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Uli Jon Roth: The Best Of Uli Jon Roth

Wertung: 99/10
Genre: Orchestral Rock
Spielzeit: 120:10
Release: 10.11.2006
Label: Steamhammer/SPV

Auch lebende Rocklegenden sollten sich von Zeit zu Zeit mal eine kleine Verschnaufpause gönnen und auf ihr bisheriges Werk zurückblicken. Uli Jon Roth ist einer von ihnen. Seit nun mehr über 30 Jahren ist der Düsseldorfer Gitarrist und Songwriter bereits aktiv tätig.

Begonnen hatte bei ihm alles im Jahre 1973, als er noch ein reguläres Mitglied der Scorpions war. Doch bereits im Jahre 1978 kam es zu so genanten „künstlerischen Differenzen“ mit der Band und Roth verließ den aufstrebenden Exportschlager. Doch bereits noch im selben Jahr gründete Uli Roth seine eigene Band namens Electric Sun: Ein vielschichtiges Projekt, bei dem sich Roth künstlerisch austoben, experimentieren und entfalten konnte. Allerdings währte auch hier die Freude nur drei Studioalben lang und Electric Sun wurde 1985 wieder komplett auf Eis gelegt... Seit diesen Tagen ist Uli Roth nur noch als Solokünstler unterwegs (allerdings zumeist mit einer Unmenge an Gastmusikern im Gepäck).

Den Gitarrenvirtuosen Uli Jon Roth als reinen Rockmusiker zu bezeichnen wäre hierbei aber nur die halbe Wahrheit: So gelten nämlich neben Jimi Hendrix vor allen Dingen Komponisten der anspruchsvollen Klassik (u.a. Vivaldi, Puccini, Bach, Chopin und Mozart) zu seinen erlauchten Vorbildern. Entsprechend spiegelt sich dies auch im musikalischen Schaffen von Roth wieder: Neben dem Komponieren von ureigenen Stücken hat er es sich zur Aufgabe gemacht, jene Meilensteine der klassischen Musik neu umzusetzen. Hierzu entwickelte er eigens einen völlig neuen Gitarrenklangkörper namens „Sky Guitar“, Welcher über einen deutlich voluminöseren Tonumfang als handelübliche Gitarren verfügte… Begleitet wird Roth hierbei von seinem mehrköpfigen „Sky Orchestra“, dass er eigens für diese Symbiose aus Klassik, Barockmusical und Rock ´n´ Roll ins Leben rief.

So viel also erst mal zur Genesis des Uli Jon Roth… Beim vorliegenden “The Best of Uli John Roth“ - Doppelalbum handelt es sich um eine Werkschau der letzten 28 Jahre (also beginnend mit seiner Zusammenkunft bei Electric Sun). Insgesamt befinden sich 31 Songs und der offizielle Videoclip zu “Cry of the Night“ auf diesem Album. Zwei Stunden Musik auf höchstem, aber nicht immer einfachen, Niveau.

Hierbei sind die präsentierten Songs auf dem “Best of“ thematisch recht vielschichtiger Natur: So findet auf CD Nr. 1 eine Gliederung von Roths Eigenkompositionen und traditionellen, klassischen Arrangements statt. Und gerade jene symphonischen Orchestrals sind im Grunde wirklich nur Anhängern der Klassik und des opulenten Musicals zu empfehlen. (Ich gebe es zu: An eben jenem, monumentalen Pop-Kultur Mix aus Klassik, Barock und epochaler Gitarrenmusik bin ich wirklich gescheitert… Das liegt mir persönlich einfach gar nicht.)

Hingegen macht CD Nr. 2 den Hörgenuss deutlich angenehmer (zumindest für mich): Insgesamt rocken die Songs nun allgemein deutlich mehr und die Coverversionen von Jimi Hendrix´ legendären “Voodoo Child“ und “Little Wing“ sind mehr als nur beachtlich geworden! Aber auch ein über 12minütiger Bezwinger des Rockolymps wie “Hiroshima Today?“ gibt sich hier natürlich ein berechtigtes Stelldichein. Richtiggehend beeindruckend sind aber auch die enthaltenen Live-Songs am Ende dieser zweiten CD. Die allesamt ein ungemein spannendes und sehr authentisches Live-Feeling wiedergeben können.

Summa Summarum ist “The Best of Uli Jon Roth“ eine sehr ordentliche und adäquate Zusammenstellung geworden. Die ist zwar (wie bereits schon erwähnt) nicht immer ganz einfach zu degustieren, aber dafür unterhält sie auf einer sehr hohen, künstlerischen Ebene.

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