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Ulver: The Norwegian National Opera

Klangkünstler im Opernhaus
keine Wertung
Genre: Dark Music
Spielzeit: 88:00
Release: 09.12.2011
Label: Kscope / Edel

Vorsicht! Wer bei Ulver an eine skandinavische Black-Metal-Formation aus den Neunzigern denkt, der liegt zwar prinzipiell schon richtig, doch das was die Band inzwischen musikalisch von sich gibt, hat nur noch sehr wenig mit der rohen Musik der schwarzmetallischen Kunst gemein. Passenderweise bezeichnen die Künstler ihre Stilrichtung auch als Dark Music, eine Mischung aus orchestralen Klängen, vielen Ambientpassagen und oft an Filmmusik erinnernden Stücken. 

Im ersten Moment wirkt der Bühnenaufbau spartanisch. Neben den Musikern finden nur noch die Instrumente Platz auf der eigentlich recht großen Bühne. Anstatt eines Backdrops wurde eine große Leinwand angebracht,  auf der das ganze Konzert über Videoeinspielungen zu den Liedern läuft. Diese Videos beinhalten Themen aus der Natur wie zum Beispiel die Sonne und den Mond, eine Steppenszene mit Zebras und einer Löwin, aber auch abstraktere Sachen wie zum Beispiel Schwimmerinnen aus vergangenen Tagen kombiniert mit Wolken als Inhalt. Die Filme sind expressionistisch und gut gemacht. 

Das kann man leider von den Filmaufnahmen, obwohl in HD gefilmt, nicht immer sagen. Zumindest die von den Kameramännern handgeführten Kameras verwackeln oft und vermitteln so einen unsteten Eindruck, wo er gar nicht hinpasst. Beim ersten Lied fallen auch die Schnitte verwirrend und störend aus. Viel zu oft wird die Sonne mit eingeblendet und macht damit das eigentliche Bild zunichte. Das passiert aber wirklich nur beim ersten Song. Der restliche Auftritt ist eine bewundernswerte audiovisuelle Reise in die dunklen Ecken der menschlichen Psyche. Dabei überschreiten die Filme oftmals gezielt die Grenzen des guten Geschmacks. Atombombenzündungen, brennende Luftschiffe und sexuell orientierte Nacktheit sind dabei noch die harmlosesten Themen. Nichts verhüllende Geburtsszenen und die Darstellung halbtoter und toter KZ-Häftlinge, die nackt in Massengräber geworfen werden, sprechen schon eine andere Sprache und sind nichts für schwache Nerven. Doch all diese teils blutigen und brutalen Szenen untermalen nur die emotionale Musik der Gruppe, die dadurch noch mehr an Ausdruck gewinnt.

Der Klang auf der Scheibe ist fantastisch. Da kann man gar nichts bekritteln. Es gibt kein Gerausche, kein Gezerre und auch sonst keine nervigen Störungen. Ein großer Vorteil mag hier auch sein, dass das Publikum sitzt und sich, wie in einem Opernhaus üblich, ruhig verhält. 

Die Ulver-DVD beziehungsweise -Blu Ray "The Norwegian National Opera" ist nichts zum Eben-mal-schnell-reinhören. Das Werk muss man gezielt mit Augen und Ohren in sich aufnehmen. Nur dann kann sich die Darbietung entfalten und den Zuhörer ansprechen. Wer mit der Musik der Gruppe vertraut ist, der wird seinen Zugang zum Dargestellten leichter finden als völlige Fremdlinge. Doch die Scheibe ist wahrlich nicht nur etwas für ausgesprochene Fans. Jeder, der auch elektronische Musik mag und experimentierfreudig ist, sollte sich die Zeit nehmen, einmal in diese Klangwelt abzutauchen. Die allermeisten werden nicht enttäuscht sein. 

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