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Uncreation: Burning Blood

Absolut inspirierte Vorzeige-CD des Melodic Death Metals
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Death Metal/ Progressive Metal
Spielzeit: 48:31
Release: 15.01.2011
Label: Eigenproduktion

Nach nur einer einzigen Demo-CD gehen Uncreation gleich aufs Ganze und veröffentlichen ihr Debüt-Album mit dem Titel „Burning Blood“. Ihre ganze Kraft widmet die Band dabei dem Melodic Death Metal, der zwischen Mid- und High-Tempo anzusiedeln ist. Aber auch eine leichte progressive Note ist bei Uncreation auszumachen, mit der sie ihren sonst so brutalen Sound gekonnt aufwerten.

Uncreation ist keine Band, die sich lange aufhält. Vom etwas abgegriffenen Intro einmal abgesehen, kommen die fünf Jungs aus Hamburg auf ihrem gesamten Album sehr schnell zur Sache und behalten ihre Motivation auch bis zum Schluss bei. Schon in der ersten Minute ihres Titelsongs „Uncreation” präsentiert sich die Band gleich, wie sie ist: nämlich absolut spannend! Ohne Vorwarnung konfrontiert sie die Hörer mit einem auffälligen Stakkato-Rhythmus, der ihr mit einem Schlag die volle Aufmerksamkeit verschafft und dadurch einen wirklich gelungenen Auftakt bildet.

Im Grunde ist es fast gleich, welches Lied man von Uncreation hört. Alle Lieder beweisen höchstes technisches Geschick, interessante Liedstrukturen, inspirierte, unverbrauchte Melodien und bombastisch viel Energie. Druckvolle und mitreißende Stücke wie „Sun Of Ice“ hauen nicht nur Dank der dunklen und energischen Stimme von Sänger André mächtig rein. Auch die übrigen Bandmitglieder stehen musikalisch voll dahinter und treiben die Lieder durch schnelle, harte Rhythmik voran. Aber Uncreation haben auch eine sehr verspielte Seite, die, wie im Melodic Death üblich, durch die Gitarren ausgedrückt wird. Bei dieser Band geht dieser Hang zu den verspielten Details aber noch über die häufigen und beeindruckend gespielten Gitarren-Soli hinaus, welche genüsslich zelebriert werden. Einige Stücke enthalten zusätzlich progressive Abschnitte, in denen sich die Musiker auf ein noch höheres Niveau begeben und ihren Ideen freien Lauf lassen. „Moonlight Rain“ ist dafür ein besonders gutes Beispiel und sollte unbedingt angespielt werden. Aber auch „A Little Light Of Life“ weiß durch ruhigere, progressivere Parts aufmerksam zu machen, die reich an Nuancen und mit viel Feingefühl seitens des Gitarristen umgesetzt wurden. Trotzdem geht es bei „Burning Blood“ im Wesentlichen immer noch um Melodic Death, so dass die progressiven Anteile Ausflüge darstellen. Das ist ein bisschen schade, denn angesichts der Qualität und der Seltenheit dieser Kombination könnte eine ausgewogene Mischung dieser beiden Stile für Uncreation eine perfekte Nische darstellen.

Weiterhin tragen deutliche Taktwechsel wie zum Beispiel in „Breaking The Innocence“ dazu bei, dieses Album abwechslungsreich und musikalisch weit gefasst zu präsentieren. Schon allein dadurch vermeiden Uncreation, Melodic-Einheits-Death zusammenzuklatschen und schaffen mit „Burning Blood“ eine CD, die nicht nur von Anfang bis Ende interessant ist, sondern es auch locker mit aktuellen Größen des Melodic Death Metals aufnehmen kann.

Diese Jungs meinen es verdammt ernst und das merkt man auch. Schlagartig wird man sich auch bewusst, dass eine weitere Demo- oder EP-CD reine Zeitverschwendung gewesen wäre. Um es mit den Worten von Dan Swäno auszudrücken, der diese CD übrigens gemastert hat: „asskicking band“. Wenn es mit der musikalischen Entwicklung von Uncreation so weiter geht wie bisher, wird diese Band bald nicht nur im Untergrund bekannt sein - absolut inspiriert!

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