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Ummananda: The River's Mouth

Akustische Freiheit
Wertung: 8/10
Genre: Acoustic Rock/Experimental
Spielzeit: 45:49
Release: 01.12.2011
Label: Eigenproduktion

Alle, die es hart und voll auf die Schnauze brauchen, können nun aufhören zu lesen. Diese CD ist nichts für euch. Wer aber mit akustischer und experimenteller Musik etwas anfangen kann, der sei gerne eingeladen, die Musik auf „The River's Mouth“ zu erkunden.

Zuerst mal zum Namen des Protagonisten. Das Wort Ummananda stammt aus dem fränkischen Dialekt und bedeutet so viel wie umtriebig oder rastlos. Es kann aber auch nur zur Standortbestimmung dienen, wenn man zum Beispiel fragt: „Wo treibst dich na ummananda?“ Das bedeutet nichts anderes als: „Wo bist du gerade?“ Der Künstlername soll also verdeutlichen, dass der Hauptdarsteller schon sehr weit herumgekommen ist.

Das hört man auch in der Musik. Die Stücke setzen sich zusammen aus vielen Rockelementen, die angereichert wurden mit lateinamerikanischen, spanischen und auch einigen jazzigen Einlagen. Damit der Vielfalt aber noch nicht genug, denn als sehr experimentierfreudig entpuppt sich der Ummanandamann nämlich auch noch. So lässt sich kaum eines der zehn Lieder auf „The River's Mouth“ in eine eindeutige Schublade stecken.

Die CD wurde in zweijähriger Handarbeit in Eigenregie mit Hilfe von einigen Gastmusikern produziert. Inzwischen hat sich das Gefüge verändert und aus dem einstigen Soloprojekt ist eine richtige Band geworden. Das ist aber erst nach „The River's Mouth“ passiert.

Der Inhalt der CD kann als musikalische Reise in entfernte Länder gewertet werden. Völlig chillig werden die Lieder dargeboten. Meist geht es rein mit akustischen Instrumenten zur Sache. Die klassische Gitarre fehlt in der Instrumentierung ebenso wenig wie Saxophon, Akkordeon und Charango. Das Schlagzeug wird meist durch Percussions ersetzt. An einem heißen Sommerabend mit einem kühlen Bier lässt sich die Musik am Besten genießen. Ruhige, aber interessante und sehr intensive Gitarrenläufe reagieren mit dem Gesang, der allerdings aufnahmebedingt etwas dünn klingt. Dafür ist das Zusammenspiel der Instrumente sehr gut gelungen. Wie selbstverständlich mischen sich die „Gastinstrumente“ in die Lieder ein und erzeugen so im Nu ganz eigene Stimmungen. Sie erhöhen die Bandbreite der Musik enorm.  

Die Instrumente klingen alle super, mit einer Ausnahme: Die Percussions schwächeln im Sound schon hörbar. Ebenso hätte der Gesang eine stärkere Aufarbeitung erfahren dürfen. Die CD ist aber in Eigenregie erstellt, und dafür klingt sie schon wieder richtig toll. Die Lautstärkeverhältnisse sind sauber abgestimmt und auch durch den Sound erhält die Platte ihren ruhigen Charakter, der so dicht, ja, fast greifbar ist.

Wie eingangs schon angedeutet, für Brachialrocker ist die Combo nichts. Dafür wird jeder auf seine Kosten kommen, der mit Akustikgitarren und Experimentierfreudigkeit etwas anfangen kann. Die Musik klingt spontan, entspannt und frei. Dabei behält sie sich aber eher den Charakter einer staubigen andalusischen Landstraße als den einer auf Touristen ausgelegten Karibikinsel. Freiheit zum Anfassen quasi.

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