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U.G.F.: Asebeia.Ataraxis.

Man fühlt sich wie ein Getreidekorn unter dem Mühlstein
Wertung: 9,5/10
Genre: Groove Metal/Hardcore/Sludge
Spielzeit: 57:31
Release: 26.02.2016
Label: Eigenproduktion

Nun ist es also soweit. Der Streich war angekündigt. Nach der letzten EP „The Taste Of Rust“, der die Groovewalze U.G.F. schon in modernisierter Form und deutlich innovativer zeigte, kommt nun das neue Album der österreichisch-bayrischen Grenzgänger. Die Platte hört auf den etwas sperrigen Namen „Asebeia.Ataraxis." und bietet gleich 14 Nummern mit insgesamt fast einer ganzen Stunde Spielzeit. Für die erste Eckdatenanalyse sind das ja schon mal ganz ordentliche Werte. Also ab mit dem Teil in den Schacht.

Beim Öffnen der Hülle bleibt dann das Auge zum ersten Mal richtig am Cover der Silberscheibe hängen. Dunkel und bedrohlich wirkt die Darstellung. Die Stachelkugel und die zwei Abbruchhämmer kann man gut mit der Band in Verbindung bringen, aber das invertierte Kreuz überrascht dann doch ein bisschen. Egal jetzt. Volume auf Maximum (also 11) und Start.

Was der Hörer nun erfährt, das grenzt an ein Trauma. U.G.F. nehmen die Menschen vor den Boxen mit auf eine Reise zu den düstersten Ecken (un)menschlicher Gefühle. Als ob das noch nicht genug wäre, drückt der wuchtige Bass der Platte auch noch ständig die Eingeweide des Zuhörers gegen seine eigene Karkasse und verursacht damit garantiert das eine oder andere Reizdarmsyndrom.

Fronter Haidinger grölt, schreit, growlt und, das ist recht neu, singt auch. Die Gesangspassagen sind zwar nicht leicht zu erkennen, aber Geschrei lässt sich immer dann vom Gesang unterscheiden, wenn eine Melodie ins Spiel kommt. Es ist aber keinesfalls so, dass dem Metalfan im heimischen Wohnzimmer irgendwelche Gesangsarien zelebriert werden. U.G.F. schlagen härter zu als jemals bisher. Im Gegenzug sind die Mannen aber auch deutlich variantenreicher geworden. Nicht nur im Bereich Gesang, nein, auch das Tempo variiert inzwischen deutlich mehr, als man von den Groove-Metallern gewohnt ist. Gut ein Drittel bis fast die Hälfte der Songs bewegen sich in Mid-Tempo-Bereich, und ein nicht unerheblicher Teil ist sogar dem schnellen Spektrum zuzuordnen.

Allerdings ist es gerade diese Vielfalt, die dafür sorgt, dass der Hörer zwar andauernd voll eine aufs Maul bekommt, dies aber lächelnd akzeptiert, weil der Schlag ständig aus einem anderen Winkel kommt. Einzelne Songs zu besprechen macht hier wenig Sinn, obwohl jeder Titel auch alleine funktioniert. Wichtig, um in den vollen Genuss der Scheibe zu kommen, ist vor allem, dass man wirklich eine gewisse Lautstärke fahren kann, die im allerbesten Fall den mächtigen Bass spürbar macht. Dann macht die Platte nämlich gleich noch ein ganzes bisschen mehr Spaß. Und zwar über die ganze Länge der Spielzeit.

Wer gerne wirklich düstere, harte Musik mit durchaus gelungenen Texten hört, der sollte sich hier angesprochen fühlen. U.G.F. haben hier zwar weder Sludge, Hardcore oder Doom neu erfunden, aber sie kombinieren alle verwendeten Stile zu etwas wirklich geilem und besonderen. Hier darf man guten Gewissens neun Punkte für die Musik vergeben. Man kann schwer davon ausgehen, dass diese Platte bei den Hörern, denen sie gefällt, eine ganze Zeit lang auf Dauerrotation laufen wird. Einen halben Zusatzpunkt gibt es für die gut durchdachten Texte und vor allem für Sänger Haidinger, der ja eigentlich mehr aus Not als freiwillig das Mikro neben der Gitarre übernommen hat. War er bei „The Taste Of Rust“ noch etwas steif, so entwickelt er inzwischen einen sehr eigenen und richtig coolen Gesangsstil, der Schreigesang und Melodien wunderbar vereint.

Es ist erst März, aber ob aus diesem Subgenre, welches U.G.F. bedienen, 2016 noch ein besseres Album kommt, das darf zumindest vorsichtig angezweifelt werden.

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