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Ufomammut: Oro (Opus Alter)

Drogen oder keine Drogen - das ist hier die Frage...
Wertung: 7.5/10
Genre: Psychedelic/Doom/Sludge Metal
Spielzeit: 42:56
Release: 14.09.2012
Label: Neurot Recordings/Cargo

Allein für den unglaublich genialen Bandnamen gebührt den Italienern von Ufomammut eigentlich bei jeder Rezension schon mal per se ein Extrapunkt. In welcher bekifften Runde den Jungs auch immer dieser Geistesblitz gekommen ist – der Name ist nicht nur witzig, sondern passt als Beschreibung der Musik sogar relativ gut, setzt sich der Sound der Truppe doch aus tonnenschweren, doomig-sludgigen, oft ultraverzerrten Riffs, die durchaus Assoziationen mit der Wucht der mächtigen, zotteligen Urzeitriesen erwecken können, und spacigen, psychedelischen Momenten, die in entfernte Sphären entführen wollen, zusammen.

Der vorliegende Output „Oro (Opus Alter)“ markiert bereits die achte Full-length-Platte in zwölf Jahren, das Trio ist also alles andere als faul. 2012 haben sie sogar gleich zwei Alben herausgebracht, wobei im April „Oro (Opus Primum)“ anstand und im September schließlich der zweite Teil „Opus Alter“ nachgeschoben wurde. Die Band beteuert, dass die beiden Werke als ein Ganzes gesehen werden müssten, was sehr schnell deutlich wird, wenn man mit dem ersten Teil vertraut ist und nun den zweiten hört, da dieser mit demselben Effekt beginnt, wie der erste aufhörte. Erneut werden die Stücke langsam und bedächtig aufgebaut; eine Melodie beziehungsweise ein Riff liegt zugrunde, das lange durchexerziert wird, sich allerdings stetig in Wucht und Lautstärke steigert – und währenddessen werden allerhand spacige Keyboard- und Gitarreneffekte in die Arrangements eingewoben.

Texte sucht man dabei vergeblich, lediglich ein paar Rufe und Schreie sind immer mal wieder im Hintergrund zu hören, was nur umso mehr verdeutlicht, dass es sich hier schon um recht spezielles Zeug handelt, das nun wirklich nichts für jeden Geschmack darstellt. Ein bisschen fühlt man sich an die „777“-Trilogie der verrückten Franzosen Blut Aus Nord erinnert, wobei diese natürlich deutlich schwarzmetallischer und außerdem auch wesentlich geisteskranker zu Werke gehen.

Ufomammut klingen hingegen nicht selten wie Pink Floyd goes Doom Metal, wobei die Atmosphäre mehr im Vordergrund steht als prägnante Melodien wie bei Waters, Gilmour und Co. der Fall. Insgesamt zeigen sich die Italiener etwas Riff-orientierter als im ersten Teil (und auch etwas härter) – so haben die Mainriffs vom überlangen, zwölfminütigen „Sulphurdew“, von „Sublime“ oder dem finalen „Deityrant“ durchaus eingängigen Charakter. Und wer genau hinhört, wird ohnehin feststellen, dass hier nicht einfach nur walzende Doom-Riffs mit irgendwelchem Ambient-Gewaber vermischt wurden, sondern schon trotz allem auf eine nachvollziehbare Struktur Wert gelegt wird. Und so, wie die Effekte eingesetzt wurden, zeugt das von musikalischem Können und dem Wissen davon, Atmosphäre zu erzeugen – ganz egal, was man geschmacklich vom Dargebotenen halten mag.

Dennoch ist das wie erwähnt nicht für jeden gut verdaulich und man sollte sich schon in der richtigen Stimmung befinden, um sich auf das eigenwillige Material der Italiener einlassen zu können. Doch ist man offen für experimentelle, spacige Musik und in der Lage, richtig tief darin einzutauchen, kann man sich von Ufomammut garantiert auch diesmal wieder zu einem Trip in einen fernen Kosmos entführen lassen – egal, ob mit Drogen oder ohne. Das tolle, psychedelische Artwork ergänzt sich übrigens bestens mit der akustischen Komponente. Anspieltipps schenke ich mir bei diesem umfassenden Konzept, wo alle Tracks ineinander übergehen, selbstverständlich.  

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