisch-rockige Töne mag kann aber relativ bedenkenlos zugreifen. Fans der Band werden die Platte sowieso mögen.

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