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Unanimated: In The Light Of Darkness (The Covenant Of Death)

The Swedish legend strikes back!
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 45:47
Release: 22.05.2009
Label: Regain Records

Wie das nun einmal im Leben so ist: Da existiert eine wahrhaft große Band, die sich dann aber leider Gottes auflöst. Schlimm genug, aber wenn dann andere Bands hingehen und aus dem reichhaltigen Ideenfundus dieser Band ihr eigenes Ding zurechtklöppeln, bleibt die aufgelöste Band auf der Strecke. So geschehen bei den Schweden Unanimated, die mit ihren Werken „The Forest Of The Dreaming“ (1993) und „Ancient God Of Evil“ (1995) seinerzeit als eine der Referenzbands in Sachen Melodic Death Metal galten. Nun, im Jahr 2009, ist es für das Quartett an der Zeit, wieder die Krallen auszufahren und alle Bands in ihre Schranken zu verweisen, die in der Zeit der musikalischen Abstinenz von sich reden machten. 

Die Schweden wollen ihr Album stimmungsvoll einläuten und so präsentieren sie uns mit “Ascend With The Stench Of Death” ein zähflüssiges Instrumental-Intro, in welchem man aber auch schon eine angenehme Melodie ausmachen kann. Nahtlos vom Opener weitergeführt steigen wir bei “Retribution In Blood” in das volle musikalische Spektrum der Schweden ein. Dieses Teil ist bisweilen mächtig blackmetallisch angehaucht; hier prügeln sich Richard Cabeza (Bass), Jojje Bohlin (Gitarre) und Peter Stjärnvind (Drums) durch die musikalischen Strukturen und Micke Janssons Stimme klingt wunderbar böse und fies. Was bleibt einem da anderes zu sagen als: „Take the blood of the lamb, bleed for me!“? Einzigartig und selten so ausgereift wie hier ist zu hören, wie die Jungs es schaffen, ein so harmonisches, kurzes Gitarrensolo in diese grimmige Soundlandschaft einzubetten.

Das Eingangsriff von „The Endless Beyond” besitzt 100 Prozent Wiedererkennungswert; man kann es einfach nur als ganz groß bezeichnen. Danach folgt ein weiteres Mal ein Schauer von klanglicher, grimmiger Kälte, der in einer gewaltigen Midtempo-Wand auf einen zurollt. 

Während eine einsame Gitarre eingangs “Diabolic Voices” fast verloren vor sich hin klimpert, fragt man sich, ob die Vehemenz des Materials nun mit diesem Stück nachlassen wird. 
Doch diese Frage (welch Frevel, dass sie überhaupt im Keim aufkommen konnte), wird jäh wieder nieder geknüppelt - in dem Moment, in dem alle Instrumente in das Thema mit einsteigen. Denn hier wird von den Schweden das volle Brett geliefert, sprich: schwarzmetallisch geprägter Death Metal mit schönen Melodien, die noch schöner nur durch die Gitarrenfraktion erzeugt werden, denn die Band verzichtet lobenswerterweise auf Synthesizer. 

In der Tracklist optimal angesiedelt, weil mittig des Materials angesetzt, wird der Titeltrack „In The Light Of Darkness” zelebriert: Wuchtig im Midtempo, brennt sich der Refrain tief in die Hirnrinde ein. Das Stück hat schon etwas Erhabenes, eben genauso wie es sich für einen amtlichen Titelsong gehört. Schon von Beginn an mit einem viel höheren Melodiegrad ausgestattet ist allerdings “The Unconquered One”, das vom Tempo her im Vergleich zu seinem Vorgänger auch wieder mächtig anzieht.  

Zunächst tarnt sich “Enemy Of The Sun” als harmloses Akustikklampfen-Intermezzo. Vernimmt man dann aber die hasserfüllte Stimme, lässt man ganz schnell ab von dieser Assoziation. In diesem Stück zeigt sich wieder das superbe Händchen der Band, erstklassige Melodien mit in das vom Grundtenor her düstere Konstrukt einfließen zu lassen. Abgerundet wird dieser Hassbatzen ein weiteres Mal durch ein hervorragendes Gitarrensolo. 

Das Stück “Serpent's Curse“ dürfte einigen schon von der MySpace-Seite der Band ein Begriff sein, denn diesen Song konnte man vor Release dort bestaunen. So grimmig kalt-böse, wie es die besten Black Metal-Bands nicht besser hinbekommen würden, starten wir bis zur ersten Strophe, wo dann wieder ins Midtempo gewechselt wird. Mit diesem Refrain wird es auch nicht allzu schwer fallen, um in den Köpfen der Hörer zu bleiben: „Serpent of the fire, serpent of desire…“. Dieser Song macht einfach nur Spaß.
Mit ganz leicht vertracktem Riffing werden des Hörers Ohren bei “Death To Life” beschallt. Dieses Stück ist – obwohl es ein begnadetes Solo beherbergt – ein kleiner Durchhänger auf dem Album. Grund: Außer eben diesem Gitarrensolo und dem Druchtreten des Tempo-Pedals samt Melodie-Einlage gegen Ende des Stücks bleibt hier nicht allzu viel hängen. 

Den Schlussstrich unter das Album setzt “Strategia Luciferi”: Ein Instrumental, das man vielleicht nach all der Raserei, nach all dem Hass und der Kälte in dieser filigranen Schönheit so nicht erwartet hätte. Eine Akustik-Klampe im Vordergrund und weit hinten vernimmt man eine E-Gitarre: Sehr schön, sehr stimmungsvoll und sehr gut gemacht.  

Fazit: Das ist der wahre Melodic Death Metal, ohne Schnickschnack oder elektronisches Geplänkel. Unanimated sind zurück: Sie werden begeistern und ihre Konkurrenzbands - wenn man die denn so nennen will - eindeutig in ihre Schranken verweisen. Neben Absu sind Unanimated eine weitere Band, die in diesem Jahr zurück ist; was, wenn man das Ergebnis in Form dieses Albums hört, schon längst überfällig war.

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